| Cronenbergs beste Filme schaffen es immer noch, eine Art
Jungianischen Kulturschock auszulösen: Sie erinnern an Bunuel und an
Francis Bacon: Geist verbindet sich mit Trauma, Grausamkeit mit Mitleid.
Innerhalb eines Genres, dessen Grenzen für die meisten sehr eng
abgesteckt sind, schafft Cronenberg ein Universum von absoluter
Originalität.
MARTIN SCORSESE
I N H A L T Stab 1 Besetzung 2 Kurzinhalt 3 Inhalt 4 King of Horror: Stephen King 6 Zur Person: Stephen King 8 Martin Scorsese über David Cronenberg 9 Zur Person: David Cronenberg 12 Interview mit David Cronenberg 13 Zur Person: Christopher Walken 16 Zur Person: Brooke Adams 17 Zur Person: Martin Sheen 18
(Martin Scorseses Artikel über David Cronenberg stammt aus FANGORIA Nr. 32, Januar 1984; das Interview mit David Cronenberg ist ein Auszug aus L´ECRAN FANTASTIQUE Nr. 32, November 1983
Stab Produktion DEBRA HILL Ausführender Produzent DINO DE LAURENTIIS Koproduzent JEFFREY CHERNOV Regie D A V I D C R O N E N B E R G Drehbuch JEFFREY BOAM Nach dem Roman "The Dead Zone" von STEPHEN KING (deutsch erschienen als "Das Attentat", Playboy-Taschenbuch Nr. 6110) Kamera MARK IRWIN, C.S.C. Musik MICHAEL KAMEN Ausstattung CAROL SPIER Ton BRYAN DAY Schnitt RONALD SANDERS Regieassistenz JOHN BOARD Assistentin von David Cronenberg CAROLE McBRIDE Kostüme OLGA DIMITROV Spezialeffekt-Entwürfe JON G. BELYEU Stunt-Koordination DICK WARLOCK Ton-Effekte DAVE UDALL Tonmischung BILL VARNEY Aufnahmeleitung DAVID COATSWORTH
Eine Dino De Laurentiis Präsentation Verleih: N E U E C O N S T A N T I N F I L M
Besetzung Johnny Smith CHRISTOPHER WALKEN Sarah Bracknell BROOKS ADAMS Greg Stillson MARTIN SHEEN George Bannerman TOM SKERRITT Dr. Sam Weizak HERBERT LOM Roger Stuart ANTHONY ZERBE Mrs. Dodd COLLEEN DEWHURST Frank Dodd NICHOLAS CAMPBELL Walt BARRY FLATMAN Denny RAFFI TCHALIKIAN Vera Smith JACKIE BURROUGHS Mr. Smith SEAN SULLIVAN Christopher Stuart SIMON CRAIG
Kurzinhalt Nichts deutet daraufhin, daß das Leben des Englischlehrers Johnny Smith nicht auch weiter in ruhigen, normalen Bahnen verlaufen soll - bis es zu dem gräßlichen Unfall kommt. Als Johnny nach fünfjährigem Koma wieder erwacht, merkt er, daß er jetzt die übernatürlichen Gaben eines Hellsehers besitzt. Nur ihm ist es zu verdanken, daß ein Kind gerettet und ein Frauenmörder gefaßt wird, aber jede seiner Visionen zehrt an Johnnys Körper und nimmt ihm Jahre seines Lebens. Er wird zum Objekt einer sensationslüsternen Presse und zieht sich angewidert aus der Öffentlichkeit zurück. Doch noch steht ihm seine größte Herausforderung bevor: Johnny lernt Greg Stillson kennen, den Mann, der - wie Johnny in einer Vision erkennt - als nächster Präsident der USA die Welt dem atomaren Inferno ausliefern wird. Johnny sieht für sich nur eine Möglichkeit, dies zu verhindern: Er muß Greg Stillson töten ...
Inhalt Johnny Smith, Mitte Zwanzig, ist Englischlehrer an der örtlichen High School. Sein Freunde schätzen ihn als einen netten, intelligenten und hilfsbereiten Menschen. Sarah Bracknell, eine Kollegin, liebt Johnny Smith; sie wollen heiraten. Nicht deutet darauf hin, daß Johnnys Leben nicht auch weiterhin in diesen ruhigen, normalen Bahnen verlaufen soll. Bis es zu dem Unfall kommt. Johnny und Sarah waren zusammen auf dem Jahrmarkt. Nach einer Fahrt in der Achterbahn fühlte Johnny sich seltsam benommen. Er hatte Sarah abgesetzt und befand sich in strömendem Regen auf dem Weg zu sich nach Hause, als vor ihm ein riesiger Lastzug ins Schleudern kam. Ein Ausweichen war nicht mehr möglich. Johnny Smith hat den gräßlichen Unfall zwar überlebt, erlangt aber nicht mehr das Bewußtsein. Ein langes, tiefes Koma beginnt. Nach fünf Jahren erst erwacht Johnny Smith aus einer endlos scheinenden Bewußtlosigkeit - und muß feststellen, daß er nahezu alles verloren hat, was ihm vor seinem Unfall von Bedeutung war: Er ist vorzeitig gealtert, seine Karriere ist zerstört, und was ihn am meisten schmerzt, ist, daß Sarah, die nicht mehr auf eine Genesung Johnnys hoffen konnte, inzwischen einen anderen Mann geheiratet hat und Mutter eines Sohnes ist. Noch während seines Aufenthalts in der Klinik an der Ostseeküste gelangt Johnny zu einer Erkenntnis, die ihn viel mehr beunruhigt als der Gedanke, die besten Jahre seines Lebens verschenkt zu haben. Als er kurz nach seinem Erwachen aus dem Koma die Hand der Krankenschwester berührte, schien sich der Raum für ihn in ein Flammenmeer zu verwandeln. Johnnys Vision war es zu verdanken, daß die kleine Tochter der Krankenschwester aus deren tatsächlich brennenden Wohnung am anderen Ende der Stadt gerettet werden konnte. Der Körperkontakt zwischen Johnny und Dr. Sam Weizak, seinem Arzt, löst in dem Patienten eine weitere Vision aus. Er erlebt ein Ereignis, das 45 Jahre zurückliegt: Eine junge Mutter rettet während der Invasion Polens durch die Nazis inmitten von Panik, Zerstörung und Tod das Leben ihres Jungen. Dieses Kind steht jetzt als erwachsener Mann vor ihm: Dr. Sam Weizak. Johnny ist in der Lage, dem Arzt mitzuteilen, daß dessen Mutter lebt und sogar wo sie sich aufhält. Beide Male hatte der Vorgang der unerklärlichen Vision erheblich an Johnnys Kräften gezehrt. Die Folge ist eine physische und psychische Erschöpfung beunruhigenden Ausmaßes. Inzwischen spricht sich die Nachricht von dem zweifach bewiesenen übersinnlichen Phänomen herum - der "Hellseher" Johnny Smith wird zum Objekt der sensationslüsternen Massenmedien. Als Johnnys Mutter im Fernsehen mit Ansehen muß, wie ihr Sohn von Reportern gequält und bedrängt wird, erleidet sie einen tödlichen Schlaganfall. Johnny beschließt daraufhin, sich auf der Farm seines Vaters vor der Welt zu verstecken. Nur Sarah erhält Zugang zu seinem Privatleben. Schließlich spürt aber doch noch jemand Johnny in seiner Abgeschiedenheit auf: Sheriff George Bannerman aus dem nahegelegenen Castle Rock. Bannerman ist auf der Such nach einem Frauenmörder, der seit geraumer Zeit die Gegend in Angst und Schrecken versetzt und seine Opfer auf besonders bestialische Art umbringt. Nach anfänglichem Zögern willigt Johnny ein, dem Sheriff für die Klärung des Falles seine hellseherischen Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen. Johnny und Bannerman erwartet eine Nacht des Grauens. Der Mörder ist ausgerechnet Frank Dodd, Bannermans rechte Hand, und Johnny hat rasch seine Spur aufgenommen. In jener anderen Welt, die nur Johnny sehen kann, muß er als Zeuge miterleben, wie Dodd einen seiner entsetzlichen Morde begeht. Zurück in der Realität, kommt es in Dodds Wohnung zu einer nervenaufreibenden Szene zwischen Johnny, dem Mörder und dessen Mutter. Gejagt von der Presse und heimgesucht vom Geist des Bösen, der sich ihm durch Dodd offenbart hat, zieht sich Johnny abermals zurück. Diesmal verkriecht er sich in ein abgelegenes Städtchen, wo er sein Brot mit Nachhilfestunden verdient. Als Dr. Weizak ihn besucht, ist er entsetzt über Johnnys hagere, kränkliche Erscheinung. Er warnt seinen ehemaligen Patienten: Die Vision stellen eine psychische Anstrengung dar, die für Johnny tödlich sein könnte. Aber Johnny schlägt Weizaks Angebot, ihn wieder in die Klinik mitzunehmen, dankend ab. Sein neues Heim und seine neue Arbeit böten ihm, so meint er, genügend Schutz und Ablenkung. Aber er soll sich irren. Der Geschäftsmann Roger Stuart, Vater einer seiner Schüler, macht Johnny eines Tages mit dem Politiker Greg Stillson bekannt, der gerade seinen Wahlkampf für den Kongreß organisiert. Seine Kandidatur wird auch von Sarah und deren Ehemann Walt unterstützt, die in ihrer Eigenschaft als Wahlhelfer plötzlich vor Johnnys Haustür stehen. Jetzt überkommen Johnny zwei Visionen, durch die sein Leben ein weiteres Mal vollkommen aus dem Gleichgewicht gerät: Zuerst sieht er, wie Stuarts Sohn Christopher und dessen Freunde beim Eishockey durch das zu dünne Eis brechen und ertrinken. Und dann erscheint ihm Greg Stillson, wie er als nächster Präsident der USA die Welt dem atomaren Inferno ausliefert. Johnny hindert Stuart daran, die Jungen zu jenem zugefrorenen See zu fahren, so daß es zu dem tragischen Unfall gar nicht erst kommen kann. Erst jetzt erkennt Johnny seine wahre Macht: Er kann die Zukunft nicht nur voraussehen, er kann sie auch beeinflussen. Und um den Ausbruch eines von Stillson ausgelösten Atomkrieges zu verhindern, gibt es für Johnny folglich nur eine Möglichkeit: Er muß Greg Stillson töten...
Stephen-King-Feature "Nachts, wenn ich ins Bett gehe, achte ich immer noch sehr darauf, daß meine Füße unter der Decke sind, wenn die Lichter verlöschen. Ich bin kein Kind mehr, aber ich schlafe lieber mit zugedeckten Füßen. Wenn nämlich eine kühle Hand je unter meinem Bett hervorkäme, um meinen Knöchel zu packen, würde ich laut schreien. Das Ding unter dem Bett, das darauf wartet, meinen Knöchel zu packen, gibt es natürlich nicht. Ich weiß das, und ich weiß auch, daß, wenn ich meinen Fuß immer unter der Decke halte, es nie in der Lage sein wird, meinen Knöchel zu packen." K I N G O F H O R R O R: S T E P H E N K I N G Geheime Ängste aus der Kinderzeit, die Stephen King hier in der Einleitung zu "Night Shift" heraufbeschört - ebenso ad acta gelegt wie der Glaube an den schwarzen Mann im Kleiderschrank. Sollte man meinen. In jedem neuen Roman beweist Stephen King jedoch das Gegenteil: Sein jüngstes Werk "Pet Sematary", eine für Zartbesaitete ungesunde Kreuzung aus Zombies und alten Indianerfriedhöfen, steht, wie alle seine Vorläufer, seit einiger Zeit in den Bestsellerlisten ganz vorne. Es ist vermutlich weniger das gewiß nicht neue Repertoire, das King zu seinen außerordentlichen Erfolg verhilft, als der Kontext, in dem es platziert ist. King bewegt sich souverän im Milieu der Popkultur; er versteht es zudem, Greuel klinisch detailliert in bestem E.C.-Comic-Stil zu beschreiben, ein Faible, dem er in George Romeros CREEPSHOW freien Lauf lassen durfte. Keine freudianischen Anspielungen mehr, die viktorianische Zeitgenossen erschauern ließen; keine karpatischen Verführer, die mit ihren Zähnen rituelle Sexualakte durchführen. Die Unschuld hat ihren Status als geheiligtes Gut schon seit längerem verloren, und die Schreckensvisionen der Achtziger (von Atomkrieg und Arbeitslosigkeit einmal abgesehen) hängt unmittelbar damit zusammen. Ihr auslösendes Moment war die Jugendrevolution, ihr Sinnbild der langhaarige, traditionsreiche Hippie: Die klassische Familie, das Herzstück mittelständischen Lebens, war plötzlich in Frage gestellt; eine Neurose war geboren, wie geschaffen für die Auswertung im Horrorgenre. Stephen Kings Romane zehren im wesentlichen von dieser Neurose. "Christine", "Cujo","The Shining", und "Pet Sematary" sind präzise Beschreibungen Zerfalls der klassischen Familienstruktur, ausgelöst durch übernatürliche Mächte. In der Kurzgeschichte "Children of the Corn", demnächst als Film zu sehen, ist die Revolte, ähnlich wie in THE WILD IN THE STREETS, bereits geglückt. Mit dem genrespezifischen Unterschied, daß Gott keine Droge mehr, sondern ein glutäugiges Pflanzenwesen - He-Who-Walks-Behind-The-Rows - ist. Die direkte Transition zum Medium Film, das sich in DER EXORZIST und DAS OMEN ja auch schon mit dieser Thematik befaßte, vertragen Kings Romane indes nicht immer sonderlich gut. (Stanley Kubricks gelungener Psychothriller SHINING kann hier getrost ausgeklammert werden, eliminierte der Regisseur doch sorgsam auch die kleinsten Horroranklänge; eine totale Wesensumkehr, die manch Romankundigen reichlich vergrätzte.) CHRISTINE UND CUJO, die sich recht eng an den Roman-Plot halten, scheitern beide bei der Suche nach filmischen Entsprechungen für die King´schen Stilmittel, durch die sich der Horror im Leser überhaupt erst manifestiert. Die - stets kursiv abgefaßten - inneren Monologe und Assoziationsketten seiner Protagonisten sind hier nur ein Beispiel: Die Umsetzungen, die CUJO in seiner Exposition bietet, bewirken geradezu das Gegenteil des erwünschten Effekts, erscheinen nurmehr unmotiviert. Das zweite Problem ist die vielzitierte "suspension of disbelief", fällt die lange Exposition, in der King den Horror geschickt anlegt, um ihn dann weiter zu eskalieren, doch in der Regel dem Rotstift des Drehbuchautors zum Opfer. Gerade CHRISTINE tut sich hier z. B. recht schwer; die Geschichte von Arnie Cunninghams seltsamer Affäre mit einem besessenen Plymouth wirkt über weite Strecken eben nur albern, da John Carpenter die gesamte menschliche Seite, die dem Roman seine Tiefenwirkung gab, völlig vernachlässigt. Drängt sich natürlich die Frage auf, ob Stephen Kings Roman überhaupt kongenial auf die Leinwand übertragen werden können. Zwei Filme beweisen es - Brian DePalmas CARRIE, der das Thema noch zusätzlich mit dem verwandten WILLARD-Motiv der Rache des unterdrückten Jugendlichen ausbaute, sowie David Cronenbergs DEAD ZONE, die Geschichte eines Hellsehers wider Willen, der in einem populären Senatskandidaten den Mann erkennt, der in einigen Jahren als Präsident den Atomschlag auslösen wird. Beide Regisseure verstehen es, die Geschichte den filmischen Bedürfnissen anzupassen, beide gehen recht frei mit dem Material um, messen dem "human interest" die primäre Rolle zu und dringen so zum Kern des Romans vor, ohne, wie CHRISTINE oder CUJO, lediglich Versatzstücke des (wie gesagt nicht neuen) King-Schauer-repertoires ohne Rücksicht auf dessen tieferes Funktionieren zu einem konventionellen Horrorfilm zusammenzufügen. Bleibt zum Abschluß nur noch, im Namen aller King-Fans zu hoffen, daß DePalmas und Cronenbergs Beispiel Schule macht. Immerhin stehen mit FIRESTARTER und THE STAND schon bald neue King-Verfilmungen ins Haus. Norbert Stresau (aus: RETRO: Das Filmjournal Nr. 23, Februar 1984; Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors)
Zur Person: Stephen King Der in Portland/Maine geborene Schriftsteller schloß 1970 an der Universität von Maine mit einem Lehramts-Zertifikat ab, fand jedoch zunächst keine Anstellung. Den Lebensunterhalt für seine Frau Tabitha Spruce und sich verdiente King als Arbeiter in einer Industrie-Wäscherei und vereinzelten kleinen Honoraren für Kurzgeschichten, die King verschiedenen Zeitschriften anbot. Im Herbst des Jahres 1971 war die Durststrecke schließlich überwunden. King wurde als Englischlehrer in der Hampden Academy High School von Hampden/Maine eingestellt. Abends und an Wochenenden widmete sich King seinem Hobby, dem Schreiben von Kurzgeschichten und Novellen. Zwei Jahre später wurde Kings erste Erzählung "Carrie" publiziert. Das Buch wurde ein so großer Verkaufsschlager, daß King in der Schule kündigte und von nun an als Profi-Autor arbeitete. "Carrie" wurde bald darauf von Brian DePalma verfilmt. "Salem´s Lot", "The Shining" (1980 von Stanley Kubrick verfilmt) und "The Stand" erschlossen King einen ständig wachsenden Leserkreis. Ende der Siebziger kam "The Dead Zone" auf den Markt. 1981 schrieb King für den Regisseur George Romero das Originaldrehbuch für den Horror-Episodenfilm CREEP SHOW (Die unheimlich verrückte Geisterstunde). In der Zwischenzeit waren Kings neue Arbeiten "Firestarter", "Dance Macabre" und "Cujo" erschienen. Das US-Magazine zeichnete den Horror- und Suspense-Autor 1982 als "Best Fiction Writer of the Year" aus. Als im April 1983 "Christine" auf den Markt kam, waren in aller Welt rund 40 Millionen Exemplare von Kings Büchern gedruckt worden. Stephen und Tabitha King leben in Bangor/Maine und haben drei Kinder. Die Stephen-King-Filme 1976 CARRIE Carrie - Des Satans jüngste Tochter (Regie: Brian DePalma) 1979 SALEM`S LOT (zweiteiliger TV-Film; Regie: Tobe Hooper) 1980 THE SHINING Shining (Regie: Stanley Kubrick) 1982 CREEPSHOW Die unheimlich verrückte Geisterstunde (Regie: George Romero) 1982 CUJO Cujo (Regie: Lewis Teague) 1983 CHRISTINE Christine (Regie: John Carpenter) 1983 THE DEAD ZONE Dead Zone (Regie: David Cronenberg)
Martin Scorsese über David Cronenberg Es war bei der feierlichen Eröffnungsveranstaltung des Edinburg-Filmfestivals 1975. Ich war anläßlich einer Retrospektive meines damals kaum zwei Filme umfassenden Werkes gekommen und mußte mir den Eröffnungsfilm also schon allein aus Höflichkeit ansehen. Normalerweise mag ich Eröffnungsfeiern von Filmfestivals gar nicht. Sie erinnern mich penetrant an Wohltätigkeitsveranstaltungen, und die Filme, die gezeigt werden, tragen meistens Titel wie "How Tasty Was My Little Frenchman". Für gewöhnlich sind es Filme, die jedem gefallen - wenigstens jedem ein bißchen. In jenem Jahr in Edinburgh gab es als Eröffnungsfilm das Werk eines Regisseurs, von dem ich noch nie etwas gehört hatte (was an sich nicht heißen will). Sein Name war David Cronenberg. Der Titel des Films: THE PARASITE MURDERS. Das klang ganz interessant. Lynda Myles, die Festivalleiterin, hatte mir versichert, es gäbe einen richtigen "Cronenberg-Kult", und Mundpropanda habe ihm einen "gelinde ausgedrückt: ungewöhnlichen" Ruf eingetragen. Das klang immer interessanter. Ich nahm also in meinem Premierensessel Platz und sah mir den Titelvorspann an, der mich an einen Werbespot während eines Spätfilms erinnerte. Nachdem ich etwas von dem gesehen hatte, was nach dem Vorspann kam, begann ich mich zu fragen, wie so ein Anhänger dieses Cronenberg-Kults wohl aussieht. Dicke Brillengläser, tropfende Nase, zölibatär und womöglich Kommunist, wer weiß. Den Rest des Films habe ich in einem sich stetig verschlimmernden Mischzustand aus Schock und Depression durchgestanden. Als es zuende war, hatte ich den Eindruck, es habe mir nicht gefallen. Aber ein Jahr später spukte mir der Film immer noch im Kopf herum, und jedem, der es hören wollte, mußte ich davon erzählen. Um offen zu sein, es gab nicht viele, die mir zuhören wollten. Der Name Cronenberg sagte meinen Freunden nichts, und außerdem hatten sie sowieso Vorurteile gegen das kanadische Kino. Trotzdem erzählte ich auch weiterhin von ihm, vielleicht, um mich dadurch endlich von Cronenbergs Bildern zu befreien. Ich habe es bis heute nicht geschafft, mich richtig von ihnen freizumachen. Die letzte Szene von THE PARASITE MURDERS, wenn sich alle auf den Weg machen, um die ganze Welt mit sexueller Dementia zu infizieren, sitzt mir noch heute in den Knochen. Das ist ein vollkommen schockierendes, subversives und surrealistisches Ende - und wahrscheinlich eines, das wir alle verdienen. Wie es scheint, brauchte es trotzdem noch einige Zeit, bis sich der Name Cronenberg herumgesprochen hatte. Vielleicht waren die Anhänger des Cronenberg-Kults zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt (möglicherweise mit Massenmorden), um in die Welt ausschwärmen und ihr Evangelium predigen zu können, obwohl man munkelte, es gäbe da noch andere Cronenberg-Filme. Aber natürlich war es unmöglich, die irgendwo zu sehen. Wie dem auch sei: Als THE LAST WALTZ 1978 beim Filmfestival in Toronto gezeigt wurde, fragte man mich, ob es irgendwelche kanadischen Filmemacher gäbe, die ich zu der Vorführung eingeladen haben möchte. Ich bat meinen Freund Robbie Robertson, der in jenem Jahr Mitglied der Festivaljury war (was ich übrigens ausgesprochen komisch fand), ich bat also Robbie Robertson, David Cronenberg einzuladen. Es ging mir nämlich langsam auf die Nerven, auf welche fahrlässige Weise Cronenberg und seine Filme nach wie vor ignoriert zu werden schienen. Wie Robbie mir später erzählte, hat Cronenberg sich THE LAST WALTZ nicht angesehen. "Warum nicht?" wollte ich wissen. "Tja," meinte Robbie und verstand die Sache selbst nicht recht, "wie es heißt, war er einfach nicht zu finden." Nun, ich bin froh, daß er inzwischen aus der Versenkung aufgetaucht ist. In den Jahren, die seitdem vergangen sind, habe ich THE BROOD, SCANNERS und VIDEODROME gesehen. Um mir THE PARASITE MURDERS - ganz zu schweigen von THE BROOD - ein zweites Mal anzusehen, fehlt mir einfach der Mut. Sie wühlen einen einfach zu sehr auf. Cronenbergs beste Filme schaffen es immer noch, eine Art Jungianischen Kulturschock auszulösen. Sie erinnern an Bunuel und an Francis Bacon: Geist verbindet sich mit Trauma, Grausamkeit mit Mitleid. Innerhalb eines Genres, dessen Grenzen für die meisten sehr eng abgesteckt sind, schafft Cronenberg ein Universum von absoluter Originalität. Hinter dem äußerlichen Horror verbinden sich ungeahnte Metaphern. Ich hatte inzwischen Gelegenheit, mich mit David anzufreunden. Ich würde ihn nie sich selbst spielen lassen. Ich hatte jemanden erwartet, der wie eine Kreuzung aus Arthur Bremmer und Dwight Frye als Renfield in DRACULA aussehen und nach saftigen Fliegen lechzen würde. Statt dessen hatte der Mann, der mein Apartment in New York betrat, eher Ähnlichkeit mit einem Gynäkologen aus Beverly Hills. Wir haben zusammen gesessen und uns dabei ausgezeichnet amüsiert, trotz einer gewissen Spannung auf meiner Seite, die vermutlich darin begründet lag, daß ich fürchtete, jeden Augenblick könnten Davids Adern aufplatzen oder sein Kopf explodieren. Später sandte mir David dann als Geburtstagsgeschenk eine Kopie der ungekürzten Fassung von THE BROOD, verbunden mit der Bemerkung, das sei seine Version von KRAMER GEGEN KRAMER. Ich denke viel über seine Filme nach. Ich wünschte, ich täte es nicht. Ich bin jedesmal gespannt auf sein nächstes Werk. Ich wünschte, ich wäre das nicht. Seine Filme besitzen immer noch die alte Kraft. MARTIN SCORSESE
Zur Person: David Cronenberg David Cronenberg wurde am 15. Mai 1943 in Toronto geboren. 1962 schrieb er sich an der Universität seiner Heimatstadt ein, um Biochemie zu studieren. Aber nachdem er für eine Kurzgeschichte den "Epstein-Preis" gewonnen hatte, zog er sich von den Wissenschaften zurück und belegte Seminare für Englisch und Literatur. Er reiste durch Europa, schrieb viel und kehrt 1966 an die Universität zurück. Er machte zwei Kurzfilme, TRANSFER und FROM THE DRAIN, und danach folgten zwei experimentelle Filme, STEREO (1969) und CRIMES OF THE FUTURE (1979). Nachdem er einige Zeit für CBS-TV gearbeitete hatte, inszenierte er 1973 das Musical "Spellbound" an Torontos Royal Alexandra Theatre. THE PARASITE MURDERS (auch bekannt unter dem Titel SHIVERS) folgte 1974 und RABID 1976. Beide Filme scharten innerhalb kürzester Zeit eine internationale Kultgemeinde um sich. 1978 kam dann FAST COMPANY, kein Horrorfilm, sondern ein Action-Film über "Dragster"-Rennen in Kanada (FAST COMPANY ist übrigens neben DEAD ZONE der einzige seiner Filme, zu dem Cronenberg nicht auch das Drehbuch geschrieben hat). Es folgten THE BROOD, SCANNERS, VIDEODROME und DEAD ZONE. Die letzten beiden Filme entziehen sich nach Auffassung ihres Regisseurs jeder Kategorisierung, da sie weder als Horror- noch als Science-Fiction-Filme bezeichnet werden können. Cronenberg ist dabei, mit seinen Filmen ein neues Genre zu erfinden. Cronenbergs verstörende, beunruhigende und erschreckend faszinierende Filme haben ihm bereits zahlreiche Auszeichnungen eingebracht, darunter zwei Große Preise beim spanischen Festival des Horror- und Fantasy-Films, in einem Jahr für den besten Film und im nächsten Jahr für die beste Regie. Die Filmfestivals in Edinburgh und Metz widmeten seinem Werk bereits Retrospektiven, und 1980 waren Cronenberg und seine Filme Gast der Hofer Filmtage. David Cronenbergs Filme: 1969 STEREO 1970 CRIMES OF THE FUTURE 1974 PARASITE MURDERS Parasiten-Mörder 1976 RABID Rabid - Der brüllende Tod 1978 FAST COMPANY 1979 THE BROOD Die Brut 1980 SACNNERS Scanners - Ihre Gedanken können töten 1982 VIDEODROME 1983 THE DEAD ZONE Dead Zone
Interview mit David Cronenberg
Normalerweise schreiben Sie zu den Filmen, bei denen Sie Regie führen, auch immer selbst das Drehbuch. Betrachten Sie DEAD ZONE, dessen Drehbuch Jeffrey Boam nach einem Roman von Stephen King verfaßt hat, deshalb als "Adoptivkind"? Nein. Nein, so habe ich das nie gesehen. Wirklich, nie. Ich kann sogar sagen, daß diejenigen, die DEAD ZONE gesehen haben, eine Menge Gemeinsamkeiten entdeckt haben zwischen diesem Film und denen, bei denen ich selber als Autor verantwortlich war. Das hat nichts damit zu tun, daß ich unbedingt dies und jenes selbst einbringen wollte, sondern das lag schon im Thema begründet: Es geht um den Schmerz und die Schwierigkeit, mit einer Fähigkeit oder einer Gabe zurechtzukommen, die man selbst nicht ganz begreift. In SCANNERS gab es bereits die gleiche Metapher für Kunst und Kreativität. DEAD ZONE funktioniert auf dieselbe Art und Weise. Am Anfang ist Johnny ein ganz normaler Durchschnittsmensch, und später wird er dann zu einem ganz besonderen und äußerst empfindungsfähigen Wesen. Die Metamorphose geht natürlich nicht ohne Schmerz vonstatten: Es ist ein beschwerlicher Prozeß... Was können Sie uns zu Ihrer Zusammenarbeit mit Produzent Dino De Laurentiis sagen? Ich habe die Zusammenarbeit mit ihm sehr genossen. Auch wenn es nicht immer ganz einfach war! Es gibt so viele Dinge zu entscheiden und so viele Dinge, unter denen man eine Auswahl treffen muß. Aber es war kein Problem, sich mit ihm zu verständigen. Wobei ich nicht so weit gehen würde zu behaupten, es hätte zwischen uns niemals über irgend etwas Streit gegeben. Wir haben harte Debatten geführt. Es war vereinbart, daß wir beide das gleiche Vetorecht haben würden. Wir konnten also beide eine Sache, die uns nicht gefiel, ablehnen, und um das Einverständnis des anderen zu erhalten, waren jedesmal gewichtige Argumente nötig. Ob es sich nun um Fragen der Besetzung oder um etwas anderes handelte. Dino sagte, er würde niemals etwas einem Regisseur aufzwingen, an den er nicht glaubt, was mir übrigens von anderer Seite bestätigt wurde. Bei bestimmten Gelegenheiten erhob er unter dem Vorwand Einspruch, daß etwas so nicht funktionieren könne. Ich widersprach ihm: "Doch, Sie werden schon sehen, lassen Sie mich nur erst versuchen. Wenn es dann wirklich nicht funktioniert, machen wir es anders." Und auf diese Weise kamen wir immer zu einer Einigung. Haben Sie bei der Besetzung von Johnny Smith von Anfang an an Christopher Walken gedacht? Nein. Das war zum Beispiel ein Vorschlag Dinos. Dino legte sogar ungeheuren Wert auf Christophers Mitwirkung. Das ist ein Schauspieler, den ich selbst sehr bewundere und mit dem ich schon lange einmal zusammenarbeiten wollte. Aber ich fürchtete, er sei für diese Rolle schon zu alt, und ich mußte erst im Geiste das ganze Drehbuch unter Berücksichtigung seines wirklichen Alters noch einmal durchgehen. Erst als ich mir vorstellen konnte, daß die Rolle durchaus einem Schauspieler anvertraut werden könnte, der älter als Zwanzig ist, sah ich ein, daß Christopher wirklich die richtige Besetzung war. Chris Walken ist meiner Meinung nach außergewöhnlich gut in dieser Rolle. Es gibt Leute, die diesen Film sehen und sagen, es sei seine bisher beste Leistung. Was bedeutet, daß er sich hier selbst übertrifft. Eine Sache, die mir in bezug auf Chris aber noch Sorgen machte, war, daß er in den meisten seiner Filme sehr reserviert, sehr distanziert und sehr kalt, wenn nicht gar psychotisch wirkt, je nach Rolle. Ich wußte, daß er den Hellseher würde verkörpern können, aber ich war mir nicht sicher, ob es ihm gelingen würde, der Rolle auch die Wärme, die Traurigkeit und diese Melancholie zu verleihen, die ganz wichtige, sogar entscheidende Merkmale dieser Figur sind. Doch er hat diese schwierige Aufgabe mit Bravour gemeistert. Die Kinogänger werden in DEAD ZONE Christopher Walken von einer Seite sehen, die sie bisher noch nicht an ihm kannten. Dabei darf man nicht vergessen, daß er in Filmen wie ROSELAND oder WHO AM I THIS TIME?, die nicht sehr bekannt sind, bereits Erfahrungen mit dieser Art von Charakteren gesammelt hat. Nachdem ich ihn in diesen Rollen gesehen hatte, waren für mich auch die letzten Zweifel in bezug auf diesen Punkt beiseite geräumt. Die Rollen in den großen Filmen, aus denen man ihn kennt, waren weniger facettenreich und komplex als die in seinen weniger bekannten Filmen. Wie umfangreich war die Arbeit mit Spezialeffekten in DEAD ZONE? Wenn man an die "Visionen" denkt, sollte man meinen, daß sehr viele davon nötig waren. Ja, das stimmt. Aber die Spezialeffekte beherrschen nicht den Film, dazu verlangt das Thema viel zu sehr nach dem Einsatz der Phantasie. DEAD ZONE ist kein ausgesprochener "Special-Effects-Film". Es war so, daß der Drehbuchautor und ich uns gleichzeitig darüber Gedanken gemacht haben, wie man die Visionen auf der Leinwand am besten realisieren könnte, denn für und beide stand fest, daß sie eines der entscheidenden Momente des Films sein würden. Aber trotzdem kamen wir beide zu dem überraschenden Schluß, daß in DEAD ZONE nicht die Spezialeffekte, sondern die Personen und ihre Geschichte dominierend sein würden. Was ist für Sie die "tote Zone"? Der Film definiert das ziemlich klar. Ich hatte das Gefühl, der Film müsse da präziser sein als das Buch. Die "tote Zone" ist diese Region innerhalb der hellseherischen Visionen, die sich auf die nicht unabänderlichen Dinge bezieht, also auf die, die durch das Eingreifen des Hellsehers verhindert oder verändert werden können. Hat er eine Vision aus der "toten Zone", so bedeutet das, daß es sich um jeden Fall um eine Zukunftsvision handelt, die von ihm noch beeinflußt werden kann. Hat er dagegen eine Vision, die der Vergangenheit angehört und bei der es um etwas geht, das sich tatsächlich schon zugetragen hat, dann kann er natürlich nichts mehr tun, um es in irgendeiner Weise abzuändern. Johnny wird sich erst ziemlich spät im Film, wenn er plötzlich etwas sieht, was sich nicht in der Vergangenheit oder an einem anderen Ort, sondern in der Zukunft abspielt, über seine wahre Macht klar. Natürlich hat das entscheidende Auswirkungen auf seine Handlungsweise, und dieser Aspekt seiner Begabung kommt ihm genau in dem Moment zum Bewußtsein, wenn er sich fragt, ob er Stillson töten soll oder nicht. Sobald er aber begriffen hat, daß er die Zukunft, so wie er sie in seinen Visionen gesehen hat, verändern, daß er eingreifen kann, weiß er genau, was er zu tun hat. Das Buch DEAD ZONE fällt innerhalb des Werkes von Stephen King ebenso aus dem Rahmen, wie es jetzt der Film bei Ihnen tut, oder nicht? Das ist ein interessanter Gedanke. Ja, Sie haben recht. Das Buch unterscheidet sich wirklich von Stephens anderen Romanen, und mein Film entspricht sicher nicht den Erwartungen des Publikums. Was nichts anderes bedeutet, daß sich auch die Leute den Film ansehen sollten, die normalerweise mit Stephen-King-Verfilmungen unzufrieden sind...
Zur Person: Christopher Walken Christopher Walken wurde am 31. März 194 in Astoria, Long Island (New York) geboren. Seinen ersten Auftritt hatte er mit zehn Jahren, als er seinen beiden älteren Brüdern nacheiferte, die bereits als Kinderdarsteller in einigen Fernsehfilmen aufgetreten waren. Nach der Schule nimmt Walken in Manhattan Tanz- und Schauspielunterricht. Sein erstes Off-Broadway-Engagement erhält er in einer Neuinszenierung von "Best Foot Forward", in der er an der Seite eines anderen hoffnungsvollen Talents auftritt - Liza Minelli. Mit siebzehn Jahren gibt Walken mit der Elia-Kazan-Produktion "J.B." sein Broadway-Debüt. Seine nächste Station ist die Hofstra University, wo Christopher Walken zwei Jahre lang Englische Literatur studiert. Danach kehrt er zur Bühne zurück und tritt in zwei Broadway-Musicals auf. Als er mit der "West Side Story" auf Tournee geht, lernt er seine Frau Georgianne kennen, mit der er heute in Conneticut zusammenlebt. In der zweiten Hälfte der sechziger Jahre erhält er eine Reihe von Theaterpreisen, gibt das Tanzen ganz auf und konzentriert sich von nun an ausschließlich auf die Schauspielerei. 1979 erfolgt sein Debüt als Filmschauspieler, aber erst mit der Rolle des Nich in THE DEER HUNTER (Die durch die Hölle gehen, 1978) gelingt ihm in diesem Medium der große Durchbruch: Er wird als bester Darsteller in einer Nebenrolle mit einem Oscar ausgezeichnet. Der Bühne ist Christopher Walken trotz seiner jüngsten Kinoerfolge immer noch treu geblieben. Christopher Walkens Filme: 1970 THE ANDERSON TAPES Der Anderson Clan (Regie: Sydney Lumet) 1972 THE HAPPINESS CAGE (Bernard Girard) 1976 NEXT STOP GREENWICH VILLAGE Ein Haar in der Suppe (Paul Mazursky) 1977 ROSELAND Der Tanzpalast (James Ivory) 1977 THE SENTINEL Hexensabbat (Michael Winner) 1977 ANNIE HALL Der Stadtneurotiker (Woody Allen) 1978 THE DEER HUNTER Die durch die Hölle gehen (Michael Cimino) 1979 LAST EMBRACE (Jonathan Demme) 1979 HEAVEN´S GATE Das Tor zur Ewigkeit (Michael Cimino) 1980 DOGS OF WAR Die Hunde des Krieges (John Irwin) 1981 PENNIES FROM HEAVEN (Herbert Ross) 1982 BRAINSTORM Projekt Brainstorm (Douglas Trumbull) 1983 THE DEAD ZONE Dead Zone (David Cronenberg)
Zur Person: Brooke Adams Geboren ist Brooke Adams 1949 als Tochter der Schauspielerin Rosalind Gould und des Theaterproduzenten Robert K. Adams in New York. Als Kind ging sie mit ihren Eltern im Sommer auf Tournee und spielte bereits mit acht Jahren in Inszenierungen ihres Vaters mit. Mit vierzehn Jahren erhielt sie eine Rolle in der TV-Serie EAST SIDE/WEST SIDE, und zwei Jahre später ging sie nach Los Angeles, um in der Serie O.K. CRACKERBY die Tochter von Burl Ives zu spielen. Inzwischen studierte sie im Hauptfach Tanz an der High School of Performing Arts in New York und nahm Unterricht an der School of American Ballet, wo Lee Strasberg zu ihren Lehrern gehörte. Mit Zwanzig beschloß Brooke, die Schauspielerei aufzugeben, und reiste nach Spanien, wo sie drei Jahre lang lebte. Als sie schließlich nach New York zurückkehrte, war ihre Leidenschaft fürs Theater eher noch gewachsen, und von nun an arbeitete sie sich sowohl auf der Bühne als auch im Fernsehen und beim Film Schritt für Schritt nach oben. Brooke Adams´ Filme: 1976 CAR WASH Car Wash (Regie: Michael Schultz) 1976 SHOCK WAVES Shock-Waves - Die aus der Tiefe kamen (Ken Wiederhorn) 1978 DAYS OF HEAVEN In der Glut des Südens (Terrence Malick) 1978 INVASION OF THE BODY SNATCHERS Die Körperfresser kommen (Phillip Kaufman) 1979 CUBA (Richard Lester) 1979 A MAN, A WOMAN AND A BANK (Noel Black) 1981 TELL ME A RIDDLE (Lee Grant) 1981 UTILITIES 1983 THE DEAD ZONE Dead Zone (David Cronenberg)
Zur Person: Martin Sheen Am 3. August 1940 wurde Martin Sheen in Dayton/Ohio geboren. Mit zwanzig Jahren stand er in dem Stück "Cavalry" zum erstenmal auf der Bühne. Er arbeitete kontinuierlich am Theater, wo er sowohl klassische als auch moderne Rolle spielte - in Shakespeares "Hamlet" und "Romeo und Julia" wie auch in "Hello and Goodbye". Das Fernsehen wurde bald auf den begabten Schauspieler aufmerksam. Unter seinen vielen TV-Filmen sind EXECUTION OF PRIVATE SLOVIK (Die Hinrichtung des Soldaten Slovik, 1974) und THAT CERTAIN SUMMER (Damals im Sommer, 1972), beide unter der Regie von Lamont Johnson, und THE MISSILES OF OCTOBER (1974), in dem er Robert Kennedy spielte, eine Rolle, die ihn in Amerika populär machte. Martin Sheen, der eigentlich Ramon Estevez heißt, ist der Vater von Emilio Estevez, den man kürzlich in Francis Coppolas OUTSIDERS sehen konnte. Martin Sheens Filme (Auswahl): 1967 THE INCIDENT Incident (Regie: Larry Peerce) 1970 CATCH-22 Catch-22 (Mike Nichols) 1973 CATHOLICS Katholiken (Jack Gold) 1973 BADLANDS Badlands - Zerschossene Träume (Terrence Malick) 1976 THE CASSANDRA CROSSING Cassandra Crossing (George Pan Kosmatos) 1976 THE LITTLE GIRL WHO LIVES DOWN THE LANE Das Mädchen am Ende der Straße (Nicholas Gessner) 1979 APOCALYPSE NOW Apocalypse Now (Francis Ford Coppola) 1979 THE FINAL COUNTDOWN Der letzte Countdown (Don Taylor) 1982 GANDHI Gandhi (Richard Attenborough) 1983 THE DEAD ZONE Dead Zone (David Cronenberg) |