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Inhalt dieses Pressheftes Besetzung, Stab, Synchronisation .........................................Seite 1 Der Inhalt ............................................................................ Seite 2 Kurzinhalt ............................................................................Seite 3 Produktionsnotizen ...............................................................Seite 4 Der Regisseur: David Cronenberg ......................................... Seite 15 Zur Person; Jeff Goldblum .................................................... Seite 17 Zur Person: Geena Davis .......................................................Seite 19 Zur Person: John Getz ..........................................................Seite 20 Zur Person: : Mel Brooks .......................................................Seite 22 Der Produzent: Stuart Cornfeld ............................................. Seite 23 Design der "Fliege": Christopher Walas ................................ Seite 24
DIE DARSTELLER Seth Brundle ................................................................. Jeff Goldblum Veronica Quaife ........................................................... Geena Davis Stathis Borans .....................................................................John Getz Tawny ................................................................................ Joy Boushel Dr Cheevers .......................................................................... Les Carlson Marky ................................................................................... George Chuvalo Zweiter Mann in Bar ....................................................... Michael Copeman Gynäkologe ..................................................................... David Cronenberg Krankenschwester ............................................................. Carol Lazare Brundle Stunt Double ......................................................... Brent Meyers
DER STAB Regie David Cronenberg Produktion Stuart Cornfeld Drerbuch Charles Edward Pogue , David Cronenberg Nach der Erzählung von George Langelaan Kamera Mark Irwin C.S.C. Bauten Carol Spier Schnitt Ronald Sanders Musik Howard Shore Co-Produktion Marc-Ami Boyman, Kip Ohman Casting Deirdre Bowen Design der "Fliege" Chris Walas, Inc.
DIE SYNCHRONISATION Rolle: Darsteller(in) Synchronsprecher(in) Seth Brundle Jeff Goldblum Joachim Junzendorf Veronica Quaife Geena Davis Sabine Thiesler Stathis Borans John Getz Wolfgang Kühne Tawny Joy Boushel Sabine Strobel Dialogbuch und -regie: Andreas Pollak Im Verleih der Twentieth Century Fox Start: 8. Januar 1987 Länge: ca. 90 Minuten
DER INHALT Der Wissenschaftler Seth Brundle (Jeff Goldblum) lernt auf einer Fachausstellung die attraktive Journalistin Veronica (Geena Davis) kennen. Veronica schreibt für die Zeitschrift "Particle", ein Blatt, das hauptsächlich über neue Technologien und Erfindungen berichtet. Brundle lädt Veronica in sein Laboratorium ein, wo er ihr eine Erfindung ganz besonderer Art zu präsentieren verspricht. Das Labor Brundles befindet sich in einer alten Lagerhalle am Rand der Stadt. Dort wird Veronica Augenzeugin eines erstaunlichen Experiments. Seth Brundle forscht seit geraumer Zeit auf dem Gebiet der Teleportation. Er bittet Veronica um einen ihrer Nylonstrümpfe, den er in einen sogenannten Telepod legt, einem kabinettähnlichen Gebilde mit schwenkbarer Glastür. Am anderen Ende des Raums befindet sich ein zweiter Telepod. Per Computer-Knopfdruck läßt Brundle den Strumpf im ersten Telepod verschwinden und rematerialisiert ihn im anderen. Stolz verkündet Brundle, daß er der erste Mensch ist, dem es gelang, Materie aufzulösen und an einen anderen Ort zu übertragen. Bisher allerdings funktioniert die Teleportation nur mit toten Gegenständen. Die Teleportation lebender Affen schlug bislang fehl und endete stets mit dem grauenvollen Tod der Tiere. Aber Seth Brundle läßt sich von diesen Rückschlägen nicht entmutigen. Sein Ziel ist es - Menschen zu teleportieren... Veronica ist von Brundles Erfindung verständlicherweise begeistert. Sie wittert die Story des Jahrhunderts. Brundle jedoch will noch keine Zeile über seine Telepods veröffentlicht wissen, worüber es zwischen den beiden zum Streit kommt. Veronica sucht ihren Herausgeber Stathis Borans (John Getz) auf, mit dem sie bis vor kurzem nicht nur beruflich verbunden war. Borans hört sich Veronicas Geschichte an, glaubt aber kein Wort. Als allerdings Brundle hinzukommt, und sich bestätigen läßt, daß "Particle" keinen Artikel über Teleportation bringen wird, beginnt Borans insgeheim zu zweifeln. Er will herausfinden, ob Brundle tatsächlich etwas zu verbergen hat, das sich zu einer Sensationsstory verarbeiten ließe. Heimlich bezieht er vor Brundles Labor Beobachtungsposten. Mit gemischten Gefühlen muß er festellen, daß seine Ex-Geliebte Veronica dort auffällig oft ein und aus geht. Zwischen Veronica und Brundle bahnt sich währenddessen eine Beziehung an. Nach einer heißen Liebesnacht setzt Brundle seine Versuche fort. Mit Erfolg. Es gelingt die erste Teleportation eines Affen. Am darauffolgenden Abend wartet Brundle auf Veronica vergebens. Sie sagt ihm, daß sie ein letztes klärendes Gespräch mit einem ehemaligen Partner führen müsse - Stathis Borans. In Brundle regt sich ein ungekanntes Gefühl: Eifersucht. Er betrinkt sich und faßt im Rausch einen folgenschweren Entschluß. Brundle programmiert die Telepods und unternimmt einen Selbstversuch. Tatsächlich gelingt ihm die Übertragung. In seinem alkoholisierten Zustand hat Seth Brundel freilich eines übersehen: zum Zeitpunkt der Dematerialisierung seines Körpers befand sich ein ander[e]s organisches Lebewesen im Telepod - eine gewöhnliche Hausfliege. Brundles DNS und die der Fliege gehen dadurch eine unheilige Symbiose ein. Doch zunächst weiß Brundle noch nichts von dem katastrophalen Unglück. Er kann es kaum abwarten, Veronica wiederzusehen und ihr vom erfolgreichen Abschluß seines nächtlichen Unternehmens zu berichten. Veronica reagiert auf Brundles Eröffnung zunächst bestürzt, da der Test sein Leben hätte kosten können. Aber da er den Versuch offenbar unbeschadet überstanden hat, teilt sie seinen Enthusiasmus. Nur kurze Zeit darauf machen sich an Brundles Körper erste Anzeichen der stattgefundenen Genverschmelzung bemerkbar. Aus einer Wunde an seinem Rücken wachsen seltsame Haare, sein Gesicht ist bald von häßlichen Flecken und Pusteln gezeichnet. Veronica läßt eines der seltsamen Haare von Brundles Rücken analysieren. Das Resultat: es ist einwandfrei das Haar einer Fliege. Daraufhin rekonstruiert Brundle am Computer den exakten Ablauf der Teleportation. Der Computerspeicher räumt alle Zweifel aus. Brundle wird sich in eine Fliege verwandeln - eine Brundlefliege. Brundle verändert sich allerdings nicht nur äußerlich. Auch sein vorher so ausgeglichenes, friedliches Wesen ist plötzlich ein anderes. Er reagiert bei den geringsten Anlässen aggressiv und gereizt. Zusätzlich entwickelt er ungeheure Körperkräfte. Veronica ist ratlos. Sie liebt Seth Brundle noch immer, obwohl dieser zusehends eine Gestalt annimmt, die nur noch als bedingt menschenähnlich anzusehen ist. Stathis Borans bleibt die wachsende Verstörung Veronicas nicht verborgen. Unter Tränen gesteht sie ihm die Wahrheit - und ihre panische Angst. Veronica ist von Brundle schwanger. Sie hat mit ihm geschlafen - n a c h d e m er im Telepod war. Jetzt befürchtet sie, eine schaurige Mißgeburt auf die Welt zu bringen. Borans bringt Veronica in eine Klinik, wo sie auf der Stelle eine Abtreibung vornehmen will, hat jedoch vorher dem schon stark mutierten Brundle von ihrer Absicht erzählt. Brundle entführt Veronica aus dem Krankenhaus und bringt sie in sein Labor. Er bestürmt sie, das "Kind" zu behalten. Da taucht Stathis Borans auf, um Veronica aus der Gewalt Brundles zu befreien. Bei der anschließenden Konfrontation findet die endgültige Mutation Seth Brundles in ein Insektenmonster statt. Borans, der sich der Fliege in den Weg stellt, hat in dem ungleichen Kampf keine Chance. Es liegt in der Hand von Veronica, dem Alptraum ein für allemal ein Ende zu setzen.
K U R Z I N H A L T Der Wissenschaftler Seth Brundle (Jeff Goldblum) experimentiert mit Teleportation, der Übertragung von Materie von einem Ort zum anderen. Er verliebt sich in die Journalisten Veronica (Geena Davis), die er in seine geheimen Pläne einweiht. Veronica, die zunächst nur ein berufliches Interesse an Brundle hatte, dann aber immer stärker ihre Zuneigung zu ihm entdeckt, wird die erstaunte Augenzeugin verblüffender Phänomene. Aber noch hat Brundle sein eigentliches Ziel nicht erreicht - die erfolgreiche Teleportation von Menschen. Im alkoholisierten Zustand unternimmt er einen Selbstversuch, der katastrophale Auswirkungen hat. Brundle übersah im Rausch, daß sich bei dem gefährlichen Versuch eine gewöhnliche Hausfliege in der Telepod-Übertragungskabine befand. Seine Körperatome vermischen sich mit denen der Fliege. Die Folgen sind verheerend. Seth Brundle verwandelt sich allmählich in einen grotesken Insektenmutaten. Veronica sucht Hilfe bei ihrem ehemaligen Geliebten Stathis Borans (John Getz). Aber es ist zu spät, der Alptraum ist nicht aufzuhalten. Etwas, das nie existierte, lebt. Die Fliege ... P R O D U K T I O N S N O T I Z E N "Die Fliege" ist ein Remake des 1958 fertiggestellten gleichnamigen Horror-Klassikers von Kurt Neumann. In den Hauptrollen waren damals Vincent Price und Al (David) Henson zu sehen. Das von James Clavell geschriebene Drehbuch basierte auf einer Kurzgeschichte von George Langelaan. Hedision porträtierte den Wissenschaftler André, der bei einem Teleportations-Experiment einen Unfall erleidet und dessen Körperatome sich mit denen einer Fliege mischen - sein Kopf und ein Arm gleichen plötzlich der Anatomie eines Insekts. Der Schocker war so erfolgreich, daß zwei Fortsetzungen gedreht wurden, allerdings nicht mehr unter der Regie des verstorbenen Kurt Neumann. Edward L. Bernds inszenierte 1960 "Die Rückkehr der Fliege", dem vier Jahre später der Film "Der Fluch der Fliege" folgte. David Cronenberg legte seiner Version des dreißig Jahre alten Gruselfilms ein vollkommen neues Konzept zugrunde. Als der Drehbuchautor Charles E. Pogue erstmals beim Produzenten Stuart Cornfeld vorsprach, um die Idee eines Remakes von Neumanns "Fliege" zu diskutieren, war man sich von vornherein einig, daß der Boden des Originals verlassen werden müsse. Cornfeld sah keinen Sinn darin, die ursprüngliche Fliegenkopf-Story einfach zu wiederholen.: "Dann hätten wir uns um keinen Deut vom Original unterschieden. Schlechtes Melodrama, einfältiger Horror, das wollten wir nicht. Viel erschreckender, alptraumhafter wirkt der Stoff, wenn sich der Wissenschaftler komplett in ein Tier verwandelt." "Die Fliege" erzählt die Geschichte des Genforschers Seth Brundle (Jeff Goldblum), der an der Übertragung der Materie von einem Ort zum anderen experimentiert. Als er in seinem Laboratorium Eigenversuche unternimmt, ereignet sich ein fataler Zwischenfall. In Brundles bizarr anzusehendem Teleportationsgehäuse befindet sich während des Tests zufällig eine ganz gewöhnliche Mücke [SIC]. Das Unglück ist nicht mehr zu stoppen. Hilflos muß der Wissenschaftler mit ansehen, wie er sich allmählich in einen fürchterlichen Mutanten verwandelt - ein Wesen, das sich ungeheuer gelenkig bewegt, ungeahnte Kräfte entwickelt und nie von dieser Erde war. Neben dieser Monster-Story erzählt Cronenbergs "Die Fliege" auf einer zweiten Ebene eine leidenschaftliche Liebegeschichte, die einen tragischen Ausgang nimmt. "'Die Fliege' ist ein Horrorfilm", unterstreicht Produzent Stuart Cornfeld, der insgesamt zwei Jahre in die Realisierung des Projekts investierte, "es geht um einen Mann, der sich auf furchterregende Weise verwandelt und keinerlei Kontrolle über sein Tun mehr hat. Die Veränderung kommt aus dem Inneren seines Körpers. Die Horrorfilme, die mir persönlich am meisten den Angstschweiß auf die Stirn trieben, waren solche, in denen die Menschen von etwas erfaßt wurden, das aus ihrem eigenen Körper kam. Allein schon die Vorstellung ist ein Alptraum. Mit meinem neuen Film verfolge ich die ausdrückliche Absicht, das Publikum zu erschrecken. Es soll einer dieser Filme werden, nach denen die Leute zu Hause vor lauter Angst die Lichter brennen lassen und überall im Haus unheimliche Geräusche zu hören glauben." Twentieth Centuty Fox, die die Rechte am Original besitzt, gab 1984 den Startschuß für die Neuverfilmung. Kurz darauf stieg Mel Brooks in das Projekt ein. Brooks war maßgeblich an den Planungsarbeiten beteiligt und ließ "Die Fliege" unter dem Banner von Brooksfilm produzieren. "Als Mels Beteiligung in der Branche durchsickerte, glaubten viele, daß wir eine Parodie drehen würden," erzählt Cornfeld, "aber natürlich ist unser Film alles andere als eine Komödie. Wenn Mel seine Filme dreht, bevorzugt er bekanntermaßen Komödien, und er setzt alles daran, daß sie so lustig wie möglich sind. Aber es gibt auch noch andere Seiten an Mel, die er über die Schiene der 1979 gegründeten Brooksfilm-Produktionsgesellschaft kreativ umsetzt. Ich denke da nur an Filme wie 'Der Elephantenmensch' oder 'Frances', die ebenfalls von Brooksfilms hergestellt wurden. Mit diesem neuen Film ehrt Brooks die große Vergangenheit des Horrorfilms." Lächelnd fügt Cornfeld hinzu: "Mel Brooks und Horror, das ist die Seite, die wir bisher an ihm nicht kennen." Die Vorproduktionsphase von "Die Fliege" begann im Januar 1985 in England. Aber als sich Cornfeld und der zuerst vorgesehene Regisseur auf Darstellersuche in Los Angeles aufhielten, ereilte den Regisseur ein schwerer privater Schicksalsschlag und er mußte ausscheiden. Stuart Cornfeld, ein langjähriger Bewunderer des dynamischen Filmstils von David Cronenberg, kontaktierte daraufhin den in Toronto ansässigen "Scanners"-Regisseur. Erst im April desselben Jahres sagte Cronenberg zu, allerdings unter der Voraussetzung, am Drehbuch einige Änderungen vornehmen zu dürfen. Cronenbergs anfängliche Bedenken waren verschiedener Natur. Zum einen war sein Terminkalender von einem Projekt für Dino de Laurentiis beansprucht. Zum anderen besitzt er eine grundsätzliche Abneigung gegen Remakes und Drehbücher, die nicht aus seiner Feder stammen. Bei der Lektüre des Drehbuchs änderte er allerdings seine Meinung: "Ich war wirklich sehr beeindruckt, denn der Autor betrachtete das Thema unter einem vollkommen neuen Blickwinkel. Es war spannend und faszinierend zugleich." Als nächstes reicherte der Kanadier das Drehbuch mit der ihm eigenen dramaturgischen Dynamik an, die ihm in den letzten zehn Jahren den Ruf eines der außergewöhnlichsten Horrorregisseure der Gegenwart einbrachte. Den wesentlichsten Eingriff Cronenbergs in das Originaldrehbuch bildet die Herausnahme der Figur eines zwielichtigen Industriemanagers, der nicht nur an Seth Brundles Erfindung, sondern auch an der attraktiven Veronica interessiert ist. Dieses Element passte Cronenberg nicht ins Konzept. "Ich interessierte mich vielmehr für das eigentlich Kernstück der Story: der Wissenschaftler, seine berufliche Besessenheit, seine Erfindungsgabe. Erst an zweiter Stelle rückt die junge Frau nach, die in sein Leben tritt und sich mit ihm auf eine ganz besondere Art ergänzt. Sie gibt ihm praktisch den letzten Anstoß für den entscheidenden Durchbruch in seiner Forschungsarbeit." Die Rolle des Wissenschaftlers Seth Brundle wird von Jeff Goldblum verkörpert. Goldblum machte zuerst in kleineren Charakterrollen von sich reden ("Invasion der Körperfresser", "Der Stoff, aus dem die Helden sind"), festigte seine beginnende Popularität mit Filmen wie "Der große Frust" und "Die Abenteuer des Buckaroo Banzai". Der Part des Seth Brundle in David Cronenbergs "Die Fliege" markiert nach der John Landis-Komödie "Kopfüber in die Nacht" seine nächste, aufsehenerregende Hauptrolle. Cronenberg: "Der Darsteller des Seth Brundle mußte ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Wir benötigten einen Darsteller, der einen gewissen Humor und eine bestimmte Exzentrik ausstrahlt. Außerdem sollte er als romantischer Liebhaber glaubhaft sein. Leidenschaft und Wahnsinn sind in dieser Figur eng benachbart - auch diesen Dualismus mußte der Schauspieler in den Griff bekommen. Zudem ist eine enorme körperliche Präsenz gefragt. Wir spürten, daß Jeff Goldblum einer der wenigen Darsteller ist, der alle diese Eigenschaften erfüllt." Goldblum beschreibt Brundle als "einen etwas seltsamen Burschen - in gewisser Hinsicht reif und erwachsen, auf anderem Gebiet in einen beinahe manischen Idealismus verstiegen und fast kindlich veranlagt." Cronenberg über Brundle: "Er dringt bei seinen Experimenten bis zu einem Punkt vor, wo ihm der wissenschaftliche Sachverstand allein nicht weiterhilft. Durch diesen Prozeß entwickelt sich Brundle zu einem geschlossenen, reiferen Charakter. Aber nachdem die Transformation einsetzt, zeigt sich die unselige, größenwahnsinnige Dimension des nie zuvor gewagten Experiments." An der Seite von Jeff Goldblum spielte Geena Davis, die ihr Filmdebut in einer Nebenrolle von "Tootsie" absolvierte - sie mimte ein Mädchen, das neben Dustin Hoffman in der Garderobe saß. Später eroberte sie sich mit der Rolle der Wendy Killian aus der TV-Serie "Buffalo Bill" die Herzen der amerikanischen Fernsehzuschauer. Als nächstes war sie der Star ihrer eigenen TV-Serie "Sara". Zuletzt war sie mit Chevy Chase in der Verkleidungskomödie "Fletch - Der Troublemaker" zu sehen. In "Die Fliege" spielte sie die ehrgeizige Journalistin Veronica, die Brundle zunächst aus rein beruflichen Interessen aufsucht, sich dann aber in ihn verliebt. Geena Davis beschreibt den Film als "eine ungeheuerliche Love Story. Nehmen Sie nur den Horroraspekt beiseite und tauschen ihn gegen irgendetwas anderes aus - einen Unfall, eine entstellende Krankheit - , dann geschieht mit den beiden Hauptfiguren im Grunde dasselbe. Zwei Menschen befinden sich in einer außergewöhnlichen Situation. Wie werden sie mit dem Druck fertig? Obwohl der Partner, den man liebt, sich in etwas verwandelt hat, was sich jeglicher normaler Vorstellungskraft entzieht, sind die Empfindungen gleich geblieben. Die Person, der dessen Liebe gilt, existiert weiterhin, wenn auch in einer Lebensform, in der sie kaum noch zu erkennen ist." John Getz, bekannt für seine eindrucksvollen schauspielerischen Leistungen im Suspenskrimi "Blood Sinple", sowie in der US-Fernsehserie "Macgruder and Loud", machte es sichtbaren Spaß, in "Die Fliege" eine Charakter zu verkörpern, der "hart am Rande eines Unsympaths" angesiedelt ist. Stathis Borans, Veronicas Ex-Liebhaber, will die gescheiterte Beziehung zu einer Reporterin wiederaufnehmen und löst dadurch eifersüchtige Regungen in Brundle aus. "Brundle fällt es leichter, das Geheimnis der Teleportation zu lösen, als die Schwierigkeiten im Umgang mit Frauen und Liebe zu bewältigen", erläutert Cronenberg, "durch Stathis gelangt Brundle zu der Erkenntnis, daß das menschliche Wesen äußerst komplex ist. Nichts ist so einfach, wie es scheint - niemand lebt in einem Vakuum. Der Mensch, den man liebt, ist immer schwierig und hat seine ganz persönliche Geschichte. Brundle jedoch ist unfähig, damit umzugehen." "Darin liegt die hauptsächliche Funktion von Stathis begründet. Er vertritt die äußere Welt", fährt Cronenberg fort, "er kann lustig sein, sarkastisch, ironisch, und wenn es von ihm verlangt wird, kann er durchaus ein Held sein. Stathis ist alles andere als eine eindimensional negative Figur. Er ist einfach nur ein Mensch." Wie schon im Original liegt das atmosphärische Schwergewicht von David Cronenbergs "Die Fliege" auf klammer Düsternis, was freilich humoristische Zwischentöne nicht ausschließt, hauptsächlich dann, wenn sich Jeff Goldblum zu verwandeln beginnt. "Es ist gar nichts Neues, daß Menschen auf schreckliche Dinge mit Gelächter reagieren", sagt Cronenberg, "durch diesen ganz normalen Schutzmechanismus stellt sich eine Distanz her, die als befreiend empfunden wird. Es macht die Sache einfach leichter. Einige Leute bezweifelten am Anfang, ob überhaupt Komik eingebaut werden sollte. Erst als wir den Film in Testvorführungen zeigten, wurde klar, daß die Proportionierung stimmt. Eben noch kann man schallend lachen, dann ist man plötzlich gerührt und wiederum eine Szene später zu Tode erschreckt." Komik oder nicht, Cronenberg und Cornfeld bezeichnen "Die Fliege" als Horrorfilm pur - in der Tat näherte sich Cronenberg nie zuvor so sehr dem klassischen Regelsystem eines Horrorfilms an. "Die Herausforderung bestand darin, die Geschichte straight durchzuziehen. Ganz ohne Parodie. Knallhart auf echt gemacht. Wir gingen ganz real davon aus, daß es eine Zeit im Leben eines Menschen gibt, in der er zum Monster wird. Warum auch immer. Von dieser Überlegung ausgehend konzipierten wir den Handlungsablauf - eine Metapher dafür, daß der Mensch zum Monster werden kann. Diesen Gedanken führten wir kompromißlos bis zum Ende, ohne wenn und aber." Cronenberg war der richtige Mann für die Neuinszenierung der alten Horrorstory. Als Kind sah er im Kino die originale "Fliege", und er erinnert sich: "Es gab damals eine Belohnung von 500 Dollar, wenn man beweisen konnte, daß die Transplantation zwischen dem Kopf eines Menschen und einer Fliege unmöglich ist. Im Film wurde nie erklärt, wie die Köpfe ihre Größe ändern konnten, und mir kam das alles sehr unlogisch vor." Ein Platzanweiser bestätigte die Zweifel von Cronenberg Junior. "Das ist unmöglich. Woher sollen denn alle die Moleküle und Atome kommen, wenn man aus einem winzigen Fliegenkopf plötzlich einen Kopf menschlicher Größe macht?" Cronenberg heute: "Eigentlich hätten sie auf einen lebensgroßen menschlichen Körper einen winzigen Fliegenkopf setzen müssen." Diese Überlegungen brachten ihm freilich nicht die ausgesetzten 500 Dollar ein. Was Cronenberg zu der Bemerkung veranlaßt: "Ich denke, die 'Fliege' schuldet mir etwas." So war das Problem der Größenordnung nur ein Aspekt, der für die Neubearbeitung des Horror-Oldie Bedeutung einnahm. In erster Linie aber lag Cronenberg an folgendem: "Ich wollte nicht diesen abgestandenen Moralismus der fünfziger Jahre reproduzieren, in der die Erfindung in sich schlecht ist und zerstört werden muß. Es erschien mir nämlich schon damals unsinnig, warum der Wissenschaftler alles vernichten muß, bloß weil er einen dummen, überflüssigen Fehler gemacht hat. Die Maschine selbst funktionierte wunderbar - er war derjenige, der Mist baute. Die Fliege hätte nicht in das Innere der Maschine kommen dürfen, na gut, dann hätte er halt ein Moskitonetz darüberhängen sollen, um sämtliche Fehlerquellen auszuschließen. Ich hielt dies für eine äußerst billige Art, einen Schlußstrich unter die Geschichte zu ziehen." Und in der neuen Adaption? Cronenberg: "Brundle verschwendet keinen Gedanken daran, ob er ein nächstes Mal vorsichtiger wäre, gesetzt den Fall, es gäbe ein nächstes Mal. Er akzeptiert das was geschehen ist als etwas das schief ging und das zu vermeiden gewesen wäre. Man kann es mit den Leuten vergleichen, die zum ersten Mal mit Radium experiementierten: ihnen stellte sich auch nie die Frage, ob sie nach Rückschläge aufhören sollten." Die Vor-Produktion von "Die Fliege" begann im September 1985 in David Cronenbergs Heimatstadt Toronto. Von Anfang an stellte sich dem Team eine Unmenge technischer Probleme. Ausstatter Carol Spier verfügt über eine langjährige berufliche Erfahrung mit Cronenberg. "Die Fliege" ist bereits ihr sechster Film, an dem beide gemeinsam arbeiten. "Die Filme von David erfordern stets besondere Maßnahmen", sagt Spier, "in seinem neuen Film war es die Gestaltung einer mannsgroßen Fliege, die natürlich die meisten Schwierigkeiten bereitete." Zusammen mit Cronenberg, Art Director Rolf Harvey und Set Designer McAteer legte Spier im August 1985 ihr gestalterisches Konzept vor. "Es besteht aus einer Mischung von alt und neu", erklärt Spier, "wir mischen konventionelle mit ultramodernen Bauten. Superteure High-Tech Apparate stehen in alten Häusern. Um Stathis und Brundle schuf ich stark entgegengesetzte optische Eindrücke. Stathis lebt in einer farblich eher cool gestylten Umgebung, Brundles Umgebung ist in wärmeren Schattierungen gehalten. Das Verlagsgebäude von Stathis ist nach allerneuester Architektur gestaltet, wenn es auch im Kern auf traditionellen Formen basiert. Die Farben sind kalt und etwas steril, ganz im Unterschiede zu Brundles alter Lagerhalle, deren erdige Farbtöne der späteren Verwandlung von Mensch in Fliege ein zusätzliches, unwirkliches Moment verleihen." Carol Spier war außerdem für die Konstruktion eines mächtigen, drehbaren Sets zuständig, der in einer überdimensionalen Röhre untergebracht war. Sämtliche Einrichtungsgegenstände mußten gesondert befestigt werden, damit sie beim Umdrehvorgang in stabiler Lage verharrten. In dieser Kulisse wurde simuliert, wie die Fliege eine senkrechte Wand hinunterläuft. David Cronenbergs Filme sind bekannt für herausragende, nicht selten schockierende Special Effects. "Die Fliege" bildet da keine Ausnahme. Mitte September des Jahres 1985 machte sich "Gremlins"-Schöpfer Chris Walas an die komplizierte Aufgabe, die für die Verwandlungssequenz benötigten Monturen, Dummies und Puppen zu fertigen. Walas: "Die Ausgangsituation ist folgende: Seth Brundle durchläuft insgesamt sieben Phasen der Verwandlung. Dies erfordert einen enormen Aufwand an kostspieligen Spezialeffekten, an deren Durchführung acht bis zehn Leute beteiligt waren. Es gibt kleine Etappenziele, dies auf diesem langwierigen Weg erreicht werden müssen, bis das Puzzle vollständig ist und die Transformation an einem Stück über die Leinwand geht." Walas und sein rund dreißigköpfiger Mitarbeiterstab machte sich Mitte September im kalifornischen San Rafael an die Aufgabe. Goldblum reiste im Oktober an. Von seinem gesamten Körper, darunter auch seinen Zähnen, wurden Gipsabdrücke gemacht, nach deren Maßen die künstlichen Fliegen-Körperteile geschaffen wurden. Zwischendurch pendelten Cronenberg und Cornfeld unablässig zwischen Toronto und Los Angeles. Außerdem fuhren sie oft nach San Rafael, um nähere technische Einzelheiten des "Fliegen"-Designs zu diskutieren. "Meiner Ansicht nach", so Cronenberg, "ist die 'Fliege' ein naturalistischer Film. Chris Walas und ich orientierten uns weniger an Makeup und Effekten früherer Horrorfilme, als an den physikalischen, organischen Regeln der Natur. Es lag nicht in unserer Absicht, einen Film über einen Mann zu drehen, der sich in eine 80-pfündige Fliege verwandelt. Stattdessen schwebte uns die Kombination zweier Wesen vor, die zusammen eine vollständig neue Kreatur ergeben. Wir beobachten also auf der Leinwand ein gesamten Kaleidoskop der Evolution, von der Verpuppung über verschieden andere Stadien bis hin zu einem nie zuvor gesehenen Insekt, das ich Brundlefliege nennen möchte." "Es bestand Einvernehmen darüber", so Walas, "daß die Fliege ein Wesen zwischen Mensch und Insekt sein, und an kein bekanntes Tier erinnern sollte. Unsere moderne Fassung des Films besitzt viel mehr Tiefe als das Original. Wir stellten die körperliche Auswirkung von Brundles Degeneration in den Mittelpunkt und zeigen ihn als ein Geschöpf, das insektenähnliche Fähigkeiten besitzt, aber ganz am Rand noch an einen Menschen erinnert. Dies war eine delikate Gratwanderung, bei der es galt, auch eine Spur Tragik zu wahren." Während das Fliegendesign allmählich Fortschritte machte, wurde Ausschau nach der originalgroßen Fliege gehalten, die durch ihr Eindringen in den Transformationsapparat die Katastrophe auslöst. Die Wahl fiel auf die Spezies der Calliphora Vomitra, die um einiges größer als die gewöhnliche Hausfliege ist und sich daher für die Leinwand besonders anbietet. Die Beschaffung einer solchen Fliege wurde dem Produktionsmanager David Coatsworth aufgetragen, der zudem den größten Teil des technischen Aufnahmestabs rekrutierte. Viele davon hatten zuvor bereits mit Cronenberg gedreht, darunter der Kameramann Mark Irwin, der Cutter Ron Sanders, der erste Regieassistent John Board, der Sound Mixer Bryan Day, sowie Production Designer Spier. Die Dreharbeiten von "Die Fliege" begannen am 1. Dezember 1985 in Toronto. Kurz nach Neujahr siedelte die Crew in die Toronto International Studios um, die etwa 30 Kilometer nördlich der Stadt gelegen sind. Spier traf die Auswahl der verschiedenen Drehorte. Die Eröffnungsszene, die eine wissenschaftliche Ausstellung zeigt, wurde in einer Kunstgalerie von Ontario gedreht. Auf dem Set waren zahlreiche modernste High Tech-Erfindungen installiert, den nötigen Rahmen der Sequenz bilden. Das spektakulärste Objekt dieser elektronischen Requisite war das originale Hologramm eines aufgepumpten Wetterballons. Sämtliche Passagen, die in der Klinik spielen, entstanden in einem neu errichteten Gebäude im Stadtzentrum (die Außenaufnahmen zeigen das chinesische Konsulat von Toronto). Die im Behandlungszimmer spielende Szene mit Jeff Goldblum und Geena Davis erforderte aus dramaturgischen Gründen eine riesige, in die Hausfassade eingelassene Glassteinmauer, durch die sich Brundle gewaltsam Eintritt verschafft. Er befindet sich zu diesem Zeitpunkt bereits in einem fortgeschrittenen Stadium der Transformation von Mensch in Fliege. Da er Veronica an einer geplanten Abtreibung hindern will, entführt er sie und verschwindet mit ihr über die Dächer. Eine Bar in downtown fungierte als Schauplatz der Szene, in der der transformierte Brundle die übermenschlichen Kräfte demonstriert, die ihm als Nebenwirkung des fehlgeschlagenen Experiments entstanden sind. Beim Armdrücken fügt er einem Barbesucher, der ihm an körperlicher Statur weit überlegen ist, eine schwere Verletzung zu. Goldblums Gegenspieler in dieser Szene war der kanadische Schwergewichtsboxer George Chuvalo. Die Außenaufnahmen von Seth Brundles Laboratorium entstanden vor einer alten Lagerhalle in Toronto, die um die Jahrhundertwende erbaut wurde und seit einiger Zeit häufig für Filmaufnahmen genutzt wird. "Der alte, vergammelte Eindruck, den das Haus von außen macht, steht in reizvollem Kontrast zu dem futuristischen Dingen, die sich hinter seinen Mauern ereignen", sagt Spier. Der Aufbau der Innenkulisse des Laboratoriums dauerte insgesamt zwei Monate. Ein Aufwand, der nötig war, da sich hier ein Großteil der Actionszenen zuträgt. Der komplizierte Set besaß einen doppelten Boden, unter dem die Tricktechniker versteckt waren, und von dort aus die verschiedenen "Fliegenpuppen" bewegten. Den optischen Mittelpunkt von Brundles Labor bilden die Teleportationskammern sowie ein modernes Computersystem samt Monitorausrüstung. Des weiteren sind hier die Bücherei, ein Schlafzimmer, ein Wohnraum, Badezimmer und Küche samt fließendem Wasser untergebracht - "einfach alle Komforts, die das Leben lebenswert machen", scherzt Spier. Die Teleportationskabinen (Telepods), mit denen Brundle seine gefährlichen Experimente unternimmt, gehörten zu den wichtigsten Ausstattungsstücken von Cronenbergs "Fliege". Nachdem ein erster Modelentwurf im Papierkorb gelandet war, fand man schon im zweiten Anlauf die Konstruktion, wie sie nun im Film zu sehen ist. Das Design des ursprünglichen und nicht akzeptierten Telepods wurde von Mitausstatter James McAteer treffend als eine Art "überkandidelte italienische Telefonzelle" bezeichnet. In der Tat hatte Cronenberg die Telepods in seinem Drehbuch ähnlich beschrieben, aber als er das Ergebnis dreidimensional vor sich sah, änderte er schlagartig seine Meinung. "So geht es einfach nicht." Dem endgültigen Telepod kam man dann an einem Ort auf die Spur, wo ihn nun wirklich niemand erwartet hätte: in David Cronenbergs Garage. "Im Grunde bestehen die Telepods aus dem Zylinderkopf und -aufbau eines Ducati-Motorrads, das in meiner Garage abgestellt war", erzählt Cronenberg, privat ein leidenschaftlicher Sammler von Rennautos und Motorrädern. Als er seinen Konstrukteuren das gewünschte Aussehen der Telepods zu beschreiben versuchte - "Sie müssen abgerundete Kühlrippen besitzen und sehr maschinenähnlich aussehen." - erkannte er, daß sich sein Motorrad als ideales Anschauungsobjekt eignete. Cronenberg: "Der Zylinderkopf hat die Form einer knotigen Hand eines Giganten. So und nicht anders sollten die Telepods aussehen." Um den Zylinder aus der Nähe zu inspizieren, stellten Spier und McAteer das Motorrad einfach auf den Kopf. Mit durchschlagender Wirkung! "Warum nehmen wir nicht das?", fragten Spier und McAteer. "Prima, dann legt mal los", antwortete Cronenberg. Der Zylinder wurde abmontiert, und nach seinem Vorbild entstanden vier massive, mächtige Telepod-Kabinen. Beim Bau der Telepods mußte auf mehrere besondere Punkte geachtet werden. Zum einen mußte die Körpergröße der Darsteller berücksichtigt werden, zum anderen galt es, verschiedene Kamerawinkel und eine entsprechende Beleuchtung zu gewährleisten. Im Inneren des Telepods mußte eine Belüftung angebracht werden. Zudem war es wichtig, daß die Konstruktion ausreichend Raum zum Verstecken der Kabel bot, mit denen die Tricktechniker hinter den Kulissen die künstliche Fliege in Bewegung setzten. Da die menschliche Teleportation nach Cronenbergs Ansicht eine Geburt symbolisiert, legte er Wert darauf, daß die Schauspieler im Telepod eine embryonale Position einnehmen. Zumindest indirekt sollte der Zuschauer nach Cronenbergs Vorstellung den Brutplatz eines Insekts assoziieren. "Wenn Jeff im Telepod-Kokon ist, befindet er sich in einer Art Larven- oder Puppenstadium", so Cronenberg, "es gibt viele Insekten, die ganz absonderliche kleine Gebilde oder Nester bauen, wenn sie sich verpuppen. Diesen Gedanken hatte ich bei der Realisierung der Telepod-Passagen ständig im Hinterkopf." Besondere Sorgfalt wurde auf die Erzeugung der düsteren, beklemmenden Atmosphäre in Seth Brundles Laboratorium verwandt. Der Verputz der Wände und sämtliche hölzerne Gegenstände auf dem Set erhielten einen speziellen Überzug, der an Staub und Moder erinnert. Die Überwachung der zunehmenden Verwahrlosung des Laboratoriums lag in den Händen des Ausstatters Nick Kosonic, der unter Leitung von Construction Manager Joe Curtin das Brundle-Labor mit Schmutz, Abfall und achtlos weggeworfenen Verpackungsresten füllte. Denn in dem Maße, wie Brundles Verwandlung fortschreitet, steigert sich sein Fliegen-Hunger nach Süßigkeiten wie Kuchen und Schokolade. Zusätzliche Rauch- und Qualmeffekte verschaffen der Szenerie einen mystischen, fast dreidimensionalen Touch. Eine Fliege kann mit Leichtigkeit eine Wand empor oder an der Decke entlang laufen. Eine Fähigkeit, die in "Die Fliege" auch Jeff Goldblum entwickelt. Die diesbezüglichen Szenen wurden in einer drehbaren Kulisse aufgenommen, die von Cheftechniker Kirk Cheney entworfen wurde. Der gesamte Aufbau wog mehr als zwölf Tonnen und wurde von einem 10 PS starken Wechselstrommotor angetrieben. Sets dieser Art gibt es in der Filmgeschichte seit Fred Astaires "Royal Wedding" und wurden zuletzt in "2001 - Odyssee im Weltraum", "Poltergeist" und "Breakin´ 2" benutzt. Aber der Rotationsset aus "Die Fliege" unterscheidet sich in einem wesentlichen Merkmal von seinen Vorgängern. Anstelle eines zentral installierten Achsensytems wird der spektakuläre Effekt durch ein außen angebrachtes Räderwerk erzeugt. Elinor Galbraith, zuständig für die Set-Dekoration, übernahm die Aufgabe, im Inneren der drehbaren Trommel das komplette Abbild eines bestimmten Teils von Brundles Küche zu rekonstruieren. Zunächst ging es darum, möglichst viele ranzige, verrottete Lebensmittelreste aufzutreiben, beziehungsweise deren Illusion zu erzeugen. Der vermeintliche Inhalt halbvoller Perrier- oder Schnapsflaschen wurde zu diesem Zweck aus einem Festgemisch von Polyester, Fiberglas und Harz erzeugt. Zähflüssige Lebensmittel wie Marmelade oder Honig wurden mittels eines Gemischs aus Gelatine und Glyzerin simuliert, dessen Oberfläche bei der Drehbewegung ebenfalls in waagerechter Parallele zum dazugehörigen Gefäß verbleibt. Was auf der Leinwand wie Erdnußbutter und klebrige Marshmallows aussieht, ist in Wirklichkeit ein schnell haftender Mörtel der Bezeichnung Hydro Cal. Die Küche wurde aber nicht nur mit derlei speziell präparierten Materialien ausstaffiert, sondern auch mit echten Lebensmitteln wie Doughnuts-Krapfen, Kekse und Kuchen, die das Team während der zehntägigen Weihnachtspause auf ganz natürlichem Wege über das Frischhaltedatum schimmeln ließ. Der nächste Schritt bestand im festen Justieren aller Gegenstände und Requisiten, die in der drehbaren Trommel den Gesetzen der Schwerkraft standhalten mußten. Sie wurden mit zwei verschiedenen Spezialklebern befestigt: Silicone Sealant, "der besonders gut auf Fliesen und Kacheln haftet", sowie einem Industriekleber, der ebenfalls wie Silicon Sealant von Pacer Technology in Campbell, Kalifornien, hergestellt wird. Bei größeren Einrichtungsgegenständen wie dem Kühlschrank wurden die Seitenwände mit Bolzen unter dem Fußboden befestigt. Bei den Küchenregalen war es nicht nur damit getan, sie fest zu verankern. Das darauf befindliche Geschirr wurde Stück für Stück angeklebt, Teller und Tassen waren in der Spüle fest montiert und sogar ein Lampenschirm war so verschweißt, daß er in der Seitenlage stabil blieb. Für eine besonders wirkungsvolle Szene wurde eine Kamera im Boden verschraubt. Der Kameramann und sein Assistent befanden sich auf einer gesonderten, drehbar gelagerten Plattform. Jeff Goldblum turnte bei der Aufnahme, scheinbar den Gesetzen der Schwerkraft widersprechend, die Wände hinauf, während sich die Trommel in beständiger Rotation befand - der daraus resultierende Effekt ist verblüffend. Zwei Drittel des gesamten Films zeigen "normale" Menschen und Situationen, und erst im letzten Drittel eskalieren die grausamen, dramatischen Verwandlungsszenen. "Wir sind stolz darauf, daß wir im Film eine Menge unterschiedlicher Dinge unterbringen konnten", erklärt der Special Effects-Experte Chris Walas, "der Schauspieler wahrt sich unter der extremen Maske und seiner Ganzkörperbeschichtung einen Charakter, den man bemitleiden und bedauern kann. Es war unsere Absicht, eine völlig einmalige Kreatur zu schaffen, die weder richtig Mensch noch richtig Fliege ist. Deshalb mußte sein Make-up zwar an ein Insekt erinnern, aber dennoch menschenähnliche Züge aufweisen. Dieses Wesen kämpft mit sich selbst und der Kreatur, die zu werden es begonnen hat. Erst nach der allerletzten Transformation verschwindet der Mensch aus der 'Brundlefliege'. All das Leiden und der Schmerz, mit denen diese Figur im Lauf der Handlung konfrontiert war, verlangte zwingend nach einer emotionalen Entsprechung in den angewandten tricktechnischen Mitteln. Wir kombinierten also Make-up, Prothesen, Mechanik und Puppen und gaben dem Ergebnis die Bezeichnung 'Emotronik' - Emotion und Elektronik in einem. Wir haben künstliches Leben erzeugt." Jeff Goldblum hat in keinem seiner bisherigen Filme eine derart aufwendiges, komplexes Make-up getragen. "Im Finale des Films wird es total extrem", sagt Goldblum, "an meinem gesamten Körper sind dann Props und künstliche Insektenkörperteile angebracht." Goldblum trug dieses Kostüm an zwanzig Drehtagen, schätzungsweise auf Dauer von jeweils zehn Stunden. Goldblum auf die Frage, wie er sich unter der Fliegen-Montur fühlte: "Es ist, als würde man mit Händen und Füßen aus Schaumgummi in ein enges Trikor gezwängt sein." In diesem unbequemen Zustand verhielt sich Goldblum nach den Worten des Special Make-up-Experten Stephen Dupuis "äußerst geduldig, wie ein Gentleman und waschechter Profi." Die einzige Klage, die man bisweilen von Goldblum zu hören bekam, war, daß es ihm mitunter "ein klein wenig zu warm" unter der Fliegen-Kostümierung war. "In der allerletzten Phase seiner Verwandlung tritt an die Stelle des Schauspielers ein Monster", fügt Cronenberg an, "meine Definition eines wahren Monsters lautet: es ist etwas, das nicht von einem Schauspieler dargestellt werden kann, der sich unter einer Verkleidung versteckt. Am Ende meines neuen Films tritt dementsprechend mein allererstes richtiges Monster auf. Es ist wirklich sehr aufregend, spannend und unterhaltsam, mit Monstern umzugehen. Ich habe das noch nie getan, nicht auf diese Art." Trotz oder wegen dieser monströsen Rahmenbedingungen herrschte auf dem Set eine gelassene, entspannte Stimmung. In den Drehpausen setzte sich Goldblum, ein begeisterter Musiker, ans Klavier, und Geena Davis sang dazu. Der erste Regieassistent John Board griff gelegentlich zur Geige, die Leute des technischen Stabs relaxten in der Crew Lounge bei immer neuen Jam Sessions. Was den einen allerdings zum Flachs und Spaß gereichte, löste mitunter bei anderen nacktes Entsetzen aus. Zufällige Besucher des Sets wurden mal hier, mal da erschreckte Augenzeugen höchst absonderlicher Begebenheiten. Etwa wenn sich Chris Walas urplötzlich in gespielten Hysterieanfällen zu Boden warf, ein Statist daherspazierte und aus seinem Kopf eine leuchtende Glühbirne ragte oder die Hafergrütze auf dem Frühstückstisch durch einen würgeerzeugenden Stich ins Grüne zu gefallen wußte. Ein Besucher allerdings war herzlich willkommen: Mel Brooks. Brooks, an der Entwicklung und Finanzierung von "Die Fliege" maßgeblich beteiligt, wohnte den oben erwähnten Aufnahmen in der "drehbaren" Küche bei. Zu seinen Ehren erschienen an diesem Tag alle Crewmitglieder mit Schlipsen, von denen einige ganz normaler Fertigung waren, andere aus Scherzartikelläden stammten. Goldblum sprach im Namen aller Schauspieler, als er die Arbeit mit Cronenberg folgendermaßen beschrieb: "Er besitzt zwei Eigenschaften, die sich normalerweise selten in einer Person vereinen. Er weiß ganz genau, was er will, wie die Story verlaufen soll und wie die Darsteller zu agieren haben. Gleichzeitig ist er absolut offen für kreative Vorschläge der Schauspieler. Die Zusammenarbeit mit ihm war hervorragend." Cronenbergs umgekehrtes Statement über Goldblum klingt ganz ähnlich: "Wir harmonierten sehr gut, da Jeff seinen Charakter intuitiv richtig zu nehmen verstand. Er ist im besten Sinn sehr verspielt und wir hatten auf dem Set eine Menge Spaß. 'Die Fliege' ist im Grunde ein Drei-Personen-Film. Ich muß allen Schauspielern ein großes Lob aussprechen, die Arbeit mit ihnen war ausgezeichnet. Sie besitzen zwar vollkommen gegensätzliche Stilrichtungen, aber gerade deshalb passten sie so gut zusammen." Cronenberg über Geena Davis und John Getz: "Ich fühle mich ein bißchen wie ein Entdecker von Geena. Aus ihrer Fernsehserie und aus 'Tootsie' ist sie als Komödiantin bekannt, aber ich bin sicher, daß sehr viel mehr in ihr steckt. Sie kann auch eine glänzende Charakterdarstellerin sein, und ich hoffe, daß mein Film ihr auf diesem Weg behilflich sein kann. Was John Getz betrifft: im Film wirkt er sarkastisch und zynisch, im Privatleben ist er das genaue Gegenteil. Er lacht sehr viel und ist ein grundauf guter Kerl. Er war von Anfang bis Ende wie verschmolzen mit der Figur des Stathis Borans." David Cronenbergs Resumee: "Ich hätte nie geglaubt, daß ich jemals ein Remake drehen würde, aber ich erkannte, daß 'Die Fliege' ein wunderbarer, lohnenswerter Stoff mit großem Potential ist." Mit einem verschmitzten Lächeln fügt er hinzu: "Ich wußte schon immer, daß ich einen großen Insektenfilm in mir herumtrage."
Der Regisseur: David Cronenberg Die Regie des Science Fiction-Horrorfilms "Die Fliege" führte der gebürtige Kanadier David Cronenberg, der in Zusammenarbeit mit Charles Edward pogue auch das Drehbuch verfaßte. In den Hauptrollen spielen Jeff Goldblum, Geena David und John Getz. "Die Fliege" ist das Remake eines gleichnamigen Horrorfilms aus dem Jahre 1958. Die Originalvorlage wurde von Cronenberg vollkommen neu bearbeitet, und es war gerade diese schöpferische Umgestaltung, die David Cronenberg reizte. "Die vollständige Metamorphose ist interessanter und spannender als die des Films aus den fünfziger Jahren, wo lediglich der Kopf, aber nicht der gesamte Körper ausgetauscht wurde", sagt er. "Die erste Neufassung des Drehbuchs von Charles Edward Pogue klang bereits ganz vielversprechend, aber ich dachte mir, daß man noch vieles verbessern könnte." Cronenberg nahm diverse Eingriffe in das Pogue-Skript vor. Gleichzeitig betont er: "Die Fassung von Pogue war eine wichtige Orientierungshilfe und enthält mehrere glänzende Details, die wir voll beibehalten haben." Der in Toronto lebende David Cronenberg ist Autor und Regisseur zahlreicher ungewöhnlicher und bizarrer Horrorfilme, von denen viele bereits auf internationaler Ebene Kultstatus genießen. Dazu zählen "Die Brut", "Scanners", "Videodrome" und zuletzt die Stephen King-Adaption "The Dead Zone" (neben "Fast Company" einer der wenigen Filme, bei denen Cronenberg nicht auch als Drehbuchautor verantwortlich zeichnet). In den Hauptrollen von "The Dead Zone" wirkten Christopher Walken, Brooke Adams und Martin Sheen mit. In den drei Jahren nach "The Dead Zone" war Cronenberg in erster Linie mit Schreiben beschäftigt. Er kümmerte sich um seine Familie und war mit mehreren Projekten beschäftigt, darunter eine Fernsehserie für HBO. Cronenberg: "Das war eine richtige Cronenberg-pur-Serie. Sie wollten, daß sie unheimlich wird, aber sie wurde zu unheimlich." Cronenberg arbeitete zusätzlich an einem Projekt für Dino De Laurentiis, dessen Vorbereitungsgespräche ihn dreimal nach Rom führten. "Mein Italienisch machte einen Sprung von Null auf dreißig Stundenkilometer", schmunzelt er. Das Vorhaben mit De Laurentiis wurde nach dreizehn verschiedenen Entwürfen vorerst auf Eis gelegt. Cronenberg schaute sich nach einem anderen Stoff um. Bis "Die Fliege" in Cronenbergs Post landete ... Cronenberg, der als "Prinz des modernen Horrorfilms" gilt, wurde am 15. Mai 1943 in Toronto geboren. Seine Mutter war eine Musikantin, sein Vater Schriftsteller, der unter anderem als Herausgeber der "True Canadian Crime Stories" fungierte. David wollte in die Fußstapfen seines Vaters treten. Er schrieb Fantasy- und Science Fiction-Geschichten, die er an verschiedene Magazine schickte. Obwohl keine davon abgedruckt wurde, erhielt er mehrere Briefe von Lektoren und Redakteuren, die ihn zum Weiterschreiben ermutigten. Als sich Cronenberg an der Universität von Toronto einschrieb, war endlich eine seiner Geschichten mit einem Preis ausgezeichnet worden. Der junge Student besuchte wissenschaftliche Seminare, konzentrierte sich aber auf das Studium von Literatur und Englisch. 1967 machte Cronenberg in diesen Fächern an der Uni seinen Abschluß. Seine Interesse für Film entstand am College. Er produzierte zwei Kurzfilme, der eine aus dem Bereich des Science Fiction, der andere ein Horrorfilm. Beide waren auf 16 mm gedreht. Ihre Titel: "Transfer" und "From the Drain". Ende der sechziger Jahre inszenierte Cronenberg seine zwei ersten 35 mm-Filme "Stereo" (ein Prototyp des späteren "Scanners") sowie "Crimes of Passion" [Crimes of the Future]. 1971 verbrachte Cronenberg einen Europa-Aufenthalt, finanziert aus öffentlichen Geldern. Vier Jahre später drehte er seinen ersten kommerziellen Film "Shivers", auch bekannt unter dem Titel "They Came From Within", der auf Anhieb zu einem der kassenstärksten Streifen der kanadischen Filmgeschichte avancierte. Cronenbergs nächster Film hieß "Rabid". Die Hauptrolle spielte Marilyn Chambers. "Rabid" spielte bei Produktionskosten von 500 000 Dollar eine Summe von sieben Millionen Dollar ein. So kam es, daß David Cronenberg im Jahr 1977, nach nur zwei Filmen, zu einem der vielversprechendsten Regisseure Kanadas wurde. Es folgte "Fast Company", einer der wenigen Filme, die Cronenberg nicht nach eigenem Drehbuch bearbeitete. "Fast Company" spielt im Rennfahrermilieu, zu dem Cronenberg schon immer einen engen Bezug hatte. Der Liebhaber schneller Autos und hochgezüchteter Motoren ist privat ein Sammler italienischer Autos und Motorräder. 1979 legte Cronenberg mit "Die Brut" seine bis dato teuerste Produktion vor. In den Hauptrollen spielten Oliver Reed und Samantha Eggar. Das Schwergewicht lag weniger auf äußeren Actionelementen, denn auf psychologischer Intensität. Der dynamische, visuelle Stil des Films findet auch in allen späteren Cronenberg-Filmen seine konsequente Entsprechung und Fortführung; ein Qualitätskriterium, das Cronenbergs Ruf als virtuoser, eigenständigster Regisseur des phantastischen Films wesentlich festigte. Der Psi-Thriller "Scanners" richtete sich an ein breiteres Publikum, als die Filme aus Cronenbergs früheren Phase. Jack Kroll notierte in Newsweek: "Cronenberg besitzt zwei Begabungen, die ihn als Meister des Horrorfachs ausweisen. Er weiß, wie man die Zuschauer zu Tode erschreckt, und die gräßlichsten Details seiner Filme sind Teil und Reflektion einer ganz bestimmten, individuellen Weltsicht. Er überträgt das Melodram in den Mythos." "Videodrome" mit James Wood und Rockstar Deborah Harry in den Hauptrollen, hatte im Februar 1983 Premiere. Andy Warhol feierte den Film als "Uhrwerk Orange der achtziger Jahre". Cronenberg hinterfragte in "Videodrome" Bedeutung und Einfluß der Massenmedien. Es geht um eine Geheimorganisation, die den Alltagsgegenstand Fernsehen als tödliche Waffe mißbraucht. Mit der anschließenden Stephen King-Verfilmung "The Dead Zone" verließ Cronenberg kurzfristig das Feld surrealistischer Spezialeffekte, für die er bekannt wurde. Christopher Walken verkörpert einen Lehrer, der nach einer schweren Hirnverletzung aus dem Koma erwacht und ungeahnte geistige Kräfte entwickelt. Cronenberg konzentrierte sich hier auf die reine Schauspielerleistung und atmosphärische Dichte. David Chute schwärmte im Los Angeles Herald Examiner: "Wenn dieser Film kein Klassiker wird, weiß ich nicht, welcher Film sonst einer sein sollte." Die Filme des David Cronenberg wurden weltweit mit Preisen und Ehrungen überhäuft. Zwei Jahre in Folge erhielt er auf dem Internationalen Festival von Horror- und Fantasyfilmen in Spanien den Großen Preis für den besten Film und die beste Regiearbeit. Das Filmfestival von Toronto würdigte ihn 1983 mit einer Retrospektive, zu deren Anlaß die Academy of Canadian Cinema die Anthologie "The Shape of Rage: The Films of David Cronenberg" herausgab. Sie enthält Aufsätze, Essays und Kritiken zu allen Cronenberg-Filmen von "Stereo" bis "Dead Zone". Weitere Cronenberg-Retros gab es auf dem Phantastischen Filmfestival von St. Malo in Frankreich, auf der vierten Internationalen Fantasy- und Science Fiction-Ausstellung von Rom, sowie auf den Filmfestivals von Edinburg und Metz. Allein "The Dead Zone" strich auf dem Festival von Avoriaz drei von fünf Asuzeichnungen ein, und wurde außerdem in den USA für sieben Edgar Allen Poe Awars nominiert. Zur Person: Jeff Goldblum Jeff Goldblum verkörpert in "Die Fliege" den Wissenschaftler Seth Brundle. "Mir gefällt vor allem das Element der tragischen Liebesgeschichte", erklärt Goldblum, der schon das Original aus dem Jahr 1958 zu seinen persönlichen Lieblingsfilmen rechnet, "in unserer Geschichte verliert der Wissenschaftler in einem kritischen Moment das Vertrauen in seine neue Freundin, was fatale Folgen nach sich zieht." Jeff Goldblums Hang zu unkonventioneller Ausdrucksstärke drückte bereits einer ganzen Anzahl von Filmen einen unverkennbaren Stempel auf, darunter das Remake von "Die Invasion der Körperfresser", "Der große Frust" und "Der Stoff, aus dem die Helden sind". In diesen Filmen verfügt Goldblum über eine einzigartige Leinwandpräsenz - seine Charaktere vereinen gelassene Heiterkeit mit überzeugender Souveränität. In der jüngeren Vergangenheit erschien er in "Kopfüber in die Nacht", einer Krimikomödie von John Landis, in Lawrence Kasdan Western "Silverado", wo er mit stechendem Blick und steinernem Pokerface einen geheimnisvollen Glücksspieler darstellte; und erst kürzlich mimte er in der Horrorkomödie "Transsylvania 6-5000" einen rasenden Reporter, der auf abenteuerlichen Recherchen die Bekanntschaft von Frankenstein, Dracula und Konsorten macht. Jeff Goldblum stammt aus Pittsburgh und strebte schon frühzeitig eine Schauspielerkarriere an. Er nahm in New York City Schauspielunterricht. In Sanford Meisners legendärem Neighborhood Playhouse vervollständigte er seine darstellerische Ausbildung. Ein Jahr später übernahm er einen Nebenrolle in der Joseph Papp-Produktion "Two Gentlemen of Verona". Die Inszenierung wechselte bald auf den Broadway. Der endgültige Durchbruch gelang Goldblum allerdings erst mit der off Broadway-Komödie "El Grande de Coca Cola", in der er in der Rolle eines Klavierspielers zu sehen war. Zufällig saß Robert Altman im Publikum. Spontan bot der Filmregisseure dem Newcomer Rollen in seinen damals bevorstehenden Projekten "California Split" und "Nashville" an. Diesen zwei Cameo-Auftritten ließ Goldblum mehrere andere folgen, in denen er sein komödiantisches Talent immer mehr entfaltete. Unvergessen bleiben Goldblums Gastspiele als kalifornischer Sektierer in Woody Allens "Der Stadtneurotiker", als schwerer Motorradfreak in "Nashville" und als überempfindlicher, hypernervöser Schauspieler in "Next Stop Greenwich Village". Außerdem war er in "Between the Lines" der idealistische, versponnene Rockkritiker, der aus Geldnot seine gesamte Schallplattensammlung verscherbeln mußte. In "Tank God. It´s Friday" portraitierte er einen arroganten Discobesitzer, in "Invasion der Körperfresser" fiel er einer bösartigen, außerirdischen Lebensform zum Opfer, in "Der Stoff, aus dem die Helden sind" wirkte er in der Rolle eines NASA-Ausbilders mit. Viel Aufmerksamkeit erregte Jeff Goldblum mit der Rolle des früher agitierenden, heute resignierten "People Magazine"-Reporters in "Der große Frust". Anschließend spielte er in "Die Abenteuer des Buckaroo Banzai" einen Gehirnchirurgen auf Fantasy-Abwegen. Unter der Regie von John Landis mimte er in "Kopfüber in die Nacht" als nächstes einen an Schlaflosigkeit leidenden Fachmann für Satellitenkommunikation, der eine schöne Dame (Michelle Pfeiffer) kennenlernt, auf deren Spuren sich unglücklicherweise ganze Horden von schießwütigen Verbrechern befinden. Zwischen all diesen Engagements fand Goldblum immer Zeit für Abstecher bei Bühne und Fernsehen. In Manhattan war er in Stephen Poliakoffs "City Sugar" sowie im Musical "Mooney Shapiro´s Song Book" zu sehen. Im amerikanischen Fernsehen war er zuletzt in einer Episode von HBO´s "Ray Bradbury Theatre" zu sehen. Ihr Titel lautete "The Town Where No One Got Off", Goldblum spielte einen Schriftsteller. Ferner wirkte er in der PBS-Produktion "Popular Neurotics" mit, verkörperte in ABC´s "Tenspeed and Brown Shoe" einen Börsenmakler, der zum Privatdetektiv wird, agierte als "Großer, böser Wolf" in Shelley Duvalls populärer Märchenstunde und stellte die Titelrolle des ABC-Fernsehspiels "Ernie Kovacs: Between the Laughter" dar. Zu den weiteren Filmauftritten des Jeff Goldblum zählen: "Ein Mann sieht Rot" (Goldblums Leinwanddebüt), "Remember My Name" und "Threshold", für den er eine Genie-Nominierung erhielt, das kanadische Gegenstück zum amerikanischen Oscar. Jeff Goldblum lebt in Los Angeles und ist begeisterter Hobbymusiker.
Zur Person: Geena Davis Geena Davis verkörpert in David Cronenbergs "Die Fliege" Seth Brundles Freundin Veronica. Geena beschreibt Veronicas Charakter folgendermaßen: "Sie ist eine moderne, ehrgeizige Karrierefrau, die als freie Mitarbeiterin für das wissenschaftliche Magazin 'Particle' schreibt." John Getz spielt Stathis, Veronicas Herausgeber und Ex-Partner. "Aber dann entdeckt Veronica ihre wahre Liebe zu Brundle", fährt Geena fort, "diese Romanze wird leider von einer ganz gewöhnlichen Hausmücke zunichte gemacht." Vor allem als Komödiantin ist Geena Davis bekannt, zuletzt spielte sie in der Horrorkomödie "Transsylvania 6-5000" eine heißblütige Vampirlady. Ihr Partner war übrigens kein anderer als Jeff Goldblum, der Seth Brundle aus "Die Fliege". Zuvor machte Geena Davis mit ihrer Fernsehserie "Sara" Karriere, einer von NBC produzierten Komödienreihe über das modische Single-Leben der achtziger Jahre. Der Blockbuster "Tootsie" markierte 1982 das Leinwanddebut der Geena Davis. Sie spielte die Seifenoper-Darstellerin April Page, die sich mit Dorothy Michaels (Dustin Hoffman in Frauenkleidern die Garderobe teilte. Kurz darauf folgte das Bildschirmdebut Geena Davis´. Sie spielte in der NBC-Komödienserie "Buffalo Bill", die von einem egozentrischen skrupellosen Talk Show-Master handelt, der erbarmungslos auf den Schicksalen anderer Leute herumtrampelt. Geena portraitierte die charmante, leicht naive Assistentin des TV-Stars. Die zweite Laufsaion von "Buffalo Bill" hielt für Geena Davis gleich ein weiteres Debut bereit. Sie spielte in einer Folge, deren Drehbuch aus ihrer eigenen Feder stammte. Es war das erste Drehbuch, das sie je geschrieben hatte. Als nächstes folgte ihr zweiter Film "Fletch - Der Troublemaker", den Michael Ritchie inszenierte. Sie übernahm den Part der Zeitungsherausgeberin Larry, bei der der rasante Reporter Fletch in Diensten steht. Ursprünglich war für diese Rolle ein Mann vorgesehen, aber nachdem Geena Testaufnahmen für eine andere Rolle gemacht hatte, bot man ihr den Part der Zeitungschefin an. Zu dieser Zeit wirkte sie ebenfalls in zwei Episoden der berühmten NBC-Serie "Family Tries" mit. Sie portraitierte eine leicht zerstreute Haushälterin namens Karen. Ihre darstellerische Leistung gefiel den Produzenten so sehr, daß sie Geena sofort für ihre neue Serie "Sara" unter Verrag nahmen. Zu Geena Davis´ weiteren Fernsehauftritten zählen "Elena", ein NBC movie of the week, in dem sie als russische Spionin vor die Kamera trat, sowie "Sketches", eine Komödie von Home Box Office. Geena Davis stammt aus Wareham, Massachussetts. Die Eltern ließen dem Kind Klavier- und Flötenunterricht erteilen, aber Geena entschied sich schon frühzeitig für die Schauspielerlaufbahn. Geena spricht fließend Schwedisch, Resultat eines schwedisch-amerikanischen Schüleraustausches während ihrer High School-Jahre, und betätigt sich in ihrer Freizeit als Cartoonistin und Erfinderin. An der Universität von Boston belegte sie eine professionelle Schauspielausbildung und machte 1979 ihren Abschluß. Während der Semesterferien schloß sie sich den Ensembles kleinerer Bühnen aus New Hampshire an. Nach ihrer Collegezeit zog Geena Davis nach New York, wo sie von der renommierten Zoli Modellagentur aufgenommen wurde. Diese vermittelte sie für diverse Reklamespots und es dauerte nicht lange, bis Talentscouts und Casting-Agenten bei Geena anklopften. Im Frühjahr 1982 war es soweit. Das Casting für "Tootsie" hatte begonnen. Und damit die steile Laufbahn der Geena Davis. Zur Person: John Getz John Getz spielt Stathis Borans, den Herausgeber des wissenschaftlichen Magazin "Particle", bei dem auch Veronica, die Freundin Seth Brundles, beschäftigt ist. Getz über Borans: "Er ist einer jener Menschen, die weder unbedingt nett, noch absolut unsympathisch sind. Er ist schon ein bißchen besessen von dem, was er tut, und solche Charaktere sind immer spannender als andere. Ich habe versucht, ihn so realistisch und natürlich wie möglich erscheinen zu lassen." Getz ist vor allem bekannt für seine Rolle im Psychoreißer "Blood Simple". Außerdem spielte er in "Thief of Hearts" und "Tatoo". Beim Fernsehen verkörperte er in der ABC-Serie "Magruder and Loud" den Magruder. Er erschien in den Pilotfilmen der Serien "Suzanne Pleshette is Maggie Briggs" und "Concrete Beat". Zusätzlich war Getz in den Fernsehspielen "Kent State" und "Muggable Mary" zu sehen. In einer frühen Phase seiner Schauspiellaufbahn wirkte er anderthalb Jahre in der NBC-Serie "Another World" mit und war Mitwirkender von "Wonder Woman", "Barnaby Jones" sowie "Three´s Company". Getz entfaltete auch auf der Bühne rege Aktivität. Kürzlich gehörte er zum Ensemble der off Broadway-Produktion "Cruise Control", die von Kevin Wade geschrieben wurde. Für diese Rolle ließ er sich einen Bart stehen, den Getz nun auch in "Die Fliege" trägt. Unter der Regie von Joseph Papp spielte er in einer Inszenierung von "Measure for Measure". Außerdem spielte er in den Stücken "Seamarks", "The Dining Room" und "MacBeth". Mit dem Bühnenstück "Benito Cereno" absolvierte er eine internationale Tournee, die unter anderem nach Paris und Amsterdam führte. John Getz stammt aus Davenport, Iowa. Er und seine drei Schwestern wuchsen in der Gegend um Molin, Illinois, auf. Nach seinem Schulabgang Mitte der sechziger Jahre schrieb er sich eine Weile an der Universität von Tacoma, Washington, ein. Er wollte Schriftsteller werden und belegte literarische und sprachliche Seminare. Das nötige Taschengeld verdiente er sich in der Motorenfabrik seines Vaters und als Taxifahrer in Boston. Parallel dazu setzte er seine Studien fort. Getz war Mitbegründer eines Zentrums für Neue Schauspielkunst und leitete dort als Assistenzlehrer Kurse über Improvisationstechniken. Als er im Winter 1969 die Universität verließ, hatte er noch immer keine endgültige Entscheidung über seinen späteren Berufsweg gefällt. Auf den Rat seines Schauspiellehrers schlug er die darstellerische Richtung ein und ließ seine literarischen Ambitionen in den Hintergrund rücken. Getz bewarb sich beim American Conservatory Theatre in San Francisco und erhielt ein einjähriges Stipendium. Anschließend zog er sich ein weiteres Jahr auf ein Hausboot bei Sausalito zurück, wo er sich erneut Schreibarbeiten widmete. Es wurde ihm angetragen, bei der Eröffnung eines neuen Theater behilflich zu sein. Die Gruppe trug den Namen "The Napa Valley Theatre Company" und stellte bald ein äußerst erfolgreiches Programm auf die Beine. Getz arbeitete bei Napa Valley als Produzent, Regisseur, Darsteller und Komponist, ab und zu bediente er sogar in der angeschlossenen Weinstube. Schließlich waren die Weichen für das Fernsehdebut des John Getz gestellt. In "The Killer Bees" spielte er an der Seite von Gloria Swanson. Danach hatte Getz eigentlich einen Europatrip vorgesehen. Aber unterwegs ging ihm das Geld aus, und als auch noch sein Auto den letzten Schnaufer tat, blieb er in New York. Er bemühte sich um einen Job und stand nach kurzer Zeit in einem Theaterstück für Kinder neben F. Murray Abraham auf der Bühne. Es folgte "Call Me Charlie", eine Show mit Danny De Vito. Getz etablierte sich rasch in der New Yorker Theaterszene und erhielt Angebot auf Angebot. Erste kleine Filmrollen übernahm Getz in "The Happy Hooker" (mit Lynn Redgrave) und "The Sentinel", einer Regiearbeit von Michael Winner mit Bruce Dern in der Hauptrolle. John Getz, der es bevorzugt, in der Nähe des Wassers zu leben, hat sein Domizil in New York aufgeschlagen - in Sichtweite seines Segelschiffs "Alice". In seiner Freizeit verfaßt er Poesie. Außerdem plant er die Anschaffung eines größeren, ozeantüchtigen Bootes, mit dem er die Karibik die Karibik, den Südpazifik und das japanische Meer durchkreuzen will. Zur Person: Mel Brooks Mel Brooks ist bekannt für seine zahlreichen Komödien und skurrilen Filmspäße. Aber nicht weniger Aktivität entfaltet er auf dem Gebiet der Produktion. 1979 gründete Brooks seine eigene Produktionsgesellschaft Brooksfilm Limited, mit der er die Arbeit ihm nahestehender Künstler fördert. "Die Fliege" war ein Projekt, das Brooks auf Anhieb interessierte. Mit viel Enthusiasmus betreute er die einzelnen Entwicklungsstufen des Films, der unter der Regie des "Scanners"-Machers David Cronenberg entstand. Mit David Lynchs "Der Elefantenmensch" gab Brooksfilm 1980 einen beachtlichen Einstand. Der Film wurde für acht Oscars nominiert und von der Britischen Academy als Bester Film des Jahres preisgekrönt. Zwei weitere Brooksfilme sorgten 1982 für Aufsehen: "My Favourite Year", eine Produktion von Brooksfilms und Michael Gruskoff, mit Peter O`Toole in der Hauptrolle und "Francis", der Jessica Lange eine Oscar-Nominierung für die beste Nebenrolle eintrug. Erst kürzlich stellte Brooksfilms in Spanien den Film "Solarbabies" fertig. Regie führt Alan Johnson, in den Hauptrollen spielen Lucas Haas, Richard Jordan, Charles Durnig und Jamie Gertz. Der aus Brooklyn stammende Mel Brooks hatte in Red Bank, New Jersey, in einer Aufführung von Clifford Odets "Golden Boy" sein Schauspielerdebut. Im sogenannten "Goldenen Zeitalter des Fernsehens" schrieb er für Sid Caesars "Caesar´s Hour" und "Your Show of Shows", was ihm erstes Renommee einbrachte. 1965 schuf er mit Buck Henry die erfolgreiche Fernsehserie "Get Smart", die es auf eine Laufzeit von fünf Jahren brachte und noch heute häufig wiederholt wird. Ein weiterer früher Meilenstein seiner Karriere waren die legendären "2000 Year Old Man"-Alben, die er zusammen mit Carl Reiner einspielte. Danach schrieb und inszenierte Mel Brooks den Kurzfilm "The Critic", der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Dem ließ Brooks sogleich seinen ersten Spielfilm "The Producer" folgen, bei dem er als Autor und Regisseur fungierte. Resultat: ein weiterer Oscar, diesmal für das beste Drehbuch. Später erhielt Brooks weitere Oscar-Nominierungen für sein "Frankenstein Junior"-Drehbuch und den Titelsong von "Is´ was Sheriff / Der wilde, wilde Westen". Seit seinem furiosen Filmdebut stellte Mel Brooks sein kreatives Allround-Talent in den unterschiedlichsten Sektoren der Filmproduktion unter Beweis. Er schrieb und inszenierte "Is´ was Sheriff? / Der wilde, wilde Westen" (auch Darsteller), war Co-Autor, Regisseur und Hauptdarsteller von "Silent Movie", Co-Autor, Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller von "Die verrückte Geschichte der Welt" sowie Autor, Produzent und Star des Remakes von "Sein oder nicht Sein". Mel Brooks ist mit der Schauspielerin Anne Bancroft verheiratet. Ein Hollywood-Ehepaar der raren Sorte: beide Partner sind Oscar-Preisträger.
Der Produzent: Stuart Cornfeld Produzent Stuart Cornfeld verbrachte zwei Jahre mit den Vorbereitungsarbeiten zu "Die Fliege" und hatte erheblichen Anteil an der inhaltlichen Neukonzeption des Gruselklassikers aus den fünfziger Jahren. "Wie mußten die Geschichte komplett überarbeiten", sagt Cornfeld, "denn das Original ist seinem Anspruch nicht gerecht geworden. Es zeigte nur die Verwandlung eines menschlichen Kopfes in den einer Fliege. In unserem Remake verwandelt sich der ganz Körper eines Menschen in ein Insekt." Cornfeld stieg 1976 in die Filmbranche ein. Damals war er bei den Dreharbeiten zu "Höhenkoller" der Assistent von Mel Brooks. Später produzierte er "Fatso", der unter der Regie von Anne Bancroft entstand. Anschließend war er ausführender Produzent von David Lynchs "Der Elefantenmensch" (Hauptrolle: John Hurt), der acht Oscar-Nominierungen auf sich vereinte und von der Britischen Academy als Bester Film des Jahres ausgezeichnet wurde. Zudem war Cornfeld Co-Produzent von National Lampoons "European Vacation" (Hauptrolle: Chevy Chase). Stuart Cornfeld stammt aus Los Angeles. 1974 graduierte er an der namhaften Universität von Berkeley in Psychologie. Danach fand er Aufnahme im American Film Institute, wo er einen Workshop für Filmemacherinnen leitete. Eine seiner Studentinnen war Anne Bancroft, die von seinem Wissen und Können so beeindruckt war, daß sie ihn ihrem Ehemann Mel Brooks weiterempfahl. Kurz darauf fand ein Treffen zwischen Brooks und Cornfeld statt. Seither ist Stuart Cornfeld für Mel Brooks als Produzent tätig.
Zur Person: Christopher Walas Unter der Leitung des renommierten Special Effects-Experten Christopher Walas arbeitete ein zehnköpfiges Team an der Gestaltung der unheimlichen "Brundlefly"-Mutation. Chris Walas gründete 1981 zusammen mit seiner Ehefrau Carol die Special Effects Company CWI, deren Sitz sich nördlich von San Francisco, in San Rafael, befindet. CWI machte sich in Branchenkreisen vor allem durch die Verbindung zu Lucasfilm einen Namen. In deren Auftrag realisierte Walas spektakuläre Tricksequenzen der Filme "Die Rückkehr der Jedi-Ritter", "Jäger des verlorenen Schatzes" (hier vor allem die schmelzenden und explodierenden Menschenköpfe) sowie "Drachentöter". Stephen Spielbergs "Gremlins" war der erste Film, mit dem CWI von sich reden machte. Walas schuf hunderte mechanischer Puppenmonster, davon einige in zwei verschiedenen Größen. "Es waren wirklich böse, gemeine Kreaturen", schmunzelt Walas im Rückblick. In der jüngeren Vergangenheit gehörte er zum technischen Stab zweier aufsehenerregender Produktionen der Twentieth Century Fox. Für "Auf die Jagd nach dem grünen Diamanten" konstruierte er einen mechanischen Alligator. Für Wolfgang Petersens "Enemy Mine" fertigte er die komplizierte, außergewöhnliche Dracs-Maske, unter der sich Oscarpresiträger Louis Gossett jr. befand. Zwei andere Szenen dieses Films erforderten nicht minder komplexe Kunstgriffe: die drei Phasen überspannende Darstellung der Geburt eines Baby-Alien und jene Passage, in der gleichzeitig dreißig Dracs in voller Gossett-Montur vor der Kamera stehen. Walas stammt aus Chicago und zog im Alter von zwölf Jahren nach New Jersey, wo er das William Patterson College besuchte. Schon am College und später am off-Broadway kam er mit der Theater- und Bühnenwelt in Berührung. Er baute diverse Kulissenteile und Requisiten, legte Spezial Make-up auf und war gelegentlich als Darsteller tätig. Mit 21 Jahren siedelte er nach Los Angeles um. Er hatte damals ganze 250 Dollar in der Tasche und besaß keinerlei Filmerfahrung. Er fand einen Job bei einer Firma, die auf Maskenbildnerei spezialisiert ist. Aber nach einigen Monaten stellte die Firma ihre Arbeit für Film und Fernsehen ein. In den zwei darauffolgenden Jahren nahm Walas als Freelancer alle möglichen Aufträge an, stellte für Werbespots Ausstattung und Kostüme zur Verfügung und besorgte auch mal die Graphik eines Plattencovers. Die Kontakte, die er beim Film geknüpft hatte, begannen sich langsam auszuzahlen. Walas wurde von immer größeren Filmproduktionen engagiert. Eine davon war der Psi-Schocker "Scanners", inszeniert von David Cronenberg. Walas zeichnete für die berühmt gewordenen Szene verantwortlich, in der ein Kopf explodiert. Über die Vermittlung eines Freundes fand Walas danach Aufnahme bei Lucasfims. Chris Walas lebt mit seiner Frau Carol in Novato, nördlich von San Rafael. Sie sind seit dem 23. Juni 1979 verheiratet.
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