GEFFEN PICTURES

präsentiert

Einen DAVID CRONENBERG Film

mit

JEREMY IRONS

JOHN LONE

in

M. B U T T E R F L Y

und

BARBARA SUKOWA

IAN RICHARDSON

Regie 

DAVID CRONENBERG

Produziert von

GABRIELLA MARTINELLI

Drehbuch

DAVID HENRY HWANG

Nach seinem Bühnenstück

Musik

HOWARD SHORE

Fotografische Leitung

PETER SUSCHITZKY

Produktionsdesign

CAROL SPIER

Schnitt

RONALD SANDERS

Deutscher Kinostart: 9. Dezember 1993

Filmlänge: 101 Minuten

Im Verleih der Warner Bros. Film GmbH

Inhalt

Kurzinhalt 4

Inhalt 5

Pressenotiz 7

Produktionsnotizen 9

Die Darsteller

Jeremy Irons 18

John Lone 22

Barbara Sukowa 24

Ian Richardson 26

Die Filmemacher

David Cronenberg, Regie 28

Gabriella Martinelli, Produzentin 32

David Henry Hwang, Drehbuch 33

Peter Suschitzky, Kamera 34

Carol Spier, Produktionsdesign 35

Denise Cronenberg, Kostüme 36

Ronald Sanders, Schnitt 36

Howard Shore, Musik 37

Die Besetzung 38

Der Stab 39

"UN BEL DI"

(aus Madame Butterfly)

Komponiert von Giacomo Puccini, gesungen von Mirella Freni

Herbert von Karajan dirigiert die Wiener Philharmoniker

Mit Genehmigung von Decca/London Records,

in Absprache mit Polygram Special Markets

 

"CORO A BOCA CHIUSA (DER SUMMENDE CHOR)"

(aus Madame Butterfly)

Komponiert von Giacomo Puccini, gesungen vom Wiener Opernchor

Herbert von Karajan dirigiert die Wiener Philharmoniker

Mit Genehmigung von Decca/London Records,

in Absprache mit Polygram Special Markets

 

"STREICHQUINTETT IN C-DUR"

Komponiert von Franz Schubert,

gespielt vom Amadeus Quartet und Robert Cohen

Mit Genehmigung der Deutschen Grammophon,

in Absprache mit Polygram Special Markets

 

"VA MON AMI VA"

Arrangiert von J. Sakei, gesungen von Nana Mouskouri

Mit Genehmigung von Philips, in Absprache mit Polygram Special Markets

 

Klärung der Musikrechte von Jennifer Richardson

für Sharon Boyle & Associates

Soundtrack erhältlich bei Colosseum Records

Auf der Bühne produziert von Stuart Ostrow und David Geffen

und inszeniert von John Dexter

IN ERINNERUNG AN DAVID BOMBYCK

A GEFFEN PICTURES RELEASE

Im Verleih der Warner Bros. Film GmbH

Kurzinhalt
René Gallimard (JEREMY IRONS) lebt 1964 als französischer Diplomat in Chinas Hauptstadt Peking. Als er dort eine Aufführung der Puccini-Oper Madame Butterfly erlebt, ist er überwältigt von der Schönheit und Anmut der Hauptdarstellerin Song Liling (JOHN LONE).

Gallimard ist bald wie besessen von der Sängerin: Er nennt sie "Butterfly", läßt sich von ihr in die Welt der chinesischen Musik entführen, lernt ihre Kultur kennen - und beginnt mit ihr ein Verhältnis, das so leidenschaftlich ist, daß er dafür ohne Zögern jeden anderen Aspekt seines Lebens aufs Spiel setzt und schließlich sogar opfert.

Doch irgendwann zerplatzen Gallimards Wunschträume wie Seifenblasen: Ihm wird plötzlich klar, daß er sich zum Spielball in einer politischen Intrige hat degradieren lassen. Und eines Tages erfährt er auch den schockierenden Rest der Wahrheit, der alles, was er erlebt hat, im Nachhinein verzerrt. Als gebrochener Mann zieht Gallimard sich in seine Phantasiewelt zurück, um auf ewig von exotischer, überirdischer, romantischer Liebe zu träumen.

 

Inhalt
Peking 1964. René Gallimard, Angestellter bei der französischen Botschaft, ist mit seiner Frau erst vor kurzem in die chinesisches Hauptstadt gekommen. Gallimards Chef, der Botschafter, schätzt ihn wegen seiner Umsicht und Gewissenhaftigkeit; bei seinen Kollegen gilt er eher als leicht versponnener Außenseiter.

Eines Abends nimmt Gallimard an einer Veranstaltung der chinesischen Gastgeber für ausländische Diplomaten teil. Statt der bei Empfängen dieser Art sonst üblichen einheimischen Akrobaten wird diesmal etwas Besonderes geboten: Song Liling, ein Star der Peking-Oper, singt Auszüge aus Puccinis Madame Butterfly. Gallimard, an sich kein Freund von Opern, ist wie verzaubert von dieser Darbietung und wagt es, Song Liling nach der Veranstaltung anzusprechen, um ihr zu gratulieren.Song Liling freut sich über das Kompliment des Europäers, weist aber darauf hin, daß die Chinesen Madame Butterfly  eigentlich hassen, weil die Handlung der Oper - die asiatische Frau liebt den Amerikaner hingebungsvoll und unterwürfig und nimmt sich das Leben, als sie erkennen muß, daß sie dem Angebeteten gleichgültig ist - so offenkundig die üblichen abendländischen Vorurteile bestätigt. Und sie fordert Gallimard auf, sich einmal eine Aufführung der Peking-Oper anzusehen, damit er den Unterschied kennenlerne.

Als Gallimard ein paar Abende später den Zuschauerraum der Peking-Oper betritt, ist er der einzige Ausländer. Song Liling, gekleidet in ein historisches Kostüm, steht auf der Bühne und sieht ihn, ohne sich etwas anmerken zu lassen. Die Musik ist Gallimard fremd, aber wieder ist er hingerissen von Song Lilings Anmut und Schönheit. Mit eisigem Schrecken wird ihm bewußt, daß er sich in dieses zarte, zerbrechliche Geschöpf verliebt hat.

Gallimard weiß, daß er damit seinen Ruf und seine Ehe aufs Spiel setzt, aber er kann nicht davon lassen, sich immer wieder heimlich mit Song Liling zu treffen. "Jetzt, da wir uns auf die verbotene Liebe überhaupt einlassen, fürchte ich mich vor meinem Schicksal", sagt er. Und: "Ich will alles tun, um zu einem anderen Menschen zu werden."

Obwohl sich Gallimards Gewohnheiten, sein Verhalten, ja sein ganzes Wesen verändern, erhält seine Karriere, für ihn selbst überraschend, einen Schub: Seine intime Kenntnis der chinesischen Lebensweise trägt beruflich Früchte. Gallimard selbst ist das völlig egal - für ihn zählt nur noch seine Geliebte.

Song Liling scheint seine Liebe zu erwidern. "Ich bin deine Sklavin", sagt sie einmal. Aber ihr Gehorsam hat Grenzen: So weigert sie sich beharrlich, sich ihrem Liebhaber nackt zu zeigen. Gallimard ahnt nicht, daß Song Lilings "Scham" nur vorgetäuscht ist, denn in Wahrheit ist Song Liling ein Mann. Er arbeitet als Spion und liefert Informationen, die er von René bekommt, an den chinesischen Geheimdienst weiter. Der Grund dafür, daß Gallimard sich so unsterblich in eine Frau, die eigentlich ein Mann ist, verlieben konnte, liegt für Song Liling auf der Hand: "Nur ein Mann weiß, was von einer Frau erwartet wird." Um René weiterhin in Sicherheit zu wiegen und ihn noch stärker an sich zu binden, verkündet Song Liling ihm, sie sei schwanger, und präsentiert ihm nach einigen Monaten tatsächlich ein Baby.

Die Kulturrevolution verändert das Leben in China total: Die traditionellen Kostüme und Masken der Peking-Oper werden auf Scheiterhaufen verbrannt, jeder Künstler gilt als Verbrecher und Staatsfeind. Song Liling kommt in ein Umerziehungslager, René Gallimard muß nach Frankreich zurückkehren.

Paris 1968. Gallimard leider unter der Trennung von Song Liling. Er lebt allein und muß sich mit seinen Erinnerungen begnügen. Auf den Straßen demonstrieren die Studenten, schwenken rote Fahnen und verteilen Mao-Bibeln. Renés Lebenskraft kehrt erst zurück, als Song Liling eines Tages vor seiner Wohnungstür steht. "Wo ist deine Frau?" fragt Song Liling. "Sie ist hier" antwortet Gallimard und drückt den einzigen Menschen, den er je geliebt hat, selig an sein Herz, "ich halte sie in meinen Armen."

Aber das Glück ist nur von kurzer Dauer. Gallimard wird verhaftet und als Spion vor Gericht gestellt. Während des Prozesses dann der Schock: Song Liling, ebenfalls angeklagt, erscheint in Männerkleidung. Kann es sein, daß Gallimard die Wahrheit tatsächlich erst jetzt bewußt wird? "Wußte er, daß Sie ein Mann sind?" will der Richter wissen. Song Liling: "Wissen Sie, Euer Ehren, er hat nie gefragt."

Für René Gallimard bricht eine Welt zusammen. In dem Wagen, der die beiden Angeklagten ins Gefängnis bringt, zieht Song Liling sich vor Gallimards Augen nackt aus und konfrontiert ihn mit der Wahrheit. Aber daß Song Liling ein Mann ist, ist nicht das Entscheidende; woran Gallimard zerbricht, ist die Erkenntnis, daß er in eine Wunschvorstellung verliebt war und von Song Liling nie zurückgeliebt wurde.

Während Song Liling nach China abgeschoben wird, inszeniert Gallimard im Gefängnis für die anderen Inhaftierten seine ganz persönliche Version von Madame Butterfly ...

Liebe Kollegen,

um den Kinobesuchern nicht die Spannung zu nehmen, möchten wir sie bitten, in Ihren Rezensionen nicht zu verraten, daß es sich bei Song Liling in Wirklichkeit um einen Mann handelt.

Vielen Dank!

Ihre Warner Bros. Presseabteilung

  

Pressenotiz

"In China liebt ich einst die perfekte Frau - und wurde von ihr geliebt."

René Gallimard

Eine leidenschaftliche Affäre, ein Kette von Täuschungen und ein schockierender Verrat bestimmen die Handlung des packenden erotischen Thrillers M.BUTTERFLY von Kult-Regisseur David Cronenberg.

René Gallimard (JEREMY IRONS) lebt 1964 als französischer Diplomat in Chinas Hauptsadt Peking. Als er dort eine Aufführung der Puccini-Oper Madame Butterfly erlebt, ist er über alle Maßen hingerissen von der Schönheit und Anmut der Hauptdarstellerin, eines Stars der Peking-Oper.

Gallimard lernt das Objekt seiner Begierde, Song Liling (JOHN LONE), kennen und ist bald wie besessen von ihr: Er nennt sie "Butterfly", läßt sich von ihr in die geheimnisvolle Welt der traditionsreichen chinesischen Musik entführen, lernt ihre Kultur kennen - und beginnt mir ihr ein Verhältnis, das so leidenschaftlich ist, daß er dafür ohne Zögern jeden anderen Aspekt seines Lebens aufs Spiel setzt und schließlich sogar opfert.

Obwohl sich Gallimards Gewohnheiten, sein Verhalten, ja sein ganzes Wesen verändern, erhält seine Karriere, für ihn selbst ganz überraschend, einen Schub: Seine intime Kenntnis der chinesischen Lebensweise trägt beruflich Früchte. Gallimard selbst ist das völlig egal - für ihn zählt nur noch seine Geliebte.

Doch irgendwann zerplatzen seine fiebrigen Wunschträume wie Seifenblasen: Gallimard wird plötzlich klar, daß er sich zum Spielball einer politischen Intrige hat degradieren lassen. Und eines Tages erfährt er die schockierende Wahrheit, die alles, was er erlebt hat, im Nachhinein verzerrt. Als gebrochener Mann zieht Gallimard sich in seine Phantasiewelt zurück, um weiter von exotischer, überirdischer, romantischer Liebe zu träumen. Er verläßt seine einstige Geliebte und trägt die Leidenschaft, die er mit ihr teilte, wie eine unauslöschliche Narbe auf seiner Seele mit sich fort.

In Cronenbergs opulenter Verfilmung des preisgekrönten Broadway-Hits von David Henry Hwang tauschen die betrogene asiatische Geliebte und der herzlose Amerikaner, wie man sie als Figuren aus Madame Butterfly kennt, auf verblüffende Weise die Rollen.

David Cronenberg gelingt es, mit einer schillernden Palette ambivalenter Beziehungen und Geühle das Bild einer tragischen Liebe zu entwerfen, bei dem Begierde, Traum und Wirklichkeit sich magisch verknüpfen.

Indem er dem Hauptthema treu bleibt, das sich wie ein roter Faden durch seine bisherigen Filme zieht - daß nämlich nichts ist, wie es zunächst scheint - sprengt Cronenberg auch in seinem neuesten Werk wieder einmal die Grenzen dessen, was man aus dem Kino kennt, und fordert den Betrachter auf, sich auf eine hautnahe Erfahrung einzulassen, bei der Bilder nicht nur geschickt Illusionen schaffen, sondern sie auch Stück für Stück wieder zerstören.

In weiteren Rollen agieren BARBARA SUKOWA als Gallimards Ehefrau und IAN RICHARDSON als französischer Botschafter.

 

Produktionsnotizen
Die Geschichte hinter einer Geschichte ...

Ein Zeitungsartikel über einen Spionageprozeß aus dem Jahre 1986, bei dem der französische Diplomat Bernard Boursicot und seine chinesische Geliebte Shi Pei Pu, ein ehemaliger Star der Pekingoper, auf der Anklagebank saßen, inspirierte David Henry Hwang, sein Stück M.Butterfly zu schreiben, wobei die fiktiven Charaktere in dem Theaterstück wie auch in dessen Verfilmung sehr stark von ihren realen Vorbildern abweichen. Der Fall weitete sich zu einem bizarren Skandal aus, als sich zur großen Verblüffung des Diplomaten herausstellte, daß seine Geliebte ihn nicht nur ausspioniert hatte, sondern in Wirklichkeit ein Mann war.

Ob Boursicot von Shi bewußt getäuscht worden war oder seine Phantasie ihm einen bösen Streich gespielt hatte, muß Spekulation bleiben. Tatsache jedenfalls ist, daß das falsche Spiel 1964 in Peking begann. Der neunzehnjährige Boursicot war damals Buchhalter an der französischen Botschaft. Als sie sich zum erstenmal begegneten, trug Shi Männerkleidung und erklärte, ihre Eltern hätten sich einen Sohn gewünscht, aber sie sei ein Mädchen. 1965 täuschte Shi  eine Fehlgeburt vor, und im Jahr darauf gab sie in Abwesenheit Boursicots ein Kind als ihren Sohn aus. Boursicot besuchte China in  den folgenden Jahren immer wieder; zwischen 1977 und 1979 arbeitete er in der Mongolei, und 1981 kehrte er nach Frankreich zurück, wohin ihm Shi und ihr "Sohn" ein Jahr später folgten. Die Freundschaft zwischen einer Rotchinesin und einem Diplomaten erregte 1983 die Aufmerksamkeit des französischen Geheimdienstes; das Paar wurde festgenommen und beschuldigt, in den siebziger Jahren mehr als dreißig französische Geheimdokumente an chinesische Agenten übergeben zu haben.

In dem Prozeß erklärt Boursicot 1986 seinen Richtern, er sei aus Liebe zum Spion geworden, nicht aus Geldgier, und er habe zwanzig Jahre lang geglaubt, Shi sei eine Frau. "Wir waren gezwungen, unsere Liebe geheim zu halten, und trafen uns häufig im Dunkeln", sagt Boursicot. "Das könnte erklären, wie es zu meinem Irrtum kam. Ich war sehr anspruchslos. Ich dachte, das sei in China so üblich."

Das Gericht verurteilte das Paar zu sechs Jahren Gefängnis. Shi wurde aus gesundheitlichen Gründen nach neunzehn Monaten entlassen. Boursicot verbüßte eine Haftstrafe von 49 Monaten. Inzwischen sind beide von der französischen Regierung begnadigt worden.

Angeregt durch diese ungewöhnliche Geschichte, schrieb David Henry Hwang das fiktive Bühnenstück M. Butterfly; bei der Uraufführung verkörperte John Lithgow die Rolle des französischen Diplomaten René Gallimard und B.D. Wong die Rolle der Song Liling. Das Stück kam im März 1988 an den Broadway und wurde als bestes Drama der Saison mit einem Tony-Award ausgezeichnet. 1989 spielte Anthony Hopkins in der Londoner Inszenierung die Hauptrolle. Bis heute wurde M. Butterfly in über dreißig Ländern der Erde auf die Bühne gebracht.

Aus dem Bühnenstück wird ein Film

Obwohl zahlreiche Produktionsfirmen sich um die Filmrechte zu M. Butterfly bemühten, war es David Geffen, der Produzent des Bühnenstückes und Präsident der Gesellschaft Geffen Pictures, der den Zuschlag erhielt. Geffen beauftragte Hwang damit, sein Stück für die Leinwand zu bearbeiten, und Hwang gab Ende 1990 die erste Fassung seines allerersten Drehbuchs ab.

Inzwischen hatte sich Geffen für David Cronenberg als Regisseur entschieden. "Ich wollte einen Film, in den ich mich wirklich ganz einbringen können und für den ich eine große Leidenschaft entwickeln würde", sagt Cronenberg.

Als Cronenberg und Hwang begannen, das Drehbuch durchzusprechen, schlug Cronenberg vor, Hwang solle sich bei der Handlung eher auf die intime Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren konzentrieren und nicht so sehr auf die politische Intrige. Dazu Hwang: "Cronenberg gab mir eine bestimmte Richtung an, und das erwies sich bei der Bearbeitung des Stoffes für die Leinwand als sehr hilfreich. Sein Interesse für Transformation und Illusion und dafür, bis zu welchem extremen Punt sich Menschen etwas einreden können, an das sie selbst glauben, ist genau die richtige Prädisposition für einen Stoff wie diesen. Die Drehbuchfassung, die ich aufgrund dieser Diskussionen entwarf, erwies sich als noch intimer und persönlicher als das Stück selbst."

Cronenberg ist der Überzeugung, daß menschliche Realität immer auch von Wunschvorstellungen geprägt wird. "Unsere Sexualität ist eine projizierte Phantasie, und Song benützt Gallimards Wunschvorstellung für ihre eigenen, persönlichen Zwecke. Später wird sie gezwungen, ihren Betrug aus anderen, politischen Gründen fortzusetzen. Sie ist Schauspielerin, und dies ist ihre größte Rolle."

 

Die Darsteller

Jeremy Irons, der bereits in Cronenbergs DIE UNZERTRENNLICHEN die Hauptrolle gespielt hatte, hat noch nie zweimal für denselben Regisseur gearbeitet, aber aus Freundschaft zu Cronenberg, der ebenfalls vorher noch nie zweimal mit demselben Hauptdarsteller gearbeitet hat, nahm er die Rolle des René Gallimard mit Begeisterung an.

Irons: "Ich dachte, es müsse doch sehr interessant sein, einen Mann darzustellen, der sich in eine Vision verliebt, die so stark ist, daß er es nicht fertigbringt , die wirkliche Person hinter der Vision zu erkennen. In diesem Falle ist die wirkliche Person ein Mann. Aber ich glaube, daß wir sehr häufig in der Person, die wir lieben, nur das sehen, was wir am liebsten in ihr sehen wollen. Und ich fand es spannend, die Frage zu untersuchen, wie wichtig oder unwichtig es eigentlich ist, welches Geschlecht der Mensch hat, den man liebt."

"Gallimard ist so fasziniert von der Romantik und Rätselhaftigkeit des traditionsreichen China, daß Song für ihn einfach zu einem Teil dieser Magie wird" erläutert Irons weiter. "Und das Zauberhafte verändert Gallimard. Als er endlich merkt, daß etwas nicht stimmt, will er es schon gar nicht mehr wissen."

Dazu Cronenberg: "Auf einer Ebene glaubt Gallimard, er entdecke die Oper Madame Butterfly, wie er auch Peking entdeckt und Mademoiselle Song entdeckt, aber in Wahrheit schafft er sich sein eigenes Bild davon. Das alles überwältigt ihn und ist zugleich sehr aufregend für ihn."

Auf ihrer Suche nach einem Schauspieler für die Rolle der Song Liling machten die Filmemacher mit mehr als sechzig Bewerbern Probeaufnahmen, ehe sie sich für John Lone entschieden. "John hat zu Beginn seiner Laufbahn tatsächlich einige Jahre lang die strenge Disziplin der Peking-Oper kennengelernt. Zwar wären etliche der Schauspieler, die wir uns angeschaut haben, als Frau überzeugend gewesen, aber wir wählten John, weil er die richtige Mischung aus Kraft und Sensibilität mitbrachte, die für die Schlußszenen so wichtig war", erläutert Produzentin Gabriella Martinelli.

"Dies ist für mich die größte schauspielerische Herausforderung seit ICEMAN", sagt John Lone und spielt auf seinen ersten Film an, in dem er einen im ewigen Eis entdeckten und zu neuem Leben erwachenden Neanderthaler zu spielen hatte. "Nie zuvor war von mir verlangt worden, mein gesamtes schauspielerisches Spektrum in ein und demselben Film zu investieren. Dieser Film ist etwas ganz Besonderes. Mit Davids Hilfe habe ich versucht, den Teil von mir herauszuarbeiten, der der Rolle der Song am ehesten enstprach."

Weitere Hilfe bei der Lösung dieser Aufgabe kam von der Abteilung Frisuren und Maske. So erklärt Maskenbildnerin Suzanne Benoit: "Es ging darum, den weiblichen Teil zu betonen, den jeder Mann in sich hat. Das wird zu einer psychologischen Suche, ist aber kaum anders, als halte man auch bei einer Frau nach deren guten Seiten Ausschau, um diese dann herauszufiltern."

Aldo Signoretti, verantwortlich für die Frisuren, verlieh John Lones Gesicht durch die Form des Haaransatzes über der Stirn ein ovaleres Aussehen. Er arbeitete mir drei Perücken, die er dem Stil der jeweiligen Szene anpaßte.

Den Rest besorgte die Schauspielkunst John Lones. Als Frau war er so überzeugend, daß seine Kollegen und das ganze Team einen Moment lang ganz sprachlos waren, als er sich wieder in einen Mann zurückverwandelte.

Was die Spezialeffekte betrifft, für die Cronenbergs frühere Filme so berühmt sind, so betritt der Regisseur mit M. BUTTERFLY Neuland: "Es gibt nur minimale Spezialeffekte in diesem Film", erklärt er. "Song ist mein Spezialeffekt. Jeder Tag, an dem wir mit John Lone in der Rolle einer Frau drehten, war, als drehten wir mit Spezialeffekten, denn das Festlegen des Kamerablickwinkels und das Setzen des Lichts erforderten höchste Aufmerksamkeit."

 

Produktionsdesign und Schauplätze

Das richtige Licht für M. BUTTERFLY zu finden, war die größte Herausforderung für Chefkameramann Peter Suschitzsky. "Um einen der männlichen Stars überzeugend als Frau herüberzubringen, war für jede Einstellung noch viel mehr Sorgfalt und Umsicht erforderlich als bei normalen Dreharbeiten", bestätigt Suschitzky.

"Ich hoffe, meine Kameramethode hilft, die Sinnlichkeit des Stoffes zu betonen. Da es sich um eine verbotenen Liebesaffäre handelt, spielt sich ein Großteil der Handlung bei Nacht ab, und es ist oft recht dunkel. Das gab mir größere Freiheiten bei der Lichtgestaltung, denn ich war nicht von realistischem Tageslicht abhängig." Die schwierigste Aufgabe für die Produktion bestand darin, eine Erlaubnis dafür zu bekommen, im kommunistischen China drehen zu dürfen. Die Verhandlungen dauerten sechs Monate, und wegen der wechselhaften politischen Stimmung erkundeten die Filmleute gleichzeitig Ersatzdrehorte in Macao.

Einen Monat vor Drehbeginn erteilte die Regierung dann schließlich doch noch die Drehgenehmigung.

"Ich glaube, wir waren das erste westliche Filmteam, das seit dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Jahre 1989 wieder in China drehen durfte. Da der größte Teil der Handlung von M. BUTTERFLY in Peking spielt, war uns natürlich sehr an Originalschauplätzen gelegen" berichtet Gabriella Martinelli. Rund sechzig Schauspieler und Crewmitglieder wurden aus den USA und Europa nach China eingeflogen.

Die Herausforderung für Produktionsdesignerin Carol Spier, die bereits zum neunten Mal mit Cronenberg zusammenarbeitete, bestand darin, das China der Jahre 1964 und 1966, vor und nach der Kulturrevolution, und das Paris zwischen 1969 und 1972 so authentisch wie möglich zu rekonstruieren.

Bei ihrer Motivsuche wurden die Filmleute von Jamie Guan beraten, einem Experten der Peking-Oper. Guan wurde in Peking geboren und war seit seinem zehnten Lebensjahr 23 Jahre lang Mitglied der weltberühmten Peking-Oper-Truppe, bevor er 1984 in die USA auswanderte, wo er später die Bühnenversion von M. Butterfly choreographierte.

Einige der Pekinger Schauplätze entdeckte man durch puren Zufall. Während eines nächtlichen Spaziergangs kamen die Filmemacher an die 500 Jahre alte Mondbogenbrücke, die sich über einen zum Houhai-See führenden Kanal spannt. Ein Mann, den sie für Fischer hielten, hatte einen Scheinwerfer auf das Wasser gerichtet. In Wirklichkeit war er dabei, Libellen als Futter für seine Singvögel zu fangen. Er begrüßte Cronenberg mit einem strahlenden Lächeln und setzte dem Regisseur sechs zitternde Libellen auf die Hand. Es war ein magischer Moment, der schließlich Eingang ins Drehbuch fand.

Drei Monate später kehrte man an genau diese Stelle zurück, um hier mit Jeremy Irons die Szene zu drehen, wie er als René Gallimard einen Spaziergang durch das nächtliche Peking unternimmt. Eine Libelle auf der Hand, winkt er ein Fahrradtaxi heran. Der Fahrer machte das Geschäft seines Lebens: Die Filmproduktion mietete ihn nicht nur für die Aufnahme, sondern kaufte ihm das ganze Fahrzeug ab, um es für Nahaufnahmen nach Toronto schicken zu können.

Eine Sightseeing-Tour zur Chinesischen Mauer überzeugte Cronenberg und seine Produzentin, eine Picknick-Szene an diesen atemberaubenden Schauplatz zu verlegen. "Die Mauer war unglaublich, und David und ich wußten sofort, sie wäre perfekt für den Film, auch wenn die logistischen Probleme alptraumhaft sein würden", sagt Gabrielle Martinelli.

In der Stadt Peking, die man mit Hilfe chinesischer Ausstattungsspezialisten teilweise auf die sechziger Jahre umgerüstet hatte, entstanden verschiedene Straßenszenen. Vierhundert radfahrende Komparsen mußten von der Konstümabteilung in blaue und graue Mao-Uniformen gesteckt werden, die in China eigens für den Film angefertigt worden waren. Ein gewiefter chinesischer Aufnahmeleiter hielt jeden an, der ihm auf einem Fahrrad aus der damaligen Zeit ("Fliegende Taube" genannt) entgegenkam, und lud ihn oder sie ein, in der reibungslos choreographierten Massenszene als Statist mitzuwirken. "Die Radfahrer bewegten sich harmonisch wie ein Schwarm Fische", äußerte sich Art Director James McAteer begeistert. Andere pittoreske Szenen entstanden am See vor dem Sommerpalast der Kaiserin, und zwei chinesische Opern wurden im Quingle-Theater gefilmt, das sich in einem belebten Marktviertel in der Nähe des Platzes des Himmlischen Friedens befindet.

Die Welt der chinesischen Oper

Guan choreographierte die beiden Opern, die man im Film sieht, die eine klassisch und die andere revolutionär. John Lone, ein Schüler der Peking-Oper, war in dem berühmten, 500 Jahre alten Stück Betrunkene Schönheit, in dem eine Frau von ihrem kaiserlichen Liebhaber abgewiesen wird und dem Alkohol verfällt, voll in seinem Element.

Guan inszenierte auch Shia Jia Bang, das während des Zweiten Weltkriegs spielt, als China gegen Japan kämpfte. Diese Revolutionsoper stammt aus dem Jahr 1966 und hat historische Bedeutung als eines der Lieblingsstücke von Maos Ehefrau, die es während ihres zehnjährigen Regimes achtmal aufführen ließ.

Lone arbeitete mit Mitgliedern der Peking-Oper zusammen und war in seinem traditionellen rotweißen Makeup, dem opulenten (und schweren) seidenbestickten Kostüm und der beeindruckenden Kopfbedeckung kaum noch wiederzuerkennen.

"Song Liling ist wirklich ein faszinierendes Wesen. In gewisser Weise sind wir uns sehr ähnlich, denn auch ich begann in sehr jungen Jahren mit der Kunst, nicht als Schauspieler, sondern als Künstler, denn in der Peking-Oper geht es nicht um ein naturalistisches Spiel", bemerkt Lone. Long arbeitete in Peking sehr eng mit dem Filmmusikkomponisten von M. BUTTERFLY, Howard Shore, zusammen, der zu den sechs letzten Cronenberg-Filmen die Musik geschrieben hat. Shore: "Musikalisch gesehen ist M. BUTTERFLY einzigartig, denn die drei Musikaufführungen, die man in dem Film sieht, wurden in drei verschiedenen Ländern aufgenommen: China, Kanada und Ungarn. Jede dieser drei musikalischen Szenen wurde eigens und getrennt von den anderen produziert und vor dem eigentlichen Drehbeginn geprobt und aufgenommen."

Tonauszüge für die beiden in Peking gefilmten Opern wurden in den Bejing Film Studios aufgenommen. Lone, der drei chinesische Dialekte spricht - Mandarin, Kantonesisch und Shanghaiesisch -, sang in Betrunkene Schönheit seine Arien selbst, wobei er von der Bejing Opera Troupe auf der traditionellen chinesischen Instrumenten begleitet wurde.

Shore reiste mit der Crew nach Budapest, um Auszüge aus Madame Butterfly aufzunehmen, gesungen von Maria Theresa Uribe, begleitet vom Budapester Staatsorchester. Danach trat Shore mit dem London Philharmonic Orchestra für die endgültige Filmmusik vor die Mikrophone.

Rückkehr in den Westen

Nach ihrem Aufenthalt in Peking flogen Schauspieler und Team halb um den Erdball nach Toronto zurück, wo sich weitere zehn Wochen Dreharbeiten anschlossen. Songs alter chinesischer Hinterhof wurde im Studio nachgebaut, und für andere Szenen benutzte man das Innere des Don-Gefängnisses. Zwei wichtige Außenschauplätze in Kanada waren das Umerziehungslager, für das eine gigantische Kiesgrube herhielt, und die Parade der Roten Garde, die in einer öffentlichen Verbrennung von Peking-Oper-Kostümen kulminiert. Die Kalligraphie auf den Fahnen, Transparenten und Tafeln mußte natürlich dem Stil der Zeit entsprechen und wurde von früheren Rotgardisten ausgeführt, die heute in Toronto leben. Fünfhundert Komparsen aus Torontos chinesischem Viertel, eingekleidet in Uniformen der Roten Garde (angefertigt in Frankreich), schwenkten Banner und winkten mit Mao-Bibeln (erstanden in China) und skandierten die einschlägigen Parolen des Vorsitzenden Mao.

Guan war bei der Rekonstruktion dieser beeindruckenden Szene eine große Hilfe, denn sie beruht auf einem Ereignis, dessen Zeuge er als dreizehnjähriger Peking-Oper-Schüler wurde: 1966 besetzte die Rote Garde seine  Schule, wobei die jungen Maoisten nicht nur die Kostüme verbrannten, sondern auch einen berühmten Schauspieler und Lehrer erniedrigten, indem sie ihm eine Deppenkappe aufsetzten und auf die Ladefläche eines Lastwagens stellten, damit die Menge sich über ihn lustig machen konnte. Fünfundzwanzig Jahre später wurde diese Szene in Toronto nachgespielt.

Während der Dreharbeiten in China hatten sich die Ausstatter des Films genau angesehen, wie Handwerkerin den Pekinger Filmstudios mit großem Können die eindrucksvollen Figuren, die  die Giebel ihrer Häuser zieren, aus Styropor  nachbildeten. Zusammen mit entsprechenden Dachziegeln wurden diese Prototypen nach  Toronto geschickt, um in den dortigen Studios für die Szenen  in Songs klassischem Hinterhof in Szene zu gehen.

James McAteer erklärt den Grund für diese Sorgfalt: "In der chinesischen Architektur und den Ornamenten werden Elemente der chinesischen Philosophie und Stilgeschichte verarbeitet. All die klassischen Zeichen und Verzierungen erzählen eine Geschichte, die sich einem erschließt,  während man die Straße entlanggeht. Solche symbolischen Figuren wie fliegende Drachen, Greife und  Prinzen, die auf Hühnern reiten, bedeuten Glück, ein langes Leben und Zufriedenheit. Wir mußten diese filigranen Details in Toronto rekonstruieren, um die Dinge akkurat wiederzugeben, bis hin zu Song Lilings metallenem Türschild, auf dem die Wolke der Zufriedenheit abgebildet ist, ein Glücksbringer. Wir konnten uns bei diesen Designs keine Freiheiten erlauben, denn alles hat seine Bedeutung und seinen besonderen Grund."

Carol Spier: "Wir benutzten chinesische Farben wie zum Beispiel ein kräftiges, leuchtendes Rot, um Song Lilings exotische Welt mit Gallimards bedrückender Umgebung in der Botschaft zu kontrastieren und dem Publikum begreifen zu helfen, was ihn so anzieht und ihn sich mehr und mehr in die Affäre verstricken läßt."

Budapest, früher auch das "Paris des Ostens" genannt, doubelte in dem Film die französische Hauptstadt. Das opulente, mit Blattgold und Fresken verzierte Innere der ungarischen Staatsoper und der Sitzungssaal des Budapester Rathauses, in dem die Gerichtsszenen gedreht wurden, ergänzten die prächtige Ausstattung des Films um weitere Glanzpunkte. Um Szenen, die im Gefängnis von Toronto realisiert worden waren, zu ergänzen, fuhr die Crew zu einer 65 Meilen weit entfernten Strafvollzugsanstalt an der Grenze zur Slowakei. Einhundert Budapester Polizisten wurden in authentische Gendarmen-Uniformen gesteckt und mit aus Paris importierten Schilden, Schlagstöcken und Gewehren ausgerüstet, um sich mit 260 begeisterten Budapester Studenten eine Straßenschlacht zu liefern, die im Film für den Pariser Studentenaufstand von 1968 steht. Insgesamt verpflichtete die Produktionsgesellschaft achttausend Statisten für diese Szene. Die letzten Außenaufnahmen entstanden an Originalschauplätzen in Paris. Das Wunder des Filmschnitts verbindet nun alles reibungslos, auch wenn Jeremy Irons mit seinem Motorrad in der einen Einstellung in Paris an Notre-Dame vorbeifährt und in der nächsten über eine Straße in Budapest saust oder in Peking eine Gasse hinuntergeht und in einer Tür verschwindet und in Songs nachgebautem Hinterhof in Toronto wieder heraustritt.

"Wie sind für diesen Film in vier Länder dieser Erde gereist, und vorher hatte ich noch nie außerhalb Kanadas gearbeitet" sinniert Cronenberg, der sich durch die Dreharbeiten an so weit voneinander entfernten Orten aber nicht aus der Ruhe bringen ließ. "Natürlich war es in logistischer Hinsicht nicht ganz einfach, aber im Grunde ist das Drehen an Originalschauplätzen kein Problem. Es ist einfach nur eine andere Art von Kulisse."

"Hintereinander in vier verschiedenen Ländern zu drehen, das ist, als sei man mit einem Zirkus unterwegs. Wenn man gut vorbereitet ist und sich den Respekt vor den Kulturen bewahrt, in denen man arbeitet, kann das für alle zu einer schöpferischen und sehr lohnenden Erfahrung werden" meint Gabriella Martinelli.

Cronenberg abschließend: "In M. BUTTERFLY geht es ja um mehr als das Aufeinanderprallen zweier Kulturen. Es geht um die Unmöglichkeit, einen anderen Menschen wirklich zu kennen. Wenn wir glauben, daß wir nicht in der Lage sind, die Menschen, die wir lieben, jemals wirklich zu begreifen oder eine tiefe Verbindung zu ihnen aufzubauen, dann ist das ein so trauriger und niederschmetternder Gedanke, daß wir ihn nicht ertragen können. Und doch erleben wir, wie Gallimard sich aus wenig mehr als aus seinem eigenen Bedürfnis und seiner Phantasie heraus eine Frau zum Lieben geschaffen hat; er kannte nur die Wunschvorstellung seines "Butterfly". Aber damit ist er schon zufrieden."

 

Die Darsteller

JEREMY IRONS

als

René Gallimard

Jeremy Irons, dessen Filmographie Zeugnis dafür ist, daß er nicht vor künstlerisch heiklen Aufgaben zurückschreckt: "Ich mag Aufgaben, die mich fordern", sagt der Schauspieler. "Ich fürchte mich davor, auf Nummer Sicher zu gehen, d.h. eine Rolle anzunehmen, die zwar gut bezahlt wird, die mich aber weder als Mensch noch als Schauspieler befriedigt."

Mit Hauptrollen in solch unterschiedlichen Filmen wie DIE GELIEBTE DES FRANZÖSISCHEN LEUTNANTS, EINE LIEBE VON SWANN, MISSION, KAFKA, VERHÄNGNIS und nicht zuletzt Cronenbergs DIE UNZERTRENNLICHEN hat sich Irons sowohl bei der Kritik als auch beim Publikum einen ausgezeichneten Ruf erworben. Die Fernsehserie Wiedersehen mit Brideshead und die Broadway-Produktion von Tom Stoppards The Real Thing brachten ihm jene Art von Popularität, die man normalerweise mit den großen Leinwandidolen er Vergangenheit verbindet. Er hat in allen Teilen der Welt vor der Kamera gestanden und unter namhaften Regisseuren die schillerndsten Rollen gespielt. "Ich liebe das Medium Film, und ich mag vor allem gute Filme, wogegen ich eine Abneigung gegen Vulgäres und Zweitklassiges habe", sagt er. "Man darf also nicht allzu gierig sein... und man muß sich in Geduld üben."

Jeremy wurde am 19. September 1948 in Cowes auf der Isle of Wight geboren. Seine schulische Ausbildung erhielt er in Sherborne, Dorset, einer der führendsten Privatschulen Englands.

Als Junge wollte er Tierarzt werden, und Jahre später nannte er in einem Gespräch mit der New York Times den Grund dafür: "Vermutlich wollte ich, daß das Leben, wie ich es als Kind kannte, für immer andauern sollte - umgeben von Hunden und Pferden auf dem Lande." Am Marlowe-Theater in Canterbury schnupperte er als Hilfsinspizient eine Zeitlang Theaterluft und schloß dabei mit dem Metier Freundschaft. Er erhielt einen Studienplatz an der Schauspielschule des Old Vic in Bristol und wurde zwei Jahre später Mitglied des Ensembles. In den drei Jahren, die Irons am Old Vic spielte, sammelte er ausgiebig  Klassiker-Erfahrung und stand u.a. in den Stücken The Winter´s Tale, Noel Cowards Hay Fever und Joe Ortons What The Butler Saw auf der Bühne. 1971 zog Irons nach London und verdiente seinen Lebensunterhalt als Gebäudereiniger, Straßensänger und Gärtner, bevor er in dem Musical Godspell die Rolle von Johannes dem Täufer erhielt, die er zwei Jahre lang im Roundhouse und im Wyndham´s Theatre spielte.

Weitere Bühnenengagements folgten, darunter Hauptrollen in Viel Lärm um Nichts, Harold Pinters Der Hausmeister, Diary of a Madman, Wild Oats und Simon Grays The Rear Column, für die er 1978 den Clarence Derwent Award als bester Nachwuchsdarsteller erhielt. Zwischen seinen Theateraufgaben stand Irons regelmäßig in Fernsehspielen und -serien für die BBC und London Weekend Television vor der Kamera, so in The Voysey Inheritance, Langrishe Go Down (1978, Regie: David Jones), Notorious Women (als Franz Liszt), Love for Lydia, The Pallisers und schließlich in Brideshead Revisited (Wiedersehen mit Brideshead, 1980, Regie: Charles Sturridge und Michael Lindsay-Hogg). In dieser Verfilmung von Evelyn Waughs Roman über eine englisch-katholische Großbürgerfamilie spielte Irons den charmanten, aber gefühlskalten Charles Ryder, eine Rolle, die ihm Nominierungen für einen Emmy, einen Golden Globe und einen British Academy Award als bester Darsteller in einer Fernsehserie brachten.

1979 gab Irons als Choreograph Fokine in Herbert Ross´ NIJINSKY sein Spielfilmdebüt. Aber es war die Rolle des feinfühligen Viktorianers, der in Karel Reisz´ DIE GELIEBTE DES FRANZÖSISCHEN LEUTNANTS der geheimnisvollen Meryl Streep verfällt, die ihm 1981 internationalen Durchbruch verschaffte. Der Londoner Start dieses Films fiel in dieselbe Woche, in der die erste Folge von Brideshead im Fernsehen lief, und dieser Zufall half, Irons in die vorderste Reihe britischer Schauspieler zu katapultieren.

Mit dem unreifen Liebhaber in Harold Pinters BETRUG und dem polnischen Tischler in Jerzy Skolimowskis SCHWARZARBEIT erweiterte Irons seine Filmographie 1982 um zwei weitere eindrucksvolle Rollen. Im Fernsehen spielte er in The Captain´s Doll unter der Regie von Claude Whatham. Ein Jahr später verkörperte er in der australischen Filmversion von Henrik Ibsens DIE WILDENTE und in Volker Schlöndorffs Poust-Adaption EINE LIEBE VON SWANN zwei klassische Figuren der Weltliteratur.

Im selben Jahr gab Irons in Tom Stoppards The Real Thing sein Debüt am Broadway. Regie führte Mike Nichols, seine Partnerin war Glenn Close. Das Stück erwies sich als größter Bühnenerfolg der Saison, und Irons wurde für seine Leistung mit dem Drama League Award und dem Tony Award als bester Darsteller ausgezeichnet. Nach The Real Thing kehrte Irons mit der Rolle des Jesuiten-Paters Gabriel in Roland Joffés MISSION, dem Gewinner der Goldenen Palme in Cannes, auf die Leinwand zurück. Ehe die Dreharbeiten begannen, zog sich Irons in eine Jesuiten-Mission in Cartegena, Kolumbien, zurück, um dort zu meditieren und sich auf die Rolle des Jesuiten-Paters vorzubereiten.

Als nächstes verspürte Jeremy Irons Lust, sich wieder dem klassischen Theater zuzuwenden, und kehrte zur Royal Shakespeare Company zurück, wo er mit seiner Frau Sinead Cusack (mit der er zwei Söhne, Samuel und Maximilian, hat) gemeinsam auf der Bühne stand. Er beschreibt die Royal Shakespeare Company als perfekte Plattform für einen Schauspieler mit klassischer Bühnenausbildung. In dieser Zeit übernahm er Aufgaben in den Repertoire-Stücken The Winter´s Tale, The Rover sowie die Titelrolle in Richard III.

"Diese zwei Jahre boten eine ausgezeichnete Gelegenheit, meiner Laufbahn als Schauspieler eine Perspektive zu verleihen", meint Irons. "Der Broadway und Hollywood sind die Sonne, die auf meine Blätter scheint; aber Stratford ist der Platz, an dem ich durch meine Wurzeln die Nahrung aufsaugen kann, die dieser Baum zum Wachsen braucht."

Mit der Doppelrolle des Gynäkologen-Zwillingspaars in David Cronenbergs DIE UNZERTRENNLICHEN (1988), einer ganz besonders anspruchsvollen Aufgabe, beendete Jeremy Irons seine zweijährige Leinwandabstinenz. Die New Yorker Filmkritik zeichnete ihn für diese schauspielerische Tour de force mit dem Preis als bester Darsteller des Jahres aus. Außerdem erhielt er den kanadischen Genie Award.

1988 sah man Irons außerdem gemeinsam mit seinem kleinen Sohn Sam und seinem Schwiegervater Cyril Cusack in dem Jugendfilm DANNY, DER CHAMPION nach dem Buch von Roald Dahl. Für seine Rolle des Claus von Bülow in Barbet Schroeders DIE AFFÄRE DER SUNNY VON B. wurde er 1990 mit dem Oscar als bester Schauspieler ausgezeichnet. In WATERLAND (1992) stand er erstmals neben seiner Frau Sinead Cusack vor der Kamera. Im gleichen Jahr feierte er mit Louis Malles VERHÄNGNIS einen seiner größten Erfolge als kühler britischer Politiker, der in eine tödliche Affäre  mit der Freundin seines Sohnes verstrickt wird. Jeremy Irons´ jüngster Film, Bille Augusts DAS GEISTERHAUS, läuft derzeit in den Kinos.

 

JEREMY IRONS                                                                   Filmographie

                                                                                               Regie

1979 NIJINSKI  Nijinksi                                                         Herbert Ross

1981 THE FRENCH LIEUTENANT´S WOMAN Karel Reizs

("Die Geliebte des französischen Leutnants")

1982 BETRAYAl David Jones

("Betrug")

MOONLIGHTING  Jerry Skolimowski

("Schwarzarbeit")

 

1983 THE WILD DUCK Henri Safran

("Die Wildente")

UN AMOUR DE SWANN Volker Schlöndorff

("Eine Liebe von Swann")

1985 THE MISSION Roland Joffé

("Mission"

1988 DEAD RINGERS David Cronenberg

("Die Unzertrennlichen")

A CHORUS OF DISAPPROVAL Michael Winner

DANNY, THE CHAMPION OF THE WORLD Gavin Millar

("Danny, der Champion")

1989 AUSTRALIA Jean-Jacques Andrien

("Australia")

1990 REVERSAL OF FORTUNE Barbet Schroeder

("Die Affäre von Sunny B.")

1991 KAFKA Steven Soderbergh

("Kafka")

1992 WATERLAND Steven Gyllenhaal

("Waterland")

DAMAGE Louis Malle

("Verhängnis")

1993 THE HOUSE OF SPIRITS Bille August

("Das Geiserhaus"

M. BUTTERFLY David Cronenberg

("M. Butterfly")

 

JOHN LONE

als

Song Liling

John Lone wurde 1952 in Hongkong geboren und wuchs ähnlich auf wie Song Liling, dem er nun in David Cronenbergs M. BUTTERFLY Gestalt verleiht - in der geschlossenen Gemeinschaft der Pekingoper. "Ich hatte keinerlei formale Erziehung", sagt er, "eine alte Frau erzog mich, und ich trieb mich immer in der Pekingoper herum." Niemand konnte es sich leisten, Lone zur Schule zu schicken; so ließ man ihn im Theater herumstöbern und später auch trainieren. "Ich wußte noch nicht einmal, daß es so etwas wie eine Pekingoper gibt, weil ich zu jung war. Ich war einfach da. Es war Schicksal."

Im Alter von zehn Jahren begann für Lone also die Schauspielerausbildung an der einem Kloster ähnlichen Chiu-Chiu-Akademie. Vollkommen in ein Training eingebunden, das seine ganze Zeit in Anspruch nahm, wurde er bereits in diesem Alter zu einem Bühnenprofi. Während dieser Ausbildung, die Schauspiel, Tanz, Pantomime, Gesang, Akrobatik und Kampfkunst einschließt, hatte Lone wenig Kontakte mit der Außenwelt; sein einziger persönlicher Kontakt beschränkte sich auf seine Lehrer und Kommilitonen an der Akademie.

Als John Lones Zeit an der Pekingoper zu Ende war, bot ein Filmproduzent in Hongkong dem Achtzehnjährigen einen Zehnjahresvertrag an, den er jedoch ablehnte. Er sah sich alle europäischen und amerikanischen Filme an, die in Hongkong gezeigt wurden, und beschloß, fortzugehen. Er hatte einen englischen Paß und konnte so aus Hongkong verschwinden. "Ich hatte nicht das Gefühl, irgendwohin zu gehören - immer noch nicht."

Im kalifornischen Pasadena studierte er dann an der American Academy of Dramatic Arts und gab 1976 in John Guillermins KING KONG-Remake als chinesischer Koch sein Leinwanddebüt. Nach Ende seiner Ausbildung kam er an Joseph Papps Public Theatre in New York. Dort wurde er für seine Rolle in Makos Inszenierung von David Henry Hwangs Bühnenstück F.O.B. mit einem Obie (Off-Broadway Award) ausgezeichnet. Er war in seiner Rolle so beeindruckend, daß David Henry Hwang im darauffolgenden Jahr ein Stück speziell für ihn schrieb: In The Dance and the Railroad spielte John Lone nicht nur die Hauptrolle, er komponierte auch die Musik, choreographierte und inszenierte. Das Stück wurde im Public Theatre zum Dauerbrenner und schließlich via Kabel in einer New York Shakespeare Festival / ABC Arts-Produktion im Fernsehen gesendet. Auch mit dem nächsten Stück von Lone den Weg auf den Bildschirm: Mit der PBS / American Playhouse-Produktion Paper Angels, die er selbst zuvor an einer New Yorker Bühne inszeniert hatte, gab er sein Debüt als TV-Regisseur.

Inzwischen waren weitere Kinofilme gefolgt: In Fred Schlepisis ICEMAN mit Timothy Hutton spielte er die Titelrolle: Einen Vorzeitmenschen, der im Gletschereis eingefroren war und in einer Forschungsstation unerwartet zum Leben erwacht. In Michael Ciminos IM JAHR DES DRACHEN verkörperte er Mickey Rourkes Gegenspieler Joey Tai, den rücksichtslosen und machthungrigen Geschäftsmann und "Paten" der chinesischen Mafia; mit dieser Rolle stieg er fast über Nacht in die Spitzengruppe der Film- und Theaterschauspieler Amerikas auf. Die Rolle des Pu Yi in Bernardo Bertoluccis Oscar-Sieger DER LETZTE KAISER machte John Lone 1987 weltweit bekannt.

 

JOHN LONES                                                          Filmografie

                                                                                   Regie

1976 KING KONG John Guillermin

("King Kong")

1984 ICEMAN Fred Schepisis

("Der Mann, der aus dem Eis kam / Rückkehr aus einer anderen Welt")

1985 YEAR OF THE DRAGON Michael Cimino

("Im Jahr des Drachen / Chinatown-Mafia / Manhattan Massaker")

1987 SHADOWS OF THE PEACOCK Phillip Noyce

(auch: "ECHOES OF PARADISE")

THE LAST EMPEROR Bernardo Bertolucci

("Der letzte Kaiser")

1988 THE MODERNS Alan Rudoplh

("The Moderns")

1991 SHADOW OF CHINA Mitsuo Yanagimachi

("Jenseits der Schatten")

SHANGHAI 1920 Leong Po-Chih

("Shanghai 1920")

1993 M. BUTTERFLY David Cronenberg

("M. Butterfly")

THE SHADOW Russel Mulcahy

 

BARBARA SUKOWA

als Jeanne Gallimard

Barbara Sukowa wurde am 2. Februar 1950 als Tochter eines Kaufmanns in Bremen geboren. 1968, nach dem Abitur in Bremen, studierte sie in Berlin am Max-Reinhardt-Seminar und nahm zusätzlich von 1969 bis 1971 Schauspielunterricht bei Waltraut Harder. 1971 bekam sie ihren ersten Gastvertrag an der Berliner Schaubühne am Halleschen Ufer in Peter Handkes Ritt über den Bodensee. Barbara Sukowa heute: "Ich war ein kleines Licht und sehr schlecht."

1971 wurde sie von Günther Beelitz nach Darmstadt geholt. 1973 ging sie für eine Spielzeit in ihre Geburtsstadt Bremen. 1974 folgte sie dem Ruf von Luc Bondy nach Frankfurt. Danach lockte Ivan Nagel sie an das Hamburger Deutsche Schauspielhaus, wo sie ein halbes Dutzend Traumrollen spielte und von Publikum und Presse gleichermaßen gefeiert wurde. Hier arbeitete sie auch zum ersten Mal mit Rainer Werner Fassbinder zusammen, der sie in seiner Inszenierung von Frauen von New York einsetzte und sie dann in der Rolle der Mieze für seine hochgelobte, mittlerweile legendäre Döblin-Verfilmung BERLIN ALEXANDERPLATZ vor die Kamera holte. (Vorher hatte sie für das Fernsehen "nur Kleinkram" gemacht.)

1980, nach Nagels Weggang, wollte sie am Hamburger Thalia Theater ihren Erfolgsweg in der Hansestadt fortsetzen, doch aus dem Engagement wurde nichts, weil der neue Thalia-Intendant Peter Striebeck von ihr und fünf anderen Kollegen (darunter Sukowa-Lebensgefährte Hans-Michael Rehberg) eine Wohlverhaltenserklärung wollte, die die Schauspieler nicht bereit waren zu unterschreiben.

1980 und 1981 war Barbara Sukowa die Rosalinde in Shakespeares Komödie Wie es euch gefällt bei den Salzburger Festspielen.

Ihren ersten Kinofilm drehte Barbara Sukowa 1980 unter der Regie des Ungarn Karoly Makk mit Mel Ferrer, Karin Baal und Helmut Berger als Partner: DEADLY GAME ("Die Jäger"). 1981 folgte die Titelrolle in Fassbinders LOLA sowie die Gudrun Ensslin nachempfundene Terroristin in Margarethe von Trottas DIE BLEIERNE ZEIT, eine Leistung, für die sie in Venedig als beste Darstellerin sowie mit einem Bundesfilmpreis in Gold ausgezeichnet wurde. Auch in den Trotta-Filmen ROSA LUXEMBURG, für den sie in Cannes den Preis als beste Darstellerin entgegennehmen konnte und abermals einen Bundesfilmpreis in Gold erhielt, und DIE RÜCKKEHR war sie zu sehen. Zu ihren internationalen Filmen zählen der amerikanische TV-Mehrteiler SPACE, Michael Ciminos THE SICILIAN ("Der Sizilianer"), in dem sie an der Seite von Christopher Lambert spielte, und Lars von Triers preisgekröntes Werk EUROPA:

Neben ihrer Filmarbeit blieb Barbara Sukowa aber immer dem Theater treu. So ging sie 1985 mit Arnold Schönbergs Pierre Lunaire auf Europa- und USA-Tournee, und 1987 trat sie in Giogio Strehlers Pariser Inszenierung der Dreigroschenoper auf.

BARBARA SUKOWA                                                      Filmographie

                                                                                            Regie

1980 DEADLY GAME Karoly Makk

("Die Jäger")

1981 LOLA Rainer Werner Fassbinder

DIE BLEIERNE ZEIT Margarethe von Trotta

1982 EQUITATEUR Serge Gainsbourg

("Äquator")

1983 UN DIMANCHE DE FLIC Michel Vianey

("Zwei Profis steigen aus")

1986 ROSA LUXEMBURG Margarethe von Trotta

1987 DIE VERLIEBTEN Jeannine Meerapfel

THE SICILIAN Michael Cimino

("Der Sizilianer")

1990 L´AFRICANA Margarethe von Trotta

("Die Rückkehr")

1991 THE PASSENGER Volker Schlöndorff

("Homo Faber")

EUROPA Lars von Trier

(auch: "ZENTROPA")

1993 M. BUTTERFLY David Cronenberg

("M. Butterfly")

 

 

IAN RICHARDSON

als

Monsieur Toulon

Ian Richardson wurde am 7. April 1934 im schottischen Edinburgh geboren und studierte am College of Dramatic Art in Glasgow. An der Birmingham Repertory Theatre Company trat er in mehreren Stücken auf, bevor er 1960 in einer Inszenierung von The Duchess of Malfi sein Londoner Theaterdebüt gab. In den sechziger Jahren arbeitete er hauptsächlich für die Royal Shakespeare Company; zu den Stücken, in denen er in dieser Zeit auf der Bühne stand, zählen Viel Lärm um nichts, The Comedy of Errors, The Jew of Malta, Marat/Sade und Der Sturm.

Als er 1970 die Royal Shakespeare Company verließ, erhielt Richardson sofort die Hauptrolle in der BBC-Fernsehproduktion Eyeless in Gaza. Seitdem arbeitet er abwechselnd für Bühne, Film und Fernsehen und hat sich sowohl in England als auch in den USA den Ruf eines verläßlichen Charakterdarstellers verschafft.

Mitte der siebziger Jahre feierte Richardson an britischen Bühnen Erfolge mit Rollen in Richard II, Cymbeline und Richard III. 1975 ging er mit Love´s Labour´s Lost auf US-Tournee und kehrte ein Jahr später in die Staaten zurück, um in dem Broadway-Revival von My Fair Lady die Rolle des Henry Higgins zu übernehmen.

Kinogängern dürfte Ian Richardson vor allem aus Terry Gilliams Kultfilm BRAZIL ein Begriff sein. In zwei neueren Conan-Doyle-Verfilmungen - DER HUND VON BASKERVILLE und DAS ZEICHEN DER VIER (beide 1983) - spielte er die begehrte Rolle des Sherlock Holmes.

 

IAN RICHARDSON                                                                   Filmografie

                                                                                                      Regie

1967 THE PERSECUTION AND ASSASSINATION OF JEAN-PAUL MARAT Peter Brook

 

("Die Verfolgung und Ermordung Jean-Paul Marats")

1969 A MIDSUMMERNIGHT´S DREAM Peter Hall

1972 THE DARWIN ADVENTURE Jack Couffer

MAN OF LAMANCHA Arthur Hiller

("Der Mann von Lamancha")

1983 THE HOUND OF THE BASKERVILLES Douglas Hickox

("Der Hund von Baskerville")

THE SIGN OF THE FOUR Desmond Davis

("Im Zeichen der Vier")

1985 BRAZIL Terry Gilliam

("Brazil")

1987 THE FOURTH PROTOCOL John Mackenzie

("Das vierte Protokoll")

CRY FREEDOM Richard Attenborough

("Schrei nach Freiheit")

1988 BURNING SECRET Andrew Birkin

("Brennendes Geheimnis")

1990 ROSENCRANTZ AND GUILDENSTERN ARE DEAD Tom Stoppard

("Rosencrantz und Güldenstern")

KING OF THE WIND Peter Duffell

("König der Winde")

1993 M. BUTTERFLY David Cronenberg

("M. Butterfly")

 

 

DAVID CRONENBERG
Regie

David Cronenberg gilt nach Werken wie DIE FLIEGE, DIE UNZERTRENNLICHEN und NAKED LUNCH als Meister des modernen Horrorfilms. Mit M. BUTTERFLY, der auf mitreißende und schockierende Weise von der leidenschaftlichen Liebe eines französischen Diplomaten zu einer chinesischen Schauspielerin erzählt, betritt Cronenberg nun aber nur scheinbar Neuland: Denn wie in seinen vorherigen Filmen geht es auch in M. BUTTERFLY um bizarre Obsessionen, irreführende Oberflächen und erotische Metamorphosen, auch wenn der Horror diesmal eher in der Geschichte als in den - nichtsdestoweniger betörenden - Bildern steckt.

Sein Ruf als der vielleicht einzige wahre Autorenfilmer des anglokanadischen Films verdankt der in Toronto beheimatete Cronenberg einer Reihe von einzigartigen Werken, bei denen er nicht nur als Regisseur, sondern - mit Ausnahme von DEAD ZONE und nun M. BUTTERFLY - immer auch als Drehbuchautor oder Co-Autor fungierte. Mit seinen Filmen, die ausnahmslos Kopf und Bauch des Zuschauers ansprechen, hat er ein völlig neues Genre geschaffen. Zu den internationalem Auszeichnungen, mit denen er bedacht wurde, gehört der Grand Prix des Internationalen Horror- und Fantasy-Festivals in Spanien, den er zwei Jahre hintereinander bekam - einmal für den besten Film und das zweite Mal als bester Regisseur. Sein Film DIE FLIEGE war bei Publikum und Kritik weltweit ein Erfolg und wurde in der Kategorie Special Make-up Effects mit einem Oscar geehrt.

David Cronenberg wurde am 15. März 1943 in Toronto geboren. Seine Mutter war Pianistin, und sein Vater, ein Journalist, fungierte u.a. als Herausgeber der True Canadian Crime Stories. David wollte in die Fußstapfen seines Vaters treten. Er schrieb Fantasy- und Science-Fiction-Geschichten, die er an verschiedene Magazine schickte. Obwohl keine davon gedruckt wurde, erhielt er mehrere Briefe von Lektoren und Redakteuren, die ihn zum Weiterschreiben ermutigten.1962 schrieb sich Cronenberg an der Universität von Toronto ein, um Biochemie zu studieren. Aber nachdem er für eine Kurzgeschichte den Epstein-Preis gewonnen hatte, zog er sich von den Naturwissenschaften zurück und belegte die Fächer Englisch und Literatur, in denen er 1967 auch seinen Abschluß machte. Sein Interesse für den Film entstand am College, wo er zwei 16mm-Kurzfilme drehte: TRANSFER, ein Science-Fiction-Film, und FROM THE DRAIN, ein Horrorfilm. Ende der sechziger Jahre inszenierte Cronenberg seine ersten beiden 35mm-Filme, STEREO und CRIMES OF PASSION. Darin fanden sich bereits einige der Themen und Vorlieben, die für seine spätere Arbeit kennzeichnend sein sollten.

Nachdem er einige Zeit für CBC-TV gearbeitet hatte, inszenierte er 1973 an Torontos Royal Alexandra Theatre das Musical Spellbound. Ein Jahr später drehte er seinen ersten kommerziellen Film PARASITEN-MÖRDER, der auf Anhieb zu einem der kassenstärksten Titel der kanadischen Filmgeschichte avancierte. Cronenbergs nächster Film hieß RABID. Die Hauptrolle besetzte er mit dem Porno-Star Marilyn Chambers. RABID spielte bei Produktionskosten von 500.000 Dollar eine Summe von sieben Millionen Dollar ein. So kam es, daß David Cronenberg im Jahr 1977, nach nur zwei Filmen, zu einem der erfolgreichsten Regisseure Kanadas wurde. FAST COMPANY, sein nächster Film, spielte im Rennfahrermilieu, zu dem Cronenberg, ein Liebhaber schneller Autos und hochgezüchteter Motoren, schon immer einen engen Bezug hatte. 1979  legte Cronenberg mit DIE BRUT seine bis dato teuerste Produktion vor. In den Hauptrollen spielten Oliver Reed und Samantha Eggar. Das Hauptgewicht lag diesmal weniger auf äußeren Action-Elementen, als auf psychologischer Intensität. Der bemerkenswerte visuelle Stil des Films machte viele Kritiker auf ihn aufmerksam und findet in allen späteren Cronenberg-Filmen seine konsequente Entsprechung und Fortführung; ein Qualitätskriterium, das Cronenbergs Ruf als virtuosester, eigenständigster Regisseur des phantastischen Films wesentlich festigte.

Der PSI-Thriller SCANNERS mit Steve Lack und Jennifer O`Neill richtete sich an ein breiteres Publikum als die Filme aus Cronenbergs früherer Phase. Jack Kroll notierte in Newsweek: "Cronenberg besitzt zwei Begabungen, die ihn als Meister des Horrorfachs ausweisen. Er weiß, wie man die Zuschauer zu Tode erschreckt, und die gräßlichen Details seiner Filme sind Teil und Reflektion einer ganz bestimmten, visuellen Weltsicht. Er überträgt das Melodram in den Mythos."

VIDEODROME mit James Woods und Rockstar Debbie Harry in den Hauptrollen hatte im Februar 1983 Premiere. Andy Warhol feierte den Film als "UHRWERK ORANGE der achtziger Jahre". Cronenberg hinterfragt in VIDEODROME Bedeutung und Einfluß der Massenmedien. Es geht um eine Geheimorganisation, die den Alltagsgegenstand Fernsehen als tödliche Waffe mißbraucht. Der Film, in dem die Grenzen der Realität und des Bewußtseins verwischen, ist eine hochmoderne, alptraumhafte Serie und wird geprägt von den mittlerweile vertrauten Cronenberg-Themen Gewalt, Sex und biologischer Horror.

1984 folgte DEAD ZONE, der auf dem Bestseller von Stephen King basiert und in dem Christopher Walken, Brooke Adams und Martin Sheen die Hauptrollen spielen. Der Film ist eine allegorische Gut-gegen-Böse-Geschichte um einen Mann, der unter dem Fluch leidet, die Zukunft seiner Mitmenschen voraussehen zu können.

Obwohl DEAD ZONE der Film in Cronenbergs Werk ist, der noch am ehesten dem Mainstream-Kino zugerechnet werden kann, trägt auch er unverkennbar die Handschrift seines Schöpfers. Beim Filmfestival in Avoriaz gewann er in jenem Jahr drei von insgesamt fünf Preisen, und in den USA wurde er für sieben Edgar Allen Poe Awards nominiert. David Chute schwärmte im Los Angeles Herald Examiner: "Wenn dieser Film kein Klassiker wird, weiß ich nicht, welcher Film sonst einer sein sollte."

In den drei folgenden Jahren arbeitet Cronenberg an mehreren Projekten, darunter eine Serie für den amerikanischen Kabelsender Home Box Office (HBO). "Ich habe mich dabei richtig ausgetobt", lächelt Cronenberg und fügt hinzu: "Sie wollten etwas Ausgefallenes, aber dann war es ihnen doch wohl zu ausgefallen."

Zwecks Recherchen für eine Verfilmung von William Burroughs´ NAKED LUNCH, ein Projekt, das ihm schon damals sehr am Herzen lag und an dem er mit Produzent Jeremy Thomas eine Option hatte, reiste er mit Thomas und Burroughs nach Tanger. Dreimal flog er nach Rom zu Gesprächen über TOTAL RECALL, ein Projekt für Dino De Laurentiis, das aus verschiedenen Gründen platzte (und schließlich unter Paul Verhoevens Regie in völlig veränderter Form doch noch realisiert wurde). Und dann sprach Produzent Mel Brooks ihn auf DIE FLIEGE an, ein Filmvorhaben, von dem ihm schon ein Jahr zuvor  Koproduzent Marc Boyman erzählt hatte.

DIE FLIEGE, ein Remake des Horrorklassikers von 1958, erwies sich für Cronenberg als Riesenerfolg. Dem Regisseur gelang es, die Originalidee in ein völlig neues Konzept zu fügen und der  Geschichte des Wissenschaftlers (Jeff Goldblum), dessen Gene und Moleküle während eines Übertragungsversuchs mit denen einer gemeinen Hausfliege durcheinandergeraten, ungeahnte filmische Wirkung zu verleihen. So überzeugte DIE FLIEGE nicht nur als Horrorfilm, sondern auch als tragische Liebesgeschichte. Übrigens enthält der Film Cronenbergs zweiten Auftritt als Schauspieler (seine erste Mini-Rolle hatte er in John Landis´ KOPFÜBER IN DIE NACHT absolviert): In einer entscheidenden, grauenerregenden Phantasie-Sequenz mit Hauptdarstellerin Geena Davis übernahm er den Part eines Gynäkologen. Die Spezialeffekte, die Chris Walas für DIE FLIEGE kreierte, wurden mit einem Oscar gewürdigt.

Sein nächster Film war DIE UNZERTRENNLICHEN mit Jeremy Irons und Geniève Bujold in den Hauptrollen. In dem psychologischen Thriller ging es um Zwillingsbrüder, die als Gynäkologen arbeiten und sich beide in dieselbe Frau verlieben - mit fatalen Konsequenzen. Der Filmkritikerverband von Los Angeles wählte Cronenberg für DIE UNZERTRENNLICHEN zum besten Regisseur des Jahres.

1989 übernahm David Cronenberg eine Hauptrolle in Clive Barkers Horrorfilm NIGHTBREED ("Cabal - Die Brut der Nacht"). Gleichzeitig verfaßte er die endgültige Fassung seines Lieblingsprojekts NAKED LUNCH, den er 1991 mit Peter Weller, Judy David, Ian Holm, Julian Sands und Roy Schneider endlich realisieren konnte. NAKED LUNCH gewann 1992 acht kanadische Genie Awards, darunter für den besten Film, die beste Regie und das beste Drehbuch. Cronenbergs Adaption des lange Zeit als unverfilmbar geltenden Kultbuchs von William S. Burroughs erhielt noch drei weitere Auszeichnungen.

David Cronenbergs verstörende, beunruhigende und erschreckend faszinierende Filme sind überall auf der Welt gewürdigt worden. Retrospektiven seiner Werke gab es auf Festivals in Edinburgh (Schottland), Metz (Frankreich), Hof, Rom (Italien), Porto (Portugal), New York und natürlich in seinem heimatlichen Toronto. Im März 1993 gab es in Japan die bisher kompletteste Cronenberg-Retrospektive, die nicht nur alle seine Kinofilme, sondern auch seine Fernseharbeiten (darunter zwei Docudramas, die er 1990 für die kanadische Fernsehserie Scales of Justice drehte) und Werbespots umfaßte.

 

DAVID CRONENBERG                                                   Filmographie

                                                                                            (nur Kino-Regie)

1969 STEREO

1970 CRIMES OF THE FUTURE

1974 THE PARASITE MURDERS

(auch: "SHIVERS") Parasitenmörder

1976 RABID

("Rabid - Der brüllende Tod")

1978 FAST COMPANY

("10.000 PS - Vollgasrausch im Grenzbereich")

1979 THE BROOD

("Die Brut")

1980 SCANNERS

("Scanners - Ihre Gedanken können töten")

1982 VIDEODROME

("Videodrome")

1983 THE DEAD ZONE

("Dead Zone")

1986 THE FLY

("Die Fliege")

1988 DEAD RINGERS

("Die Unzertrennlichen")

1991 NAKED LUNCH

("Naked Lunch")

1993 M. BUTTERFLY

("M. Butterfly") 

 

GABRIELLA MARTINELLI

Produktion

Für Produzentin Gabriella Martinelli ist M. BUTTERFLY bereits die vierte Zusammenarbeit mit Regisseur David Cronenberg. Zuvor war sie Co-Produzentin von NAKED LUNCH, Produzentin des Films NIGHTBREED ("Cabal - Die Brut der Nacht", 1990, Regie: Clive Barker), in dem Cronenberg eine Hauptrolle spielte, und Herstellungsleiterin bei DIE UNZERTRENNLICHEN. Gabriella Martinelli wurde in Italien geboren und emigrierte im Alter von fünf Jahren mit ihren Eltern nach Toronto. Sie studierte Kunstgeschichte und Film an der Carleton University in Ottawa und an der University of Victoria in British Columbia.

Ihre Laufbahn beim Film begann sie 1980 in British Columbia, wo sie vier Jahre lang Werbefilme und Fernseh-Specials produzierte. Im Anschluß daran war sie Aufnahmeleiterin bei ihren ersten beiden kanadischen Kinofilmen, WALLS und MY AMERICAN COUSIN.

1984 co-produzierte sie mit Peter O´Brian im Auftrag der Weltausstellung Expo ´86 den Film DISCOVERY, der im 70mm-Showscan-Format gedreht und vom Publikum begeistert aufgenommen wurde.

1986 kehrte sie nach Toronto zurück und übernahm die Produktionsabteilung der Firma Independent Pictures. In dieser Funktion produzierte sie Gordon Pinsents JOHN AND THE MISSUS und den Film MILK AND HONEY.

1988 war sie Herstellungsleiterin des Films RENEGADES ("Renegades - Auf eigene Faust", Regie: Jack Sholder) mit Kiefer Sutherland und Lou Diamond Phillips. Im selben Jahr begann ihre Zusammenarbeit mit David Cronenberg.

 

DAVID HENRY HWANG

Drehbuch

Mit der Leinwandadaption seines eigenen preisgekrönten Bühnenstücks M. Butterfly gibt der Dramatiker David Henry Hwang sein Debüt als Drehbuchautor. Bei seinem Broadway-Debüt im Jahre 1989 gewann M. Butterfly einen Tony Award, einen Drama Desk Award, den Preis des Outer Crtics Circle und den John-Gassner-Preis. 1991 folgte der Los Angeles Drama Critics Award.

Inzwischen wurde ein weiteres Drehbuch von Hwang verfilmt: GOLDEN GATE (Regie: John Madden). Fertiggestellt, aber noch nicht produziert sind ein Drehbuch für Martin Scorsese (THE IDIOT nach Dostojewski) und eines für Sydney Pollack (POSSESSION, nach A.S. Byatt). Außerdem hat Hwang Isaac Asimovs Science-Fiction-Klassiker FOUNDATION TRILOGY für die Leinwand bearbeitet.

Hwangs Einakter Bondage feierte 1992 am Actors Theater von Louiville im Rahmen des Humana Festival of New American Plays seine Uraufführung. Er schrieb das Libretto für Phillip Glass´ Oper The Voyage, die 1992 am Kolumbustag an der New Yorker Metropolitan Oper ihre Welturaufführung erlebte. Zuvor hatte Hwang mit Glass an dem Spektakel 1000 Airplanes on the Roof zusammengearbeitet, das in Wien uraufgeführt wurde und anschließend auf Welttournee ging. Sein neuestes Stück, Face Value, kam im April 1993 an den Broadway.

David Henry Hwang wurde 1957 in Los Angeles geboren. Er studierte an der Stanford University und an der Yale School of Drama. Während seiner Zeit in Stanford schrieb er das Stück F.O.B. für John Lone. F.O.B. wurde bei Joseph Papps New York Shakespeare Festival eingereicht, wo es 1981 seine Uraufführung erlebte und kurz darauf mit dem Obie Award als bestes neues Stück ausgezeichnet wurde. Hwang schrieb für John Lone ein zweites Theaterstück mit dem Titel The Dance and the Railroad (Drama-Desk-Nominierung, Guernsey´ Best Plays of 1981-92). Das New York Shakespeare Festival produzierte außerdem Hwangs Family Devotions (Drama-Desk-Nominierung), The House of Sleeping Beauties und The Sound of a Voice. Hwangs Rich Relations feierte seine Premiere 1986 an der Second Stage.

 

PETER SUSCHITZKY

Kamera

Der Mann, der schon für den eleganten Look von Cronenbergs DIE UNZERTRENNLICHEN und NAKED LUNCH verantwortlich zeichnete, ist einer der profiliertesten Kameraleute der Branche. Die Academy of Canadian Cinema and Television zeichnete ihn dafür auch beide Male mit dem Genie Award für die beste Fotografie aus.

Suschitzky, Sohn des österreichischen Kameramanns Wolfgang Suschitzky, wurde 1944 in London geboren und studierte an der Pariser Filmhochschule IDHEC, bevor er mit neunzehn Jahren als Kameraassistent beim Film begann. Für das deutsche Fernsehen drehte er eine Reihe von Dokumentarfilmen. Seinen Einstand als Chefkameramann gab Suschitzky, erst 22 Jahre alt und damit in Großbritannien der jüngste Debütant seines Fachs, bei IT HAPPENED HERE (1966, Regie: Kevin Brownlow, Andrew Mollo), einem verstörenden, halbdokumentarischen Film, der zeigt, wie es England ergangen wäre, falls Hitler den Krieg gewonnen hätte.

Es folgten Titel wie PROVILEGE ("Privileg", 1967, Regie: Peter Watkins), LEO THE LAST ("Leo der Letzte", 1970, Regie: John Boorman), THAT´LL BE THE DAY (1974, Regie: Claude Whatham), der Kultfilm-Klassiker THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW ("The Rocky Horror Picture Show", 1975, Regie: Jim Sharman), die beiden Ken-Russell Filme LISZTOMANIA ("Lisztomania", 1975) und VALENTINO ("Valentino", 1977) und die Fantasy-Abenteuer THE EMPIRE STRIKES BACK ("Das Imperium schlägt zurück", 1980, Regie: Irvin Kershner) und KRULL ("Krull", 1983, Regie: Peter Yates).

In den USA stand Suschitzky für Ulu Grosbards FALLING IN LOVE ("Der Liebe verfallen", 1984 mit Robert De Niro und Meryl Streep), John Boormans WHERE THE HEART IS ("Die Zeit der bunten Vögel, 1990), THE PUBLIC EYE ("Der Reporter", 1992, Regie: Howard Franklin) und THE VANISHING ("Spurlos", 1993, Regie: George Sluizer) hinter der Kamera.

 

CAROL SPIER

Produktionsdesign

Für Filmarchitektin Carol Spier ist M. BUTTERFLY bereits der neunte David-Cronenberg-Film, dessen Design sie verantwortlich gestaltete. Die Zusammenarbeit zwischen Cronenberg und Carol Spier begann 1978 bei FAST COMPANY und setzte sich mit DIE BRUT, SCANNERS, VIDEODROME, DEAD ZONE, DIE FLIEGE, DIE UNZERTRENNLICHEN und NAKED LUNCH fort. Für die beiden letztgenannten Filme erhielt sie je einen Genie Award in der Sparte beste Ausstattung.

Die in Kanada geborene Carol Spier machte ihren Abschluß im Fach Innenarchitektur an der Manitoba-Universität für Architektur. Sie begann ihre berufliche Laufbahn als Innenausstatterin für einen Architekten in Winnipeg. In dieser Zeit arbeitete sie außerdem mit verschiedenen Theatergruppen als Bühnen- und Kostümdesignerin zusammen und übernahm schließlich eine Full-Time-Job als Bühnenbildnerin am Manitoba Theatre Centre.

Ihre Karriere beim Film begann mit THE MOURNING SUIT ("Der Traueranzug", 1975) von Leonard Yakir, wo sie für Kostüme und Ausstattung verantwortlich war. Danach siedelte sie nach Toronto über, wo sie als Assistentin des Art Director für den Sender CBS an verschiedenen Fernsehfilmen tätig war, bevor sie selbst als vollverantwortliche Ausstatterin und später Produktionsdesignerin an mehr als dreißig Filmen mitarbeitete, darunter - neben den bereits erwähnten Filmen von David Cronenberg - Norman Jewisons AGNES OF GOD ("Agnes - Engel im Feuer", 1985), John Schlesingers THE BELIEVERS ("Das Ritual", 1987), RENEGADES ("Renegades - Auf eigene Faust", 1990, Regie: Jack Sholder) und zuletzt Alan J. Pakulas CONSENTING ADULTS ("Gewagtes Spiel", 1992).

Bei zwei Dokumentar-Dramen von Cronenberg für die kanadische Fernsehfilmreihe SCALES OF JUSTICE war sie ebenfalls als Designerin tätig. Sie gewann den kanadischen Gemini Award für den Fernsehmehrteiler Anne of Green Cables (1985, Regie: Kevin Sullivan) und arbeitete außerdem an den TV-Produktionen Escape from Iran (1981, Regie: Lamont Johnson) und Gotham (1988, Regie: Llyod Fonvielle) mit.

 

DENISE CRONENBERG

(Kostüme)

Denise Cronenberg entwarf vor M. BUTTERFLY schon für drei andere Filme ihres Bruder David die Kostüme: DIE FLIEGE, DIE UNZERTRENNLICHEN und NAKED LUNCH.

Denise studierte ab ihrem dreizehnten Lebensjahr Ballett in ihrer Geburtsstadt Toronto. Während ihres Studiums der Radio- und Fernsehkünste an Kanadas Ryerson-Polytechnikum, wo sie 1959 ihren Abschluß machte, setzte sie ihr Tanztraining fort. Danach studierte sie zwei Jahre lang Ballett am American Ballet Theatre und war anschließend fünf Jahre lang Mitglied des renommierten Royal Winnipeg Ballet. Die nächsten fünfzehn Jahre arbeitet Denise Cronenberg als Tänzerin für nahezu alle bekannten Shows des kanadischen Fernsehens.

1976 wechselte sie ihren Beruf und wurde Kostümbildnerin. Fünf Jahre lang führte sie ihre eigene Firma (York County Dressworks), bis sie bei Videodrome als Garderobendesignerin assistierte. Anschließend arbeitete sie als Garderobenhilfe bei den Filmen Dead Zone, Night Flyers, Hot Point und dem TV-Mehrteiler The Edison Twins.

Als Kostümdesignerin arbeitete sie neben den erwähnten Filmen ihres Brudes noch für THE LONG WALK HOME (1990, Regie: Richard Pearce) und THE GUARDIAN ("Das Kindermädchen", 1990, Regie: William Friedkin) sowie für den mehrteiligen Fernsehfilm Murder Ordained ("Blutige Hände", 1987, Regie: Mike Robe). Zu ihren weiteren TV-Aufgaben zählen Scales of Justice und Child of Rage.

 

RONALD SANDERS

Schnitt

M. BUTTERFLY ist bereits der achte Film, an dem Chefcutter Ronald Sanders mit Regisseur David Cronenberg zusammengearbeitet hat. Ihre vorherigen gemeinsamen Filme heißen FAST COMPANY, SCANNERS, VIDEODROME, DEAD ZONE, DIE FLIEGE und NAKED LUNCH.

In seiner Jugend in Winnipeg sah Sanders viele Filme durch das Projektionsfenster des Kinos, in dem sein Vater als Vorführer arbeitete. Sanders war Kameraassistent bei Studentenfilmen, bevor er an der University of Manitoba seinen Abschluß in englischer Geschichte und politischen Wissenschaften machte. Ende der sechziger Jahre zog er nach Toronto, wo er als Cutter für Dokumentarfilme begann. Danach arbeitete er als Tonschnittmeister bei Spielfilmen und wurde schließlich Chefcutter.

Fürs Fernsehen schnitt Sanders neben Episoden von Alfred Hitchcock Presents und Phillip Marlow, Private Eye den Mehrteiler Mariah State und die Filme AGE OLD Friends (1989, Regie: Allan Kroeker) und THE PARK IS MINE (1985, Regie: Steven Hilliard Stern). Er war Co-Produzent und Schnittüberwacher der beiden Cronenberg-Episoden für die Serie Scales of Justice.

 

HOWARD SHORE

Musik

Auch Komponist Howard Shore ist langjähriger Freund und Mitstreiter von Regisseur David Cronenberg: Nach DIE BRUT, SCANNERS, VIDEODROME, DIE FLIEGE, DIE UNZERTRENNLICHEN und NAKED LUNCH ist M. BUTTERFLY ihr siebter gemeinsamer Film.

Außerdem schrieb Shore die Musik zu Filmen wie Martin Scorseses AFTER HOURS ("Die Zeit nach Mitternacht", 1985), Penny Marshalls BIG ("Big, 1988), Diane Keatons HEAVEN ("Alles über Himmel und Hölle", 1987), Susan Seidelmans SHE-DEVIL ("Die Teufelin, 1989), Peter Yates´ AN INNOCENT MAN ("Von Bullen aufs Kreuz gelegt", 1989) und James Deardens A KISS BEFORE DYING ("Kuß vor dem Tode", 1991) sowie zu den beiden Robert-Benton-Filmen PLACES IN THE HEART ("Ein Platz im Herzen", 1984) und NADINE ("Nadine - Eine kugelsichere Liebe", 1987)

Für seine Musik zu dem Erfolgsfilme THE SILENCE OF THE LAMBS ("Das Schweigen der Lämmer", 1991, Regie: Jonathan Demme) wurde Howard Shore für den British Academy Award nominiert. Zu seinen jüngsten Arbeiten zählen PRELUDE TO A KISS ("Bodyswitch, 1992, Regie: Norman René) und SINGLE WHITE FEMALE ("Weiblich, ledig, jung sucht...", 1992, Regie: Barbet Schroeder).

Shore wurde in Toronto geboren und studierte Musikkomposition an der Berklee School of Music in Boston. Er spielte in einer Band und schrieb die Musik für kanadische Fernsehshows, bevor Lorne Michaels ihm das Angebot machte, musikalischer Leiter bei der Blödell-Sketch-Kultserie Saturday Night Live zu werden. Fünf Jahre lang arbeitete er in dieser Kapazität. Danach spezialisierte er sich auf das Komponieren von Spielfilm-Soundtracks.

 

 

Die Besetzung

René Gallimard    JEREMY IRONS

Song Liling    JOHN LONE

Jeanne Gallimard    BARBARA SUKOWA

Botschafter Toulon    IAN RICHARDSON

Frau Baden    ANNABEL LEVENTON

Genosse Chin  SHIZUKO HOSHI

Botschaftskollege RICHARD McMILLAN

Agent Etancelin VERNON DOBTSCHEFF

1. Geheimdienstoffizier DAVID HEMBLEN

2. Geheimdienstoffizier DAMIR ANDREI

3. Geheimdienstoffizier ANTONY PARR

Songs Dienstmädchen MARGARET MA

Verteidiger TRISTRAM JELLINEK

Ankläger PHILLIP McGOUGH

Richter DAVID NEAL

Assistent des Botschafters SEAN HEWITT

Diplomat auf der Party PETER MESSALINE

Betrunkener in Pariser Bar MICHAEL MEHLMANN

Kritikerin auf der Gartenparty BARBARA CHILCOTT

Verwalter George JONAS

Überwachungstechniker CARL ZVONKIN

Marschall VIKTOR FULOP

Akkordeonspieler CADMAN CHUI

Pekingoper-Schauspieler THE BEJING OPERA TROUPE

"Madame Butterfly" an der Pariser Oper MARIA TERESA URIBE

Tänzerinnen der Roten Garde HARRIERT CHUNG

MONICA GAN

AYUMI KOMODA

TAMMY LOK

TRACEY OH

CARLY WONG

 

Der Stab

Regie DAVID CRONENBERG

Produziert von GABRIELLA MARTINELLI

Drehbuch DAVID HENRY HWANG

nach seinem Bühnenstück

Ausführende Produzenten DAVID HENRY HWANG

PHILLIP SANDHAUS

Kamera PETER SUSCHITZKY

Produktionsdesign CAROL SPIER

Schnitt RONALD SANDERS

Musik HOWARD SHORE

Kostümdesign DENISE CRONENBERG

Casting DEIDRE BOWEN

Production Manager MARILYN STONEHOUSE

First Assistant Director JOHN BOARD

Second Assistant Director KIM WINTHER

Third Assistant Director SIMON BOARD

Trainee Assistant Directors LARS WINTHER

CASSANDRA CRONENBERG

Art Director JAMES McATEER

First Assistant Art Director JOHN DONDERTMAN

Second Assistant Art Director GORDON LEBREDT

Third Assistant Art Director ALEXANDRA THOMPSON

Set Decorator ELINOR ROSE GALBRAITH

Assistant Set Decorator DANIELLE FLEURY

Assistant Set Decorator SERGE BUREAU

Lead Set Dresser CLIVE THOMASSON

Set Dressers PETER NICOLAKAKOS

E.C. WHELAN

Set Buyer GINA HAMILTON

Property Master MARC CORRIVEAU

Assistant Property Master ARMAND THOMAS

Props Buyer MIKE FOLLOWES

Make-up Artist for Mr. Lone SUZANNE BENOIT

Hairstylist for Mr. Lone ALDO SIGNORETTI

Make-up Artist for Mr. Irons ALLEN WEISINGER

Hairstylist for Mr. Irons FERDINANDO MEROLLA

Make-up Artist AVA STONE

Costume Supervisor BRENDA GILLES

Costume Supervisor for Mr. Lone MARIO DAVIGNON

Wardrobe Assistant ANN HENSHAW

Cutter ANGELA ARANA

Script Supervisors SARAH GRAHAME

DUG ROTSTEIN

Location Manager DEBRA BEERS

Location Production Assistant LAURA WOOD

Production Co-ordinator DEBORAH ZWICKER

Production Secretary LESLEY CLARK

Production Office Assistants TIMOTHY M. STORY

BENJAMIN TUCKER

Production Accountant DOMINIQUE BRUBALLA

Assistant Accountants MARK BUKATOR

ANNE JURENAS

Assistants to Ms. Martinelli LORI GREENBERG

LESLEY MYERS

Assistant to Mr. Cronenberg SANDRA TUCKER

Camera Operator PETE SUSCHITZKY

First Assistant Camera  MICHAEL HALL

Second Assistant Camera KEVAN DUTCHAK

Camera Trainee RUSSEL BOWIE

Steadicam Operators TED CHURCHILL (FAR EAST)

PETER ROBINSON (BUDAPEST)

Video-Assist Operators JAMES STORIE

STEPHEN SEBERT

First Assistant Editor MICHAEL REA

Second Assistant Editors PETER WATSON

GARY FLUXGOLD

Trainee Assistant Editor WIEBKE VON CAROLSFELD

Sound Mixer BRYAN DAY

Boom Man MICHAEL LACROIX

Gaffer SCORRY ALLAN

Best Boy IAN SCOTT

Electrics STEVEN MORRISON

STEVEN MYERS

MICHAEL McDONALD

MICHAEL RUGGLES

Generator Operator A. RANDY JONES

KEY GRIP MARK MANCHESTER

Best Boy Grip GREGORY PALERMO

Dolly Grip DAVID HYNES

Grips NICHOLAS BACON

BLAKE BALLENTINE

CHRISTOPHER HUNTER

Unit Publicist PRUDENCE EMERY

Stills Photographer TAKASHI SEIDA

Animal Wrangler RICK PARKER

Transportation Co-Ordinator ELDIE BENSON

Driver Captain FRANK MIZZI

Head Driver CACTUS SIMSER

Drivers ANDREA BOYD

FRANCES HENDRY

MAC. V. DAY

MICHAEL BILLARD

BRIAN CANN

GEORGE MARKOS

AL KOSNIC

Construction Co-ordinator JOE CURTIN

Head Carpenter IAN FRASER

Assistand Head Carpenters SABRI LARIANI

DENIS PERRIER

Construction Bookkeeper ROBERT STEINER

Props Builder PAMELA GIBSON

Key Scenic Artist JOHN BANNISTER

Scenic Artist JAK OLIVER

Bejing Opera Choreography JAMIE H.J. GUAN

MICHELE EHLERS

Extras Casting Eleanor LAVENDER

Casting Consultants JOANNA MERLIN C.S.A. (NEW YORK)

DOREEN JONES (LONDON)

Stand-in for Mr. Irons PETER SHANNE

Stand-in for Mr. Lone WESLEY SETO

French Language Consultant NORMA COLE

Craftservice MERRIE BETH BOARD

Post-production supervisor MARILYN STONEHOUSE

Post-production Co-Ordinator SANDRA TUCKER

Sound Editing CASABLANCA SOUND SERVICES

Sound Effect Editors DAVID EVANS

JOHN LAING

Dialogue Editors WAYNE GRIFFIN

TONY CURRIE

RICKER CADGER

Assistant Sound Editors JOE LAFONTAINE

TOM BJELIC

ALLISTAIR GRAY

Foley Artist TERRY BURKE

Foley Assistants DAVID YONSON

PAULA SHIKITA

Foley Recorded at FILM HOUSE

Music Editor SUZANNA PERIC

Assistant Music Editor NICOLAS RANTNER

Music Preparation VIC FRASER

ROGER WILLIAMS

Scoring Sessions Recorded at ABBEY ROAD STUDIOS, LONDON

AIR STUDIOS (LYNDHURST), LONDON

Music Scoring Engineer JOHN KURLANDER

Additional Music Engineers JOEL MOSS

GARY CHESTER

SIMON RHODES

Score Performed by THE LONDON PHILHARMONIC ORCHESTRA

Music Orchestrated and Conducted by HOWARD SHORE

Paris Opera

"Madame Butterfly" HUNGARIAN STATE OPERA ORCHESTRA

Conducted by ADAM MEDVECZKY

Additional Puccini Arias ROYAL PHILHARMONIC ORCHESTRA

Conducted by HOWARD SHORE

Performed by MICHELLE COUTURE

ADR, Re-recording, Processing FILM HOUSE

Re-recording Mixers DON WHITE

DINGO PIGAT

LOU SOLAKOFSKI

Lenses and Panaflex Camera PANAVISION

Grip & Lighting PANAVISION (CANADA), TORONTO

ARRI, BUDAPEST

SALON FILMS, FAR EAST

Sound Transfers SOUND MIX ltd.

Edge Coding NUMBERS

Negative Cutting FRANCONT FILMS

Colour Timer CHRISTOPHER SEVERIN

Main Titles Designed and Produced by BALSMEYER& EVERETT

Computer Graphics for Main Title Sequence by SZYGDY DIGITAL CINEMA

Title Sequence Artifacts LIZA HYDE SCREENS

CHRISTIE´S NEW YORK

THE DETROIT INSTITUTE OF ARTS

End Credits FILM EFFECTS, TORONTO

 

Far East Unit

Unit Manager PHILIP LEE

Far East Liaison LAURA TROMBETTA-PANIGADI

Unit Assitant VENUS CHEUK

Far East Consultant DR. PETER MITCHELL

Art Department Co-ordinator BORYANA VARBANOV

Third Assistant Director YANG XIE

Production Assistant ROBIN CRUMLEY

Electrician TSANG CHUN FAI

Grip JOE CHAN

Interpreters MARIE CHAMBON

TAN ING HOW

DOROTHY DING

 

Budapest Unit

Production Services TRANSATLANTIC MEDIA ASSOCIATES LTD.

Head of Production LASZLO HELLE

Production Manager LASZLO TIMAR

Location Manager TAMAS GUBA

Assistant Location Manager ISTVAN KOZMA

Production Liaison JUDY KEMENY

Unit Manager ADRIENNE RORARIUS

Accountant BÖBE KIRALY

In Charge of Costums BELA FREY

Interpreters MAGDOLINA TÖRÖK

BEA KLUKON

VICOTR DESZO

Production Secretary ZSUZSA VARADI

Office Secretary ZITA TALOS

Assistant Directors ZSUZSA GURBAN

GABOR GAJDOS

Assistant Set Designer JUDIT CSAK

Set Dresser FERENC SCHÖFFER

First Assistant Set Dresser ZOLTAN SZABO

Property Master GYULA FARKAS

Assistant Propman PETER UJVARDI

Construction Manager BELA PETERDI

Wardrobe Master GYÖRGY HOMONNAY

Make-up Artist JULIA FENYVESSY

Hair Stylist MARGO VIDA

Gaffer RUDOLF TAKACS

Grip KAROLY BRAUNER

Firearms CHRISTOPHE MARATIER

Special Effects GEORGES DEMETRAU

Casting Agent KAROLY KUPICS

Stunt Co-ordinator BELA UNGER

Extras Co-ordinator ERZSEBET GASPAR

Transport Manager ISTVAN PINTYE

 

Paris Unit

Production Manager JEAN-PIERRE AVICE

First Assistant Director LEONARD GUILLAIN

Second Assistant Director CECILE BORISROND

Production Accountant CHRISTINE BODELOT

Unit Location Manager CORINNE KOUPER

Assistant to the Unit Manager JULIEN TOUJAN

Production Co-ordinator LUCETTE LEGOT

Production Runner BENOIT RAGUIN

Clapper / Loader MICHAEL OGUNTKE

Video-Assist STEVEN LOCKIE

Make-up / Hair Stylist ANTOINE GARABEDIAN

Wardrone Mistress MARIE-FRANCE PEROCHON

Dressing Propman GUY MONTBILLARD

Head Grip ALAIN MANZON

Grip PATRICK PAMARD

Camera Car Grip BERNARD CHATEAU

Extras Casting ALBERTE GARO